Der Exoplanet Trappist-1, 40 Lichtjahre von der Erde entfernte im Sternbild 	Wassermann
Der Exoplanet Trappist-1, 40 Lichtjahre von der Erde entfernte im Sternbild Wassermann Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Exoplaneten Sieben neue Erden nur 40 Lichtjahre entfernt?

Wissenschaftler um den belgischen Astronomen Michael Gillon haben eine aufregende Entdeckung gemacht: Im Sternsystem Trappist-1, nur 40 Lichtjahre von der Sonne entfernt, stießen sie auf sieben erdähnliche Planeten. Auf drei von ihnen könnte flüssiges Wasser vorkomen und damit Leben möglich sein.

Der Exoplanet Trappist-1, 40 Lichtjahre von der Erde entfernte im Sternbild 	Wassermann
Der Exoplanet Trappist-1, 40 Lichtjahre von der Erde entfernte im Sternbild Wassermann Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Gibt es erdähnliche Planeten in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Sonnensystem? Am Dienstagabend mitteleuropäischer Zeit hat die amerikanische Weltraumagentur NASA eine kleine Sensation verkündet. Im Sternsystem Trappist-1, im galaktischen Maßstab gsehen einer unserer näheren Nachbarn, fanden nun insgesamt sieben Gesteinsplaneten, die in etwa die Größe der Erde haben.

Trappist-1 ist ein sogenannter Roter Zwerg. Der Stern ist der von der Erde entfernt im Sternbild Wassermann. Bereits vor einem Jahr hatten die Astronomen um Team um Michael Gillon von der Universität Liège in Belgien den Fund von drei Planeten in dem System mitgeteilt. Damals sagte er:

Planetensysteme um diese winzigen Sterne sind die einzigen Orte, an denen wir mit unserer heutigen Technologie Leben auf einem erdgroßen Exoplaneten entdecken könnten. Wenn wir also Leben irgendwo im Universum finden wollen, sollten wir genau dort anfangen zu schauen.

Der sehr kühle Zwergstern TRAPPIST-1 im Sternbild Wassermann
Der sehr kühle Zwergstern TRAPPIST-1 im Sternbild Wassermann Bildrechte: ESO

Nun haben sie mit Hilfe des Spitzer-Weltraumteleskops neue Details herausgefunden. Demnach gibt es insgesamt sieben erdähnliche Planeten, von denen drei ihren Stern in einer moderaten Temperaturzone umkreisen. Auf ihnen könnte Wasser flüssig sein, berichten die Forscher auch im Fachblatt "Nature". Sie könnten also Ozeane auf ihren Oberflächen besitzen, wenn sie eine erdähnliche Atmosphäre haben. Das wäre nach derzeitigem Kenntnisstand eine Grundvoraussetung für Leben. Hinweise, dass es auf einem der sechs Planeten tatsächlich Aliens gibt, liegen bislang aber nicht vor.

Trappist-1 ist deutlich kleiner als die Sonne und sehr kühl. Alle sieben Planeten umkreisen den Stern in einem engeren Orbit, als Merkur die Sonne. Dadurch stehen sie laut Nasa auch sehr nah beieinander. Vom Boden einer Welt könnte man am Himmel die Nachbarplaneten sehen und mitunter sogar Berge oder Wolken auf ihnen erkennen. Sie würden größer erscheinen, als der Mond am Erdhimmel.

Wirklich gemütlich sind die Planeten wahrscheinlich aber nicht. Ihre Eigendrehung ist an den Stern gekoppelt, wie der Mond an die Erde. Dadurch zeigen sie immer mit der gleichen Seite zum Licht, wodurch auf der einen Häfte ständiger Tag, auf der anderen ständige Nacht herrscht. Bezogen auf das Wetter könnte das zu ständigen Winden von der Tag in Richtung der Nachtseite führen, außerdem zu extremen Temperaturwechseln.

Ob die Planeten wirklich Wasser haben, wollen die Forscher mit dem neuen James-Webb-Weltraumteleskop herausfinden, das im kommenden Jahr starten.

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell Radio | 22.02.17 | 20:02 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2017, 21:00 Uhr