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So soll das das Landemodul von Chang'e-4 aussehen. Bildrechte: IMAGO

Start am 8. Dezember 2018China schickt einen Rover auf die dunkle Seite des Mondes

Stand: 30. November 2018, 12:51 Uhr

Was ist auf der dunklen Seite des Mondes? Bisher kennen wir nur Bilder. China will das jetzt ändern und schickt noch in diesem Jahr - am 8.12.2018 - einen Rover, der die dunkle Seite vor Ort erkunden soll – im größten Mondkrater.

Der Weltraum, unendliche Weiten… wir alle kennen den Beginn von Star Trek. Und immer geht es darum, Orte zu erforschen, an denen noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Einer dieser Orte ist viel näher als wir denken: Die dunkle Seite des Mondes. Wir haben Satelliten in der Umlaufbahn des Mondes und die NASA-Apollo-Missionen und danach der russische Mondrover Lunochod haben den sichtbaren Teil schon vor fast 50 Jahren direkt erkundet. Von der dunklen Seite aber haben wir bisher nur Bilder.

Bildrechte: imago/Xinhua

Landung am Mond-Südpol

Das möchte China jetzt ändern. Am 8. Dezember 2018 soll die chinesische Mndmission starten. Das berichtet das Science-Magazin. Bereits Ende Oktober 2018 wurde in Peking das Design des Landers und des Rovers vorgestellt. Chang’e-4 – benannt nach der chinesischen Mondgöttin - wird im Bereich des Mondsüdpols im Aitken-Becken landen.

Dort befindet sich der größte bekannte Einschlagkrater, den Astronomen wegen seiner besonderen Oberfläche bereits seit längerem beobachten.

Jade-Hase war schon da

NASA Astronomen haben auf dem Foto besondere Falten in der Oberfläche des Aitken-Kraters am Mondsüdpol markiert. Bildrechte: NASA/GSFC/Arizona State University

Chang’e-4 ist der zweite Rover, den China ins All bringt. Bereits 2013 wurde Yutu (Jade-Hase) auf dem Mond abgesetzt und hat 31 Monate Daten gesendet. Für die Kommunikation mit seinem Nachfolger hat die Chinesische Raumfahrtbehörde im Mai einen Satelliten hinter den Mond geschickt. Er wurde zusammen mit holländischen Wissenschaftlern entwickelt und trägt den Namen Quequiao (Brücke der Elstern). Im All wird er als Relais-Station dienen, um den Kontakt zwischen Chang'e-4 und der Bodenstation in China zu halten. Er kann jedoch auf seiner erdfernen Position auch ungestört Signale aus dem All empfangen.

Weltraumforscher auf der ganzen Welt schauen mit Spannung auf das Projekt. Sie erhoffen sich neue Einblicke in die Zusammensetzung und Entstehung des Mondes. "Chang’e-4 ist eine historsiche Mission", so bringt es Bernard Foing, Direktor der internationalen Arbeitsgruppe für Lunar Exploration der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), auf den Punkt.

Die dunkle Seite des MondesAuch wenn Pink Floyd ihr ein ganzes Album gewidmet haben. Die dunkle Seite des Mondes gibt es nur in unserer Wahrnehmung. Das liegt an der "gebundenen Rotation“, also der Tatsache, dass wir immer die gleiche Seite des Mondes sehen. Die "dunkle Seite“ ist also die erdabgewandte. Die ersten Fotos davon machte die sowjetische Sonde Lunik 3 am 7. Oktober 1959.

Dieses Thema im Programm:MDR Fernsehen | LexiTV | 01. November 2017 | 15:00 Uhr