Partielle Mondfinsternis über Erfurt
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Astronomie Die nächste Mondfinsternis kommt schon im Sommer

Vollmond, Blue Moon, Blutmond: Der Mond legte diese Woche einen großen Auftritt hin. Das nächste Mal werden wir das erst 2037 erleben. Die nächste Mondfinsternis aber gibt es schon im Sommer.

von Karsten Möbius

Partielle Mondfinsternis über Erfurt
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Zwei Vollmonde in einem Monat - für das, was wir im Januar erlebt haben, gibt es sogar einen Begriff: Blue Moon. Doch das hat nichts mit der Farbe Blau zu tun. Der Mond scheint wie immer und der Hintergrund für die irreführende Bezeichnung stammt aus der englischen Redewendung "once in a blue moon", übersetzt so viel wie "alle Jubeljahre". Alle Jubeljahre hat also ein Monat eben nicht nur einen Vollmond, sondern sogar zwei. Wie kommt das? Zum einen muss man wissen, dass eine Erdumrundung 29 Tage dauert, wie Ulf Peschel, Leiter der Sternwarte in Radebeul, ausführt:    

Und wenn der Monat 31 Tage hat, dann kann eben auch zweimal Vollmond sein in einem Monat.

Ulf Peschel

Haben wir in dieser Nacht auch einen "Supermond"?

Ein wirklicher Supermond steht am 31. Januar nicht ins Haus, denn "Supermond" bedeutet, dass ein Vollmond sich auf der erdnähesten Position befindet und das war schon am 2. Januar. Jetzt ist er rund 2.500 Kilometer weiter entfernt, also immer noch sehr nah und am Himmel ein Riesenmond.

schmatische Darstellung der elipsenförmigen UMlaufbahn des Mondes um die Erde mit Apogäum (Erdferne) und Perigäum (Erdnähe).
Bildrechte: NASA; Gerald, Perschke, Jens, Ernst, MDR

Was ist das eigentlich – ein "Supermond"?

Der Mond wird nicht zum Riesen. Der Unterschied zum kleinsten Mond, mit der größten Erdentfernung beträgt 14 Prozent. Das ist etwa der Größenunterschied von einer 1-Euro zu einer 2-Euro Münze. Was die Helligkeit betrifft, ist der Unterschied schon größer - etwa 30 Prozent. Erdnächster und erdfernster Punkt liegen etwa 50.000 Kilometer auseinander.

Ulf Peschel von der Sternwarte in Radebeul, erklärt im Gespräch mit MDR Wissen, woran es liegt, das uns der Mond bisweilen "größer als sonst" vorkommt : "Das liegt daran, dass, wenn der Mond sehr tief steht, wir Vergleichsmöglichkeiten haben. Das heißt da stehen Bäume, da gibt’s einen Kirchturm, oder einen Berg, da erscheint uns der Mond sehr viel größer im Vergleich zu den Gegenständen, die auf der Erde zu finden sind. Wenn der Mond dann wesentlich höher über dem Horizont steht, haben wir diese Anhaltspunkte nicht mehr. Da steht er doch ziemlich alleine an diesem weiten Himmel, da wird er uns wesentlich kleiner vorkommen." Uns fehlt jeder Hinweis auf die Tiefe des Raums und die Perspektive.

Blutmond – blutrot oder eher rostbraun?

Während einer totalen Mondfinsternis ist der Mond trotzdem zu sehen und zwar in einem rötlichen Farbton - daher der Name Blutmond, oder wie Ulf Peschel erklärt: "Das liegt daran, dass die Erde eine Atmosphäre besitzt und durch die Atmosphäre wird das Licht der Sonne noch gestreut. Und jetzt hängt das ein bisschen davon ab, wie viel Staubpartikel oder Wasserdampf in der Luft ist und dann wird das Licht eben leicht rötlich. Wobei ich sagen muss, dass diese Farbe weniger an Blut erinnert. Ich würde es eher so einen Rostmond nennen."

Blutmond über Deutschland
Blutmond am 18. 12.2017 in Deutschland Bildrechte: IMAGO

Wann sehen wir Blutmond, Bluemoon und Mondfinsternis das nächste Mal zusammen?

Dafür brauchen wir Geduld, denn diese Konstellation gibt es das nächste Mal erst wieder in knapp zwanzig Jahren: Am 31. Januar 2037. Zuletzt hatte es diese Kombination am 30. Dezember 1982 gegeben.
Bis zur nächsten Mondfinsternis müssen wir nicht so lange warten. Die gibt es bereits am 27. Juli 2018. Und dieses Mal ist sie auch bei uns perfekt zu sehen (wenn das Wetter mitspielt): Der Beginn der totalen Phase ist um 21.30 Uhr.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 31. Januar 2018 | 06:23 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2018, 10:25 Uhr