Umweltverschmutzung Mit Satelliten gegen Plastik im Meer

Den ganzen Dreck im Blick - und das von ganz oben: Das ist Forschern mit der Analyse von Satellitenbildern gelungen. Sie hoffen, dass mit ihrer Entdeckung die Beseitigung des Mülls in den Ozeanen verbessert werden kann.

Plastebeutel unter Wasser
Bildrechte: IMAGO

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Plastik in der Meeren und Ozeanen unseres Planeten. Dort sind bereits knapp 90 Millionen Tonnen Plastik, schätzt die Umweltschutz-Organisation WWF. Um dieser massiven Bedrohung für Fische, Pflanzen und anderen Lebewesen Herr zu werden, gibt es verschiedene Ideen. Ein Problem bei allen: Der Dreck muss auch aufgespürt und erkannt werden.

Eine Computergrafik eines Satelliten
Die Forscher haben die Daten des Sentinel-2-Satelliten der ESA ausgewertet. Bildrechte: MDR/ ESA

Nun gibt es eine neue Möglichkeit, Ansammlungen von Plastik zu entdecken – per Satellit. Dabei geht es nicht nur um die riesigen Inseln von Müll, sondern um alles was größer als fünf Millimeter ist, schreiben die Forscher, die diese Methode entwickelt haben. Lauren Biermann und ihre Kollegen des englischen Plymouth Marine Laboratory können aus den Daten der Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) mit hoher Wahrscheinlichkeit unterscheiden, was ist Plastikmüll und was sind natürliche Bestandteile des Meeres, schreiben Sie in einem Artikel, der in Scientific Reports erscheint.

Dies gelingt den Wissenschaftlern anhand der Analyse spezifischen Eigenschaften, die das absorbierte und reflektierte Licht der Stoffe hat. So konnten die Forscher einen Algorithmus entwickeln, der nach einem Lernprozess natürliche Stoffe zu 86 Prozent von Plastikmüll unterscheiden konnte.

Die Autoren hoffen nun, dass mit Unterstützung durch Drohnen und hochauflösenden Satelliten die globale Überwachung von Plastikmüll im Meer verbessert und so die Beseitigung unterstützt werden kann.

(mpö)

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