ASTRONOMIE UND RAUMFAHRT IM ÜBERBLICK: JUNI Halbschatten-Mondfinsternis, langer Sonnenschein und Feuerkranz-Sonnenfinsternis

Der Juni ist angebrochen und die warmen Sommertage werden häufiger. Nicht nur die Grillzangen sind in diesem Monat spannend. Auch astronomisch darf man sich auf einige Ereignisse freuen: Halbschatten-Mondfinsternis, fast 17 Stunden Sonnenschein an einem einzigen Tag und eine Feuerkranz-Sonnenfinsternis.

Während einer Sommersonnenwende im Dorf Okunevo versammeln sich die Menschen um ein Lagerfeuer.
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Der Mond liefert den astronomischen Auftakt. Am 5. Juni wird ein runder Vollmond am Firmament stehen. Doch das ist nicht alles: Eine Halbschatten-Mondfinsternis wird über Deutschland zu sehen sein. Auch unsere Nachbarn, die Österreicher und Schweizer, dürfen sich an diesem Spektakel erfreuen. Anders als über großen Teilen Afrikas und Asiens wird der Mond nicht ganz in den Erdschatten eintreten. Deswegen wird sich über Mitteldeutschland nur ein grauer Schleier teilweise über den Erdtrabant legen. Mit dem bloßen Auge ist dieses Phänomen nur bedingt sichtbar. Wirklich deutlich wird diese Abschattung nur auf Fotografien.

Aufgehen wird der Mond in dieser Nacht um 21:20 Uhr am südöstlichem Horizont. Die Sonne wird kurz darauf untergehen und der Abend wird eingeläutet. Während der Vollmond in südliche Richtung wandert, werden Jupiter und Saturn kurz nach Mitternacht im Südosten aufgehen. Der Mars wird um zwei Uhr am Osthorizont erscheinen. Zusammen werden sie durch die Nacht wandern. Doch bereits um 04:56 Uhr wird die Sonne aufgehen. Dann ist nur noch der Mond gut zu erkennen – bis er sich eine Stunde später ebenfalls verabschieden wird.

Mondfinsternis 1 min
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Immer wenn Vollmond ist, steht der Mond von der Erde aus gesehen hinter der Sonne. Trotzdem ist nicht alle vier Wochen Mondfinsternis. Warum?

Fr 28.06.2019 10:05Uhr 01:24 min

https://www.mdr.de/wissen/astrokalender/wann-ist-mondfinsternis-100.html

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Die Planeten am Nachthimmel

Die Venus sucht man zu Monatsbeginn vergebens am Himmel. Bereits am 28. Mai hatte der Planet sein Abschiedskonzert als Abendstern gegeben. Am Himmel wird er Mitte Juni wieder erscheinen – diesmal als Morgenstern am Firmament.

In den Nächten des 8. und 9. Juni bildet der Mond zusammen mit Saturn und Jupiter ein Dreigestirn. Am 8. Juni werden die beiden Planeten dem Erdtrabanten kurz nach Mitternacht hinterherschleichen. In der folgenden Nacht werden alle drei nah beieinander stehen. Gegen Mitternacht werden zunächst Jupiter und Saturn im Südosten erscheinen. Mittig unter ihnen wird sich der Mond gegen 00:45 Uhr dazu gesellen. Zusammen wandern die drei Himmelskörper dann gen Süden. Noch vor Sonnenaufgang um 04:55 Uhr werden die Planeten verblassen und nur noch der Mond wird leuchtend am morgendlichen Himmel zu sehen sein.

