Erfolgreicher Start China: erste Astronauten unterwegs zur eigenen Raumstation

China zum ersten Mal Astronauten auf seine neue Raumstation geschickt. Am Morgen des 17. Juni starteten die drei Astronauten. Sie sollen drei Monate im All bleiben. Noch in diesem Jahr sind zwei weitere Flüge geplant.

Die chinesischen Astronauten Tang Hongbo (l-r), Nie Haisheng und Liu Boming winken, während sie sich auf den Start im Jiuquan Satellite Launch Center in Jiuquan im Nordwesten Chinas vorbereiten.
Tang Hongbo, Nie Haisheng und Liu Boming, Astronauten aus China, winken vor dem Start. Bildrechte: dpa

China macht mächtig Druck im All. Nach dem der erste Rover auf der Rückseite des Mondes, folgte der erste chinesische Rover auf dem Mars. Jetzt richtet sich der Blick wieder auf die Erde. In deren Umlaufbahn entsteht gerade Chinas eigene Raumstation. Das erste Modul der "Tiangong" (Himmelspalast), das bis Ende 2022 fertig sein soll, war Anfang Mai ins All geschickt worden. Ende Mai folgte ein weiterer Frachtflug mit Material und Treibstoff.

Drei Monate Aufenthalt im All

Am Donnerstagmorgen (17. Juni) ist nun erstmals ein Raumschiff mit drei Astronauten zu der im Bau befindlichen Raumstation geflogen. Der Start wurde live im chinesischen Staatsfernsehen übertragen. Die drei chinesischen Astronauten Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo klappten 15 Minuten nach dem Start die Helmvisiere hoch und winkten in die Kameras. Zu der Zeit klappten bereits die Sonnensegel des Raumschiffes aus. Geplant ist, dass sie drei Monate an Bord des Kernmoduls der neuen Station bleiben. Sie sollen Arbeiten an der Station ausführen, wichtige Funktionen des Kernmoduls testen und zudem wissenschaftliche Experimente machen. Allein in diesem Jahr wird es noch zwei weitere Flüge geben. Im September soll ein nächster Versorgungsflug starten. Im Oktober werden drei weitere Astronauten folgen.

Eine Langer-Marsch-2F-Y12-Rakete mit einer Crew chinesischer Astronauten in einem Shenzhou-12-Raumschiff hebt im Jiuquan Satellite Launch Center in Jiuquan im Nordwesten Chinas ab.
Die Rakete Langer-Marsch-2F-Y12 mit der Crew der chinesischen Astronauten in einem Shenzhou-12-Raumschiff hebt im Jiuquan Satellite Launch Center in Jiuquan im Nordwesten Chinas ab.  Bildrechte: dpa

Um die Raumstation fertigzubauen, werden noch zwei jeweils gut zwanzig Tonnen schwere Labormodule ins All gebracht. Im nächsten Jahr sind zwei weitere Frachtflüge sowie zwei bemannte Missionen geplant. Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren wie geplant ihren Dienst einstellen wird, wäre China das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt.

Modell der chinesischen Raumstation
Ein Modell der chinesischen Raumstation. Sie könnte einmal halb so groß wie die heutige ISS werden. Bildrechte: IMAGO / VCG

dpa/gp

3 Kommentare

Harka2 vor 5 Wochen

Und noch was: Der Aufmacher ist falsch. Dies sind keineswegs die ersten chinesischen Raumfahrer. Die haben schon einige hoch geschickt. Dies ist auch bereits die zweite chinesische Raumstation.

Harka2 vor 5 Wochen

Die ersten, die ins All flogen, waren Kosmonauten. Weil die USA nicht wollte, dass die UdSSR hier Fachbegriffe definierte, nannten sie ihre Raumfahrer Astronauten. China wiederum hat keine Lust seine Raumfahrer eine US-Wortschöpfung zu geben und nennt sie deshalb Taikonauten. Wenn demnächst die Inder Menschen ins All schicken, sind das Vyomanauten.
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So viel Recherche und Respekt sollte schon sein. Abgesehen davon wären das sowieso eher Kosmonauten, da die Chinesen russische Technik (bzw. deren Weiterentwicklung) und russische Raumanzüge einsetzen.

MDR-Team vor 5 Wochen

@Harka2,
korrekt. Darum steht im Teaser auch: China hat zum ersten Mal Astronauten auf seine NEUE Raumstation geschickt.