Sieben ähnlich große Planeten neben einer Sonne: Die künstlerische Darstellung zeigt, wie das TRAPPIST-1 Planetensystem basierend auf den verfügbaren Daten zu Durchmessern, Massen und Entfernungen der Planeten vom Wirtsstern aussehen könnte. Die sieben Planeten liegen in der sogenannten bewohnbaren Zone, in der theroretisch das Vorkommen von Wasser möglich ist.
Die künstlerische Darstellung zeigt, wie das TRAPPIST-1 Planetensystem basierend auf den verfügbaren Daten zu Durchmessern, Massen und Entfernungen der Planeten vom Wirtsstern aussehen könnte. Die sieben Planeten liegen in der sogenannten bewohnbaren Zone, in der theroretisch das Vorkommen von Wasser möglich ist. Bildrechte: NASA / JPL-Caltech

Bessere Lebensbedingungen als auf der Erde Schöner Leben auf Exoplaneten?

Sind wir allein im Universum? Diese Frage treibt auch viele Forscher um. Denn eigentlich stehen die Chancen gut: Es gibt jedenfalls Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems in der sogenannten bewohnbaren Zone ihres Sterns liegen. Eine neue Studie legt jetzt nahe, dass auf einigen dieser Exoplaneten sogar bessere Lebensbedingungen herrschen könnten als auf der Erde.

Sieben ähnlich große Planeten neben einer Sonne: Die künstlerische Darstellung zeigt, wie das TRAPPIST-1 Planetensystem basierend auf den verfügbaren Daten zu Durchmessern, Massen und Entfernungen der Planeten vom Wirtsstern aussehen könnte. Die sieben Planeten liegen in der sogenannten bewohnbaren Zone, in der theroretisch das Vorkommen von Wasser möglich ist.
Die künstlerische Darstellung zeigt, wie das TRAPPIST-1 Planetensystem basierend auf den verfügbaren Daten zu Durchmessern, Massen und Entfernungen der Planeten vom Wirtsstern aussehen könnte. Die sieben Planeten liegen in der sogenannten bewohnbaren Zone, in der theroretisch das Vorkommen von Wasser möglich ist. Bildrechte: NASA / JPL-Caltech

Umweltschützer sind sich einig: Es gibt keinen Planeten B. Oder vielleicht doch? Was wäre, wenn es Planeten im Universum gäbe, auf denen es sich sogar noch viel besser leben ließe als auf der Erde? Das könnte nämlich sehr wahrscheinlich der Fall sein, sagt Geochemikerin Stephanie Olson von der University of Chicago in einer neuen Studie, die im Rahmen der Geochemie-Konferenz Goldschmidt2019 diskutiert wurde. Sie stellte in ihrer Untersuchung fest, dass es es einige Exoplaneten mit besseren Lebensbedingungen als auf der Erde geben müsste. Auch für das Forschungsteam selbst ein überraschendes Ergebnis, sagte Olson.

Es hat sich gezeigt, dass die Bedingungen auf einigen Exoplaneten mit Ozeanen, die günstige Strömungsmuster aufweisen, besser für Leben geeignet wären - üppiger und aktiver sogar als das Leben auf der Erde.

PhD Stephanie Olson, University of Chicago

Mit Modellen zur Theorie

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Exoplaneten entdeckt worden. Einige von ihnen liegen in der sogenannten bewohnbaren, der habitablen Zone. Das bedeutet, dass sie genau so weit weg von dem Stern ihres Planetensystems sind, dass die Bedingungen für das Vorkommen von Wasser stimmen müssten. Und das wäre die Grundvoraussetzung für außerirdisches Leben, ist sich die Wissenschaft recht einig.

Doch die große Entfernung zu diesen Exoplaneten macht es uns mit dem derzeitigen Stand der Technik unmöglich, sie mit Raumsonden zu erreichen. Deshalb arbeiten Wissenschaftler mit Fernerkundungsgeräten wie Teleskopen, um herauszufinden, wie die Verhältnisse auf den Planeten sind. Damit aus diesen Beobachtungen Informationen über die Bedingungen, die vor Ort herrschen, gewonnen werden können, sind ausgeklügelte Modelle von Nöten. Die liefern dann Aussagen über das Klima und die Evolution des Planeten. So können Forscher erkennen, welche Planeten geeignet für die Entstehung von Leben wären.

Erdähnlicher Planet mit leuchtendem Stern dahinter 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein erdähnlicher Plant in nur elf Lichtjahren Entfernung. Wie könnte es im System Ross 128 aussehen? Die ESO stellt sich das so vor.

Mi 15.11.2017 13:54Uhr 00:31 min

https://www.mdr.de/wissen/faszination-technik/video-153622.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Computeranimation 1 min
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Astronomen haben in unserer Nachbarschaft einen neuen Exoplaneten entdeckt. Die Supererde umkreist Barnards Stern, der nur sechs Lichtjahre von uns entfernt liegt.

