Die wichtigsten Fragen zum Thema Mobilität der Zukunft


Welchen Anteil hat Autofahren am Klimawandel?

Laut dem Umweltbundesamt verusachte Pkw-Verkehr 2016 rund 12,9 Prozent aller CO2-Emissionen Deutschlands. Bezieht man zudem auch den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Methan oder Distickstoffdioxid aus Landwirtschaft und Industrie in die Berechnung ein, dann haben Autos immer noch einen Anteil von 11,6 Prozent an den Klimaemissionen.


Elektro- oder Erdgasautos: Wer ist umweltfreundlicher als Benziner oder Diesel?

Schon bei der Herstellung eines Pkw werden oftmals giftige Stoffe und viel Energie eingesetzt. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) empfiehlt daher grundsätzlich, alte Fahrzeuge so lange wie möglich zu nutzen. Alte Dieselfahrzeuge ohne Rußpartikelfilter schädigen allerdings die Gesundheit der Mitmenschen und sollten daher ausgemustert werden. Bei älteren Fahrzeugen muss zudem irgendwann der Katalysator ausgetauscht werden, um die Abgasreinigung zu gewährleisten.

Der Automobilclub Deutschland (ADAC) hat eine umfangreiche Studie zur CO2-Bilanz verschiedener Fahrzeugklassen veröffentlicht. Dabei haben die  Autoren auch die Klimaemissionen berücksichtigt, die bei der Herstellung anfallen. Hier zeigt sich klar: Die Bilanz von Elektroautos ist insgesamt am besten, vorausgesetzt, sie werden mit Strom aus regenerativen Quellen wie Solarzellen, Windkraft oder Biomasse geladen. Zwar wird hier bei der Herstellung am meisten CO2 frei, das gleichen sie aber durch den geringen Ausstoß beim Fahren wieder aus.

Etwas schlechter sind Hybridfahrzeuge, die aber immer noch besser als reine Verbrenner abschneiden. Unter den reinen Verbrennungsmotoren wiederum haben Autos mit einem Erdgas-Antrieb die beste Bilanz.


Wann gibt es fliegende Autos?

Verschiedene Hersteller testen zur Zeit Fluggeräte, die oftmals eine Mischung aus Auto und Drohne sind. Unter den Pionieren sind namhafte deutsche Automobilmarken wie Daimler oder Porsche. Während einige Start-Ups erst in ein paar Jahren mit regelmäßigen Testflügen beginnen wollen, sind andere Unternehmen schon weiter. Dennoch haben alle ein Problem gemeinsam: Es gibt noch keine fertigen Regeln für den Verkehr im sogenannten bodennahen Luftraum. Auf Ebene der EU und anderer internationaler Organisationen gibt es aber erste Entwürfe. Wann man dann mit der privaten Personenflugdrohne abheben darf, ist aber noch unklar.


Kann man ohne Auto leben?

In den städtischen Zentren Mitteldeutschlands können immer mehr Menschen diese Frage mit "Ja" beantworten. Großsstädte wie Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg, und Erfurt haben einen gut ausgebauten öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV). Zudem kann man die meisten Distanzen auch bequem mit dem Fahrrad zurücklegen. Relativ junge Entwicklungen wie E-Bikes oder Pedelecs erleichtern das Radeln in hügeligen Städten wie Chemnitz oder Jena. Und braucht man dochmal ein Auto, gibt es inzwischen fast überall CarSharing-Unternehmen, die flexibel alle möglichen Typen vom Kleinwagen bis zum Transporter verleihen.

Schwieriger ist ein Autofreies Leben im ländlichen Raum. Hier sind die Wege weiter und das Nahverkehrsangebot oft nur mangelhaft. Eine Broschüre der Technischen Universität Berlin hat vor einigen Jahren die Hauptprobleme zusammengestellt, denen sich vor allem Familien ohne Auto auf dem Land gegenübersehen. Dort werden auch innovative Ansätze wie Rufbusse oder Sammeltaxis vorgestellt, die bislang aber oft nur Modellcharakter haben und die Ausnahme sind.


Wie gesund ist Radfahren?

Radfahren stärkt die Gesundheit auf vielfältige Weise. Erstens kräftigt die Fahrradfahrt schonend unsere Rückenmuskulatur. Weil das Rad unser Gewicht trägt, werden Wirbelsäule und Gelenke entlastet. Gleichmäßiges Treten kräftigt den unteren Rücken und löst dabei Verspannungen. Zudem wird das Herz trainiert: Das Schlagvolumen des Herzens vergrößert sich, die Herzfrequenz wird reduziert und das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen wird um bis zu 50 Prozent geringer. Außerdem baut man beim Radfahren Fettreserven und Stresshormone ab.

Wer einen acht Kilometer weiten Weg zur Arbeit hat und auf das Fahrrad umsteigt, der spürt bereits nach vier bis sechs Wochen einen deutlichen Gewinn an köperlicher Fitness, sagt der Hallenser Sportmediziner René Schwesig. Zunächst werde die Sauerstoffaufnahme verbessert, später verbesserten sich auch Kraft und Koordination. "Macht man dann einen Ausdauertest auf einem Trainingsfahrrad, ist die Herzfrequenz bei gleich hoher Belastung geringer und die Laktatwerte, also die Muskerlversauerung, ist geringer."


Macht Radfahren dicke Beine?

Um wirklich dicke Oberschenkel durch Muskelwachstum zu bekommen, muss man ein Kraft-/Ausdauertraining auf dem Rad absolvieren, sagt Sportmediziner René Schwesig vom Uniklinikum Halle. "Dazu müsste man sehr häufig einen hohen Gang einlegen und am Besten viel bergauf fahren." Wer dagegen vor allem in niedrigen Gängen mit schneller Frequenz trete, nehme nicht an Muskelvolumen zu.


Was sind Lastenräder?

Sogenannte Lastenräder werden inzwischen immer beliebter und von vielen Radfahrfans als echte Alternative zum Auto betrachtet. Ob mit einer Ladefläche für Einkäufe oder mit bis zu vier Sitzen für Kinder, ob als schlankes Zwei- oder stabilieres Dreirad - Lastenräder gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Funktionen. Ein Problem ist allerdings der oftmals hohe Preis, den ein Lastenrad kostet. Das macht solche Räder zur beliebten Beute für Fahrraddiebe. Einfach auf der Straße an einem festen Gegenstand anschließen reicht deshalb meist nicht. In den Keller oder in die eigene Wohnung tragen ist allerdings aufgrund des hohen Gewichts schwer. Deshalb helfen hier nur besonders leichte Konstruktionen.


Wie klimafreundlich sind die Bahn und ÖPNV?

Grundsätzlich hängt die Klimafreundlichkeit von Verkehrsmitteln von ihrer Auslastung ab. Eine Fahrt in einem vollbesetzten Pkw kann deutlich klimafreundlicher sein als die in einem halb vollen ICE. Insgesamt erreichen Züge aber oft eine bessere Auslastung als Pkw, besonders im Nahverkehr. Hinzu kommt, was alle Autofahrer wissen: Aufgrund häufiger Stopps und Beschleunigungen wird im Stadtverkehr mehr Energie verbraucht, als bei langen Fahren über Land. Vergleichende Daten zu unterschiedlichen Verkehrsmitteln in Deutschland und ihre Klimaemissionen stellt das Bundesumweltamt zur Verfügung.