Gliese 667
Bildrechte: ESO/L. Calçada

Astronomie 100 neue Planeten-Kandidaten

Seit Jahrtausenden richten wir unseren Blick ins All auf der Suche nach bewohnten Planeten. Jetzt sind wieder 100 neue Kandidaten dazugekommen. Diese Zahl gab heute ein Forscherteam der University of California in Santa Cruz bekannt. Die Astronomen fanden sie bei der Auswertung der Daten eines Spektrometers, das von Hawaii aus das All beobachtet. Und vielleicht gibt es sogar noch mehr.

Gliese 667
Bildrechte: ESO/L. Calçada

Steven Vogt ist das, was man einen Planeten-Jäger nennen könnte. Aber ihm geht es nicht um Venus, Mars oder Jupiter. Vogt jagt extrasolare Planeten. 2010 glaubten er und sein Team einen der ersten erdähnlichen Planeten entdeckt zu haben. Er kreiste um den Roten Zwerg Gliese 581. Doch spätere Messungen und Computerauswertungen ergaben: den Planeten Gliese 581 g gibt es vermutlich nicht. Aber Vogt suchte weiter. Und drei Jahre später entdeckte er zusammen mit Forschern der Uni Göttingen und der Carnegie Institution for Science in Washington mehrere Planeten im Dreifachsternsystem Gliese 667C, rund 23 Lichtjahre von der Erde entfernt. Gleich drei von ihnen, so die Ergebnisse, liegen in der sogenannten habitablen Zone, einem Bereich, der flüssiges Wasser ermöglicht. Und jetzt hat Vogt weitere 100 Kandidaten gefunden.

Wackelnde Sterne

Auf Hawaii hat Vogt ein hochauflösendes Spektrometer bauen lassen, das dort am Keck Observatorium vor über 20 Jahren installiert wurde. Jetzt haben die Astronomen die Daten aus den ersten zwei Dekaden gesichert, angefangen sie auszuwerten - 61.000 Messungen von 1.600 Sternen - und dabei 100 mögliche Exoplaneten gefunden. Dabei nutzten die Forscher Schwankungen in der Radialgeschwindigkeit. Sterne und Planeten, die sich umkreisen, beeinflussen sich gegenseitig. Und dieses "Wackeln“ können die Astronomen messen.

Transiting Exoplanet Survey Satellite der NASA.
Bildrechte: NASA's Goddard Space Flight Center/Chris Meaney

Suche für alle           

Die Astronomen verwendeten für die Auswertung eine eigene Software, die sie zusammen mit den Daten als Open Source jedermann zur Verfügung stellen. Damit wollen sie die Suche nach Planeten "demokratisieren", wie es in ihrer Veröffentlichung heißt. Die Forscher glauben, dass wir bereits in nächster Zukunft noch viel mehr Planeten entdecken werden. Vor allem die geplante NASA-Mission TESS, die in diesem Jahr starten könnte, wäre in der Lage das zu erreichen. TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) ist ein Weltraumteleskop zur Erforschung von Exoplaneten. Es soll in zwei Jahren 200.000 Sterne untersuchen.

Über dieses Thema berichtet MDR aktuell im Radio | 14.02.2017 | 09:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2017, 11:14 Uhr