Innovation Made in Germany Corona, CT oder Löwenzahn: Wer bekommt den Deutschen Zukunftspreis 2021?

Er ist einer der renommiertesten und hochdotiertesten Innovations-Preise der Bundesrepublik: der Deutsche Zukunftspreis. Heute wurden die Nominierten für das Jahr 2021 bekanntgegeben. Drei Forschungs- und Entwicklungsteams können sich Hoffnungen auf Ruhm, Ehre und 250.000 Euro machen. Es geht um Corona, Computertomographie und Kautschuk-Ersatz aus Löwenzahn.

Ene Frau auf einer Bühne
Der Deutsche Zukunftspreis 2021: Im Ehrensaal des Deutschen Museums in München stellen die Sprecher der nominierten Teams (hier Dr. Carla Recker für das Löwenzahn-Team) ihre Innovationen vor. Bildrechte: Deutscher Zukunftspreis

"Der Deutsche Zukunftspreis weckt Begeisterung für Wissenschaft und Technik, und er lässt Innovationen greifbar werden. Ich wünsche mir, dass er in diesem besonderen Jahr dazu beiträgt, den Willen zum Umsteuern in unserer Gesellschaft lebendig zu halten." So beschreibt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem aktuellen Geleitwort den Deutschen Zukunftspreis. Schon die kurze Nominierungsliste (zum Start 1997 waren es vier, seit 2008 drei Kandidaten) zeigt, dass es um wenige, herausragende Ideen geht.

Drei Nominierte für 2021

Für das Jahr 2021 hat sich die zehnköpfige Jury des Preises für diese drei Nominierten entschieden.

Quantenzählende Computertomographen

Diese Entwicklung von Ingenieuren von Siemens Healthineers Forchheim soll den Blick in den menschlichen Körper verbessern, mit neuen Detektoren und weniger Strahlung deutlich bessere Diagnosen ermöglichen. Nominiert sind Thomas Flohr, Björn Kreisler und Stefan Ulzheimer, "stellvertretend für hunderte Ingenieure", wie Professor Thomas Flohr bei der Vorstellung des Projektes erklärte.

Nachhaltige Reifen aus Löwenzahn

Kautschuk kann nur in den Tropen angebaut werden und wird in über 40.000 Produkten weltweit eingesetzt, vor allem in Reifen. Durch die Innovation von Naturkautschuk soll der bisher verwendete Rohstoff durch russischen Löwenzahn ersetzt werden. Der kann in fast allen gemäßigten Klimazonen genutzt werden, wie das Continental Forschungszentrum in Anklam zeigt. Nominiert ist ein Team der Continental AG, des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (Schmallenberg) und der Universität Münster um Carla Recker, Dirk Prüfer und Christian Schulze Gronover.

mRNA-Impfstoffe für die Menschheit

Die dritte Nominierung ist vermutlich die am wenigsten überraschende. Sie geht an das Team um Uğur Şahin, Özlem Türeci, Christoph Huber und Katalin Karikó. Die Forschenden von Biontech haben den ersten Covid-19-Impfstoff entwickelt und damit eine neue Ära in der Medizin eingeläutet.

Mehr zu den Nominierten erfahren Sie am 15. September in der Reihe "Wissenschaft für jedermann", die ab 18.00 Uhr per Livestream auf der Seite des Zukunftspreises oder des Deutschen Museums übertragen wird. Im Museums-Standort München werden bereits seit 2006 die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger des Zukunftspreises dauerhaft ausgestellt.

 

Ausstellung Deutscher Zukunftspreis
Die Dauer-Ausstellung im Deutschen Museum München zeigt alle Preisträger des Deutschen Zukunftspreises. Dr. Stephanie Mittermaier vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung gewann 2014 mit einem Team den Deutschen Zukunftspreis für ihre Forschung und Entwicklung zu Lupinen in der Ernährung. Bildrechte: Deutscher Zukunftspreis/Ansgar Pudenz

Am 17. November tagt die Jury ein letztes Mal. Bereits am gleichen Abend wird dann der Preis durch den Bundespräsidenten übergeben.

Bereits 5 Preise gingen nach Mitteldeutschland

Der seit 1997 vergebene Deutsche Zukunftspreis ist eng mit Mitteldeutschland verbunden. So kam der erste Preisträger aus Gera: Christhard Deter, der mit seiner Firma LDT eine damals völlig neue und variable Laser- Großbildprojektion entwickelt hatte. 2007 gewannen Jenaer Forscher (Osram Opta und Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF) den Preis für die LED der neusten Generation, die heute zum Beispiel in vielen Autoscheinwerfern verbaut sind.

Mit ihrem Projekt »EUV-Lithographie – Neues Licht für das digitale Zeitalter« nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2020 (v.l.): Dr. Sergiy Yulin, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Dr. Peter Kürz, ZEISS Sparte SMT und Dr. Michael Kösters, TRUMPF Lasersystems for Semiconductor Manufacturing.
Die Preisträger 2020: (v.l.): Dr. Sergiy Yulin (Fraunhofer IOF), Dr. Peter Kürz (Zeiss) und Dr. Michael Kösters (Trumpf). Bildrechte: MDR/Deutscher Zukunftspreis / Ansgar Pudenz

Aus Dresden stammen zwei Preisträger. 2011 holte ein Team von Technischer Universität Dresden, Novaled und Heliathek den Preis für ihre Entwicklungen der organischen Elektronik. Und fünf Jahre später, im Jahr 2016, ging der Preis erneut an die TU. Dort hatten drei Forscher ein ganz neues Baumaterial entwickelt, den Carbonbeton. Und auch der bisher letzte Preis im Jahr 2020 ging nach Mitteldeutschland, wieder nach Jena, wieder ans IOF, das zusammen mit den Unternehmen Zeiss und Trumpf ein völlig neues Herstellungsverfahren für Mikrochips - die EUV-Lithographie entwickelt hatte.

gp