Erfolgreicher Start SpaceX Crew Dragon: Die USA fliegen wieder Astronauten ins All

30. Mai 2020 – das Datum werden sich US-Astrofreaks oder Fans von Elon Musk vielleicht tätowieren lassen. Denn es ist der Beginn der kommerziellen bemannten Raumfahrt. Das Raumschiff SpaceX Crew Dragon ist erfolgreich gestartet.

Eine Rakete startet
Bildrechte: NASA

Um 21:22 Uhr MESZ hat die Falcon 9 wie geplant den Erdboden verlassen. An ihrer Spitze das Raumschiff Crew Dragon. Für die USA ist es die Rückkehr ins All von eigenem Boden, mit eigenen Astronauten, eigenen Raketen und eigenem Raumschiff - zum ersten Mal komplett privat gebaut.

Historischer Ort, historischer Moment

Launch Complex 39A in Florida, wo die Rakete abhob, ist ein historischer Startplatz. Denn er wurde errichtet für das Apollo-Programm und später umgebaut für die Space Shuttles der NASA. Am 30. Mai 2020 um 15:22 Uhr Ortszeit startete von hier die Falcon 9-Rakete mit dem Raumschiff Crew Dragon (Crew=Mannschaft, Dragon=Drachen) zum ersten kommerziellen bemannten Testflug. Elon Musks Firma SpaceX hat damit das Rennen gegen die Konkurrenz von Boeing zumindest vorerst gewonnen.

Astronauten der Crew Dragon
Bob Behnken (l.) und Doug Hurley, die Besatzung der Crew Dragon. Bildrechte: NASA

Dritter Weltalleinsatz für die Astronauten

An Bord sind die NASA-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley. Für beide bereits der dritte Start von Launch Complex 39A. Denn jeder von ihnen hat bereits zwei Einsätze im Space Shuttle hinter sich. Für Hurley ist es aber ein ganz besonderes Ereignis. Denn er war 2011 beim letzten Shuttle-Flug als Pilot mit an Bord.

Der geglückte Start am 30. Mai 2020 bedeutet für die USA das Ende einer schmachvollen Zeit. "History is made", twitterte die NASA direkt nach dem Start. Nachdem am 8. Juli 2011 das Space Shuttles Atlantis beim 135. und letzten Start eines Raumgleiters mit Astronauten an Bord ins All abhob, war vorerst Schluss mit bemannter Raumfahrt Made in USA. Zu viele Tote, zu hohe Kosten beendeten das Shuttle-Programm. Jetzt, fast neun Jahre später, sind US-amerikanische Astronauten erstmals wieder mit einem eigenen Raumschiff von den USA aus ins All gestartet.

Erster Test März 2019

Raumschiff SpaceX Crew Dragon mit sichtbaren Andockmechanismus
Am 3. März 2019 dockte das Raumschiff Crew Dragon zum ersten Mal an die ISS an. Bildrechte: NASA

Am 2. März 2019 war das Raumschiff zu seinem ersten unbemannten Test gestartet. Die damalige Besatzung der ISS, David Saint-Jacques, Alexei Owtschinin und Anne McClain, waren am 3. März die ersten Astronauten, die die Crew Dragon im All betraten. Der Termin für den bemannten Testflug war danach mehrfach verschoben worden. Nun hat es geklappt. Ein gelungener Start und bereits neun Minuten später landete die erste Brennstufe der Falcon 9, die wiederverwertet wird. Am Sonntag (31.05.2020) dockte das Raumschiff erfolgreich an die Internationale Raumstation an.

Behnken und Hurley sind jetzt Teil der Langzeitbesatzung der ISS bei der Mission #63. Die Dauer des Aufenthaltes und dementsprechend den Tag der Landung hat die NASA noch nicht festgelegt. Kommt Crew Dragon erfolgreich und sicher zurück, soll noch in diesem Jahr ein weiterer Start folgen, dann mit vier Astronauten an Bord. Die Raumkapsel von Elon Musks Firma SpaceX ist für bis zu sieben Menschen ausgelegt. Für Musk und seine Firma ist die Crew Dragon ein wichtiges Etappenziel – auf dem Weg zum Mond und zum  Mars.

gp

1 Kommentar

part vor 20 Wochen

Für einen Staat, der lieber dem Wettrüsten fröhnt, ist die Erforschung des Weltraums eher Nebensache, besonders als staatliche Aufgabe und Investition, schließlich stehen mehrere Billionen von US- Dollar auf der Soll- Seite staatlicher Verbindlichkeiten. Elon Musk hat kühne Ideen, aber er wäre nicht in seiner heutigen Position, würde e nicht kühne Ideen mit Gewinnmodellen verknüpfen. Eines davon ist die weiter Vermüllung des Orbits um die technologische Vernetzung auf der Erde weiter voran zu treiben. Ob die Mehrzahl der Erdenbewohner diese Auslagerung von Staatsinteressen und Subventionen an einen privaten Investor förderlich findet, sei dahin gestellt. Das Märchen von der Kolonisationierung des Mars, kann dagegen gern in den Vordergrund gerückt werden.