Das von der Raumsonde Cassini aufgenommene Handout-Foto der Nasa zeigt den rotierenden Wirbel des Saturn-Nordpolarsturms, der einer gigantischen tiefroten Rose entspricht, die in diesem Falschfarbenbildvon grünem Laub umgeben ist. Messungen haben das Auge auf einen Durchmesser von 2.000 Kilometern bestimmt mit Wolkengeschwindigkeiten von rund 540 Kilometern pro Stunde. Bei der Aufnahme wurde eine Kombination von Spektralfiltern verwendet, die für Wellenlängen im Nah-Infrarot-Bereich empfindlich waren. 20 Jahre nach dem Start von «Cassini» steht jetzt das große Finale bevor: 22 mal soll die Nasa-Raumsonde zwischen dem Saturn und seinen Ringen durchfliegen, bevor sie sich in den Planeten stürz
Das von der Raumsonde Cassini aufgenommene Foto der Nasa zeigt den rotierenden Wirbel des Saturn-Nordpolarsturms. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/dpa

NASA Raumsonde Cassini vor dem Ende Mit Karacho in den Saturn

Am Ende ihrer 20-jährigen Reise wird die NASA-Raumsonde Cassini am 15. September als Sternschnuppe über dem Saturn enden. Aber vorher taucht sie noch kamikazehaft durch die Ringe des Planeten. Heute geht's los.

Das von der Raumsonde Cassini aufgenommene Handout-Foto der Nasa zeigt den rotierenden Wirbel des Saturn-Nordpolarsturms, der einer gigantischen tiefroten Rose entspricht, die in diesem Falschfarbenbildvon grünem Laub umgeben ist. Messungen haben das Auge auf einen Durchmesser von 2.000 Kilometern bestimmt mit Wolkengeschwindigkeiten von rund 540 Kilometern pro Stunde. Bei der Aufnahme wurde eine Kombination von Spektralfiltern verwendet, die für Wellenlängen im Nah-Infrarot-Bereich empfindlich waren. 20 Jahre nach dem Start von «Cassini» steht jetzt das große Finale bevor: 22 mal soll die Nasa-Raumsonde zwischen dem Saturn und seinen Ringen durchfliegen, bevor sie sich in den Planeten stürz
Das von der Raumsonde Cassini aufgenommene Foto der Nasa zeigt den rotierenden Wirbel des Saturn-Nordpolarsturms. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/dpa

Nachdem Cassini 1997 die Erde verlassen hat, machte sie sich auf eine lange Reise zum spetakulärsten Planeten unseres Sonnensystems, dem Saturn. Sieben Jahre hat das gedauert. Dann begann die Arbeit. Cassini hat in den letzten 13 Jahren unsere Vorstellung vom Saturn und seinen Monden verändert. Die Raumsonde konnte zum Beispiel einen Ozean auf dem Mond Enceladus ausmachen - nicht auszuschließen, dass sich dort Leben tummelt. Und auf dem Mond Titan gibt es Methanseen. Was auch immer das bedeutet. Natürlich hat Cassini auch Fotos gemacht. Seitdem wissen wir, dass auch andere Planeten schöne Monde haben.

22 Tauchzüge bis zum Tod

Und nun geht es zu Ende. Denn Cassini hat nur noch wenig Treibstoff für seine Antriebsraketen, mit deren Hilfe die Wissenschaftler der Sonde ihre Richtung weisen. Um nicht zu riskieren, dass sie irgendwann orientierungslos mit einem der Monde kollidiert, hat sich die NASA einen ganz speziellen Tod für Cassini ausgedacht. Die Raumsonde soll mit ihren Kameras, Detektoren und Messinstrumenten zunächst mitten durch das Ringsystem fliegen und den Eispartikeln ihre letzten Geheimnisse entreißen. Der Plan ist, dass Cassini in den nächsten Wochen viermal diese Flugattacken macht und fünfmal die obere Atmosphäre passiert. Am 26. April 2017 um 11 Uhr beginnt der erste Kamikazeflug. Sportliche 123000 Stundenkilometer ist Cassini dabei schnell.
Das alles könnte natürlich auch schief gehen, da noch niemals eine Sonde den Flug durch die Ringe gewagt hat. Aber wir sollten die Daumen drücken, das Big Old Cassi die Flüge überlebt, denn laut Plan soll der Tod eigentlich schöner werden. Und erkenntnisreicher.

Das große Finale in den Zahlen der NASA
Das große Finale in den Zahlen der NASA Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Zum Schluss ein Wetterbericht und eine Fotostory

Die Illustration zeigt Cassini über der nördlichen hemisphäre des Saturn
Die Illustration zeigt Cassini über der nördlichen Hemisphäre des Saturn Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Am 15. September hat Cassini ein Blind Date mit dem Saturn, dass die Sonde nicht überleben wird. Sie wird in die Atmosphäre des Planeten stürzen, das Magnetfeld und die Schwerkraft untersuchen und Daten sammeln, die den Wissenschaftlern ein besseres Verständnis vom inneren Aufbau des Saturns geben sollen. Aber für die interessierten Beobachter wird das Beste sein, dass Cassini Fotos macht bis die Linsen schmelzen. Am 15. September bekommen wir vermutlich den ersten detaillierten Wetterbericht vom Saturn samt Bildergalerie.

Für Cassini wird es dann Zeit zu gehen. Sie verabschiedet sich als Sternschnuppe vom Leben als Raumsonde und leuchtet für die nicht vorhandenen Saturnbewohner einen schönen Streifen an den Himmel. Well done Cassi!

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL: im Radio | 26.04.2017 | 05:01 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2017, 11:28 Uhr