Mi 14.11.2018 16:47Uhr 00:43 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/neue-supererde-entdeckt100.html

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Geochemikerin Olson und ihr Team sind für ihre Untersuchung ganz ähnlich vorgegangen, um die Exoplaneten mit den besten Bedingungen für Leben zu finden. Sie modellierten die wahrscheinlichen Bedingungen auf verschiedenen Arten von Exoplaneten mithilfe der ROCKE-3D Software des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der US-Weltraumorganisation NASA. So konnten sie das Klima und den Lebensraum Ozean auf verschiedenen Planeten simulieren.

Gute Ozeane und noch bessere Ozeane

Unbekannter Planet im Weltraum
Wie wären denn die optimalen Bedingungen für Exoplaneten-Ozeane für Leben? Bildrechte: Colourbox.de

Aber was unterscheidet Exoplaneten mit besseren Lebensbedingungen von denen mit weniger günstigen? Zunächst fokussierte sich die NASA bei ihrer Suche nach Leben im Universum auf die Planeten in der sogenannten bewohnbaren Zone, auf denen potentiell Wasser vorkommen könnte. Aber das reicht nicht, erläutert Olson. Nicht alle Ozeane aus flüssigem Wasser seien gleich gut geeignet für die Entstehung von Leben: Einige Ozeane müssten aufgrund ihrer globalen Strömungsmuster bessere Lebensräume sein als andere, so Olson.

Das Leben in den Ozeanen auf der Erde ist abhängig von der Aufwärtsströmung, die Nährstoffe aus den dunklen Tiefen des Ozeans in die Teile bringt, die auch die Sonnenstrahlen erreichen und wo es Pflanzen für die Photosytnthese gibt.

PhD Stephanie Olson, University of Chicago

In ihrer Arbeit hat das Team um Olsen also auch auf den Exoplaneten nach den Ozeanen gesucht, in denen die besten Bedingungen für reichlich vorhandenes und aktives Leben herrschen: Je mehr Aufwärtsströmung desto mehr Nährstoffversorgung gibt es, was wiederum zu mehr biologischer Aktivität führt, so Olsen. "Das sind die Bedingungen, nach denen wir auf Exoplaneten Ausschau halten müssen."

Bessere Bedingungen als auf der Erde

In ihrer Untersuchung modellierten die Forscher dann eine ganze Reihe möglicher Exoplaneten und derfinierten Bedingungen, die die besten Chancen für blühende Biosphären bringen. Dazu haben sie neben den Strömungen der Ozeane noch andere Aspekte entdeckt: eine höhere atmosphärische Dichte, langsamere Rotation und das Vorhandensein von Kontinenten könnten ebenfalls für bessere Aufwärtsströmungen sorgen. Daraus folgerte das Team auch: Auf der Erde sind die Bedingungen für Leben überhaupt nicht ideal.

Die Erde könnte möglicherweise nicht optimal 'bewohnbar' sein. Leben auf einem anderen Planeten könnte Bedingungen genießen, die noch viel besser sind als bei uns.

PhD Stephanie Olson, University of Chicago

Weil wir technisch an unsere Grenzen kommen, dürfte es wohl so sein, dass es außerirdisches Leben mit ziemlicher Sicherheit viel häufiger ist, als wir es nachweisen können, ergänzt Olsen.

Der Exoplanet Trappist-1, 40 Lichtjahre von der Erde entfernte im Sternbild 	Wassermann
Gibt es Exoplaneten mit besseren Lebensbedingungen als auf der Erde? Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Das bedeute, dass wir uns bei der Suche nach Leben im Universum auf diejenigen potentiell bewohnbaren Planeten konzentrieren sollten, auf denen die Bedingungen für globale, große Biosphären am günstigsten sind. "Das sind die Planeten, auf denen Leben am einfachsten zu entdecken ist - und wenn wir keines entdecken, dann bedeutet das dort am meisten", ergänzte die Forscherin.

Doch es gibt noch einen Haken an der Sache: Bisher gibt es nämlich noch keine Teleskope, mit denen geeigenete Exoplaneten detektiert und an denen die Hypothese getestet werden könnte. Doch bestenfalls beeinflusse die Arbeit das Design neuer Teleskope, so Olsen weiter, damit zukünftige Technologien dazu geeignet sind, genau diese Bedingungen zu finden: "Jetzt wissen wir, wonach wir suchen müssen, also müsesn wir anfangen zu suchen."

Exoplaneten Der erste Exoplanet wurde 1992 entdeckt. Seitdem sind mehr als 4.000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt worden. Proxima Centauri b ist der Planet, der uns am nächsten ist - mit einer Entfernung von 4,25 Lichtjahren. Derzeit konzentriert sich ein Großteil der Suche nach Leben auf Exoplaneten auf jene in der bewohnbaren Zone. Das heißt, in der Entfernung von einem Stern, in der die Temperatur eines Planeten flüssige Wasser-Ozeane zulässt, die für die Entstehung von Leben von entscheidender Bedeutung sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 19. April 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 00:00 Uhr