Alexander Gerst schaut aus der Raumstation auf den blau leuchtenen Erdball.
Bildrechte: NASA

In 100 Tagen auf die ISS Countdown für Astro-Alex

In 100 Tagen wird Alexander Gerst zum zweiten Mal ins All fliegen. Bis dahin warten noch jede Menge Katastrophen auf ihn - beim Training im Sternenstädtchen Swjosdny Gorodok.

Alexander Gerst schaut aus der Raumstation auf den blau leuchtenen Erdball.
Bildrechte: NASA

Triebwerksausfall, kaputtes Funkgerät, defekte Treibstoffleitung – für Alexander Gerst ist das der Alltag im legendären Sternenstädtchen östlich von Moskau. "Heute hatten wir zwölf verschiedene Dinge, die kaputt gegangen sind", erzählt der Astronaut dem ARD-Reporter – und dabei lächelt er. In 100 Tagen wird Gerst zu seiner zweiten Mission auf die ISS fliegen. Dieses Mal wird er sogar für einige Monate der Kommandant der Internationalen Raumstation sein. Und obwohl er die Station schon kennt, lernt er alles noch einmal. Vor den Übungen in Russland trainierte er mit seinen Teamkollegen in Houston z.B., wie in den Segmenten der ISS Feuer bekämpft werden kann.

Jetzt übt er in der Sojuskapsel. "Da gibt es schon auch immer wieder Tage, wo man aus dem Trainer rauskommt, und man ist schweißnass gebadet", sagt Gerst. "Vor allem dann, wenn die Ventilation für den Raumanzug ausfällt, das gibt es auch. Dann sitzt man fast drei Stunden ohne Ventilation kurz vorm Überhitzen, und man verliert zwei Liter Wasser."

Kommandant Gerst - Begleiter CIMON

Nach derzeitiger Planung soll Alexander Gerst am 6. Juni 2018 zur ISS starten. Und dieses Mal wird die Crew noch einen nichtmenschlichen Begleiter haben. Sein Name: CIMON. Das steht für Crew Interactive Mobile CompanioN, also mobiler, interaktiver Crew-Begleiter. Das von Airbus Friedrichshafen und dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entwickelte Gerät ist eine künstliche Intelligenz, die mit den AstronautInnen interagieren und sie unterstützen soll. Seine Aufgaben: Fragen beantworten, Hintergrundinfos liefern, Videos und Tondateien abspielen, vor Gefahren warnen - und auch für Unterhaltung sorgen. Mit seinem Propellerantrieb kann er sich frei in der Raumstation bewegen

"Das ist ein Testbetrieb, also man darf sich das jetzt noch nicht so vorstellen, als ob er mir Kaffee bringt und Werkzeuge", so Raumfahrer Gerst in einem Interview mit der Helmholtz-Gesellschaft.

Aber das ist das Schöne daran, wenn man Technologien entwickelt, wir wollen herausfinden, wie man so ein Ding bauen muss, dass es einem wirklich was hilft.

Alexander Gerst

Nachfolgemodelle könnten dann vielleicht einen Arm erhalten, mit dem sie Werkzeuge bereithalten. Oder sie erkennen bereits am Gesichtsausdruck der AstronautInnen, in welcher Stimmung sie sind - und dann entsprechend reagieren.

Weltraumjahr 2018

Dieses Jahr wird aber nicht nur wegen Alexander Gerst ein spannendes Weltraumjahr. Die ESA wird einen Satelliten zum Merkur schicken. Im Oktober 2018 soll die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo zum innersten Planeten unseres Sonnensystems starten. Die NASA schickt mit der InSight Mission ein Landegerät auf den Mars, das noch tiefer als bisher in den Marsboden bohren wird.

Ein deutsches Startup möchte dagegen ein ganz anderes Problem im Weltall angehen: Wie kriegt man frische Brötchen in die Raumstation? "Bake in Space" heißt die Firma, die in einem ersten Schritt Aufbackbrötchen für die ISS liefern will - inklusive Ofen.  

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 26. Februar 2018 | 06:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2018, 14:30 Uhr