Starker Temperaturanstieg Was das Extremwetter für Pflanzen und Tiere bedeutet

Schneemassen, klirrende Kälte, Eisregen - und jetzt wird's schlagartig wieder warm, von minus 15 auf plus 15 Grad mancherorts in einer Woche. Das ist schon extrem - dieses Extremwetter. Während wir Menschen uns jetzt also auf Schmelzwassermassen einstellen, steht die Frage im Raum: Wie geht es anderen Erdenbewohnern mit solchen Wetterlagen? Wie kommen Tiere und Pflanzen damit zurecht?

Sonne lässt den Schnee auf einem Getreidefeld schmelzen 2 min
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Erst eiskalt, dann schlagartig wieder warm. So prognostiziert es Florian Rost vom MDR-Wetterstudio: "Das heißt, innerhalb von nicht mal einer Woche eine Temperaturdifferenz von über 30 Grad, das ist doch schon ziemlich ordentlich."

Keine größeren Probleme erwartet

"Ordentlich" oder eben Extremwetter, wie es gerade gerne genannt wird. Was uns Menschen dann aber eben wirklich extrem vorkommt, ist für andere Lebewesen überhaupt kein Problem. Wohlgemerkt diejenigen, die dem Wetter ja viel direkter ausgesetzt sind, wie Pflanzen zum Beispiel: "Bei diesem Temperaturanstieg, den wir jetzt vor uns haben, rechne ich nicht mit größeren Problemen. Ich wüsste nicht, warum", sagt Nicolaus von Wirén, Agrarbiologe vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, Sachsen-Anhalt.

Stoffwechsel fährt langsam hoch

Ein stark vereistes Thermometer zeigt minus 3 Grad an 3 min
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Ob minus 15 oder plus fünf Grad ist den Pflanzen ohnehin egal. Sie befinden sich da noch in einer Art Ruhephase, erklärt von Wirén: "Erst ab vier oder fünf Grad fangen die Pflanzen überhaupt erst wieder an, stoffwechselaktiv zu werden. Dann ist es eigentlich nur noch ein Schritt um zehn Grad und den halte ich im Moment für nicht so entscheidend. Plus 15 Grad ist ohnehin immer noch eine, sage ich mal, unterdurchschnittliche Wachstumstemperatur für die meisten Pflanzenarten bei uns."

Temperaturschwankungen seit Jahrmillionen

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Auch Tiere kommen mit dem rasanten Temperaturanstieg gut zurecht, prognostiziert Magnus Wessel, Naturschutz-Koordinator beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland: "Schwankungen in der Witterung betreffen Tiere ja schon seit Jahrmillionen. Das heißt, die sind evolutionär da meistens drauf angepasst."

Zwar räumt Wessel ein, dass auch einzelne Tiere sterben werden, wenn Temperaturen so schwanken, ein Massensterben sei das aber nicht. Für stabile Populationen seien die Temperaturschwankungen kein Problem: "Sie bekommen vor allem dann ein Problem, [...], wenn die Population zu klein ist. Bedrohte Arten haben es dann schwerer, wenn zusätzlich noch Witterungsschwankungen kommen."

Trockenheit und Hitze sind schlimmer

Diese bedrohten Arten leiden aber viel stärker unter ganz anderen Extremwetterlagen und mit ihnen der Großteil der Tier- und Pflanzenwelt: Trockenheit und schnelle Anstiege in die hohen Temperaturen, eben Hitzeperioden sind für Flora und Fauna extreme Belastungen. Das Wetter jetzt ist es wohl nur für uns.

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