Die wichtigsten Planeten 2020

Computergrafik des Planeten Merkur
Der Merkur ist der sonnennächste Planet in unserem Sonnensystem. Bildrechte: imago/Science Photo Library
Computergrafik des Planeten Merkur
Der Merkur ist der sonnennächste Planet in unserem Sonnensystem. Bildrechte: imago/Science Photo Library
Planet Venus als Computergrafik mit NASA-Texturen
An zweiter Stelle befindet sich Venus. Bildrechte: imago/blickwinkel
Der Planet Mars, 3D Berechnung der NASA
Der erste äußere Planet und somit vierter Planet unseres Sonnensystems ist der Mars. Bildrechte: Imago-Stock
Der Große Rote Fleck auf dem Jupiter im Größenverhältnis zur Erde.
Als erster großer Gasriese taucht Jupiter auf. Dieser Gigant steht an fünfter Stelle unseres Sonnensystems. Im Vergleich dazu wirkt die Erde winzíg. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Christopher Go
Eine der letzten Saturnaufnahmen der Raumsonde Cassini, bevor sie in durch die Ringe des Planeten gestürzt ist.
Besonders durch seine Ringe verzaubert die Nummer Sechs in unserem Sonnensystem: Der Saturn. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute
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Wenige Tage zuvor kann man einen weiteren Planeten am Nachthimmel beobachten. Wenn Anfang Juni die Sonne untergeht, wird sich Merkur am nordwestlichen Nachthimmel zu erkennen geben und sich ebenfalls Richtung Horizont bewegen. Doch nicht für lange: Bereits ab dem 10. Juni wird man den Planeten vor 23 Uhr nicht mehr erkennen können.

Ein ständiger Begleiter am Firmament wird der Mars sein. Anfang Juni wird er ab zwei Uhr nachts am Osthorizont erscheinen. Gegen Ende des Monats wird er sich bereits vor ein Uhr nachts zu erkennen geben. Bis kurz vor Sonnenaufgang kann man ihn nach Süden ziehend beobachten.

Längster Tag, kürzeste Nacht

Sonne
Im Juni wird es den längsten Tag und die kürzeste Nacht geben: am 20. Juni ist Sommersonnenwende. Bildrechte: Colourbox.de

16 Stunden und 37 Minuten Sonnenschein, das ist fein. Darauf darf man sich am 20. Juni freuen. An diesem Tag ist Sommersonnenwende. Das heißt: der Tag mit der kürzesten Nacht und dem längsten Sonnenschein. Die Sonne wird an diesem Morgen um 4.54 Uhr am östlichen Horizont erscheinen. Gegen 14 Uhr mittags wird sie hoch oben am südlichen Firmament stehen und weiter gen Westen wandern. Mond und Venus werden vor ihr untergehen – auch wenn man sie wohl kaum erkennen wird. Um 21.30 Uhr wird die Sonne untergehen.

Der astronomische Sommer beginnt um 23.44 Uhr. Trotz Sommerbeginn heißt es nun aber Abschied von den länger werdenden Tagen zu nehmen. Nach der Sommersonnenwende werden die Tage nämlich wieder kürzer und die Nächte länger. Dies geschieht aber nur in kleinen Schritten. Die langen lauwarmen Sommernächte bleiben uns also noch etwas erhalten.

Eine Finsternis, die wir nicht sehen

Ein Spektakel, das die Menschen schon seit Anbeginn der Zeit in ihren Bann zieht, ist eine Sonnenfinsternis. Auch im Juni erwartet uns ein solchen Phänomen. In Europa sollte man am 21. Juni jedoch nicht darauf hoffen sie zu erblicken. Die Feuerkranz-Sonnenfinsternis ist nämlich nur von Afrika bis China zu beobachten.

Ringförmige Sonnenfinsternis über Südamerika.
Ringförmige Sonnenfinsternis über Südamerika. Bildrechte: imago/Agencia EFE

Ein weiteres Ereignis für Astro-Fans ist der Asteroid Day. Der Asteroiden-Tag findet am 30. Juni statt und steht ganz im Zeichen der stellaren Gesteinsbrocken. Es soll über mögliche Risiken und Abwehrmöglichkeiten aufklären. Das Sonnenberg Astronomiemuseum in Thüringen hat eine Sondervorstellung an diesem Tag – vorausgesetzt, Corona verhindert es nicht.

Die Raumfahrt ist im Juni eher ruhig. Doch dafür darf man sich bereits jetzt auf Juli freuen – dann wird es nämlich einige Missionen geben, die wir in unserem Weltraumkalender für Sie zusammengestellt haben.

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