DAB+ für das 1-Liter-Auto unter den Radios Digitalradio ist grün

Es klingt besser, hat mehr Übersicht dank EPG, reicht weiter, ist einfacher – Digitalradio kann schon ziemlich viel. Und das Ganze hat sogar noch einen echten Öko-Aspekt. Denn Digitalradio kommt mit viel weniger Energie aus.

Sarah von Neuburg und Lars-Christian Karde
Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Wenn Sarah von Neuburg und Lars Christian Karde aus der MDR JUMP Morningshow ihr “Guten Morgen“ nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schicken, dann mit jeder Menge Energie. Und das nicht nur im übertragenen Sinne. Denn UKW, über das knapp 1,3 Millionen Hörer jeden Tag einschalten, braucht jede Menge Kilowatt Leistung, um alle zu erreichen. Der Grund dafür ist klar: die Technik dahinter ist bewährt und weit verbreitet, aber eben auch schon alt. Wer mehr Programme, besseren Sound, mit deutlich weniger Energieverbrauch haben möchte, der sollte über einen Umstieg zu DAB+ nachdenken.

Durch die Digitalisierung gelingt es mit deutlich geringerer Sendeleistung deutlich mehr Programme zu übertragen.

Dr. Ulrich Liebenow, MDR-Betriebsdirektor

Nur ein Zehntel der Leistung nötig

Dr. Ulrich Liebenow, der auch Vorsitzender der Produktions- und Technischen Kommission der ARD ist, hat dafür auch ein Beispiel parat. “Ein UKW Sender hat eine Leistung, die er abgibt, von rund 100 Kilowatt, wenn er richtig gut positioniert ist. Dieselbe Versorgung schaffen sie beim Thema DAB mit einem Zehntel der Leistung, also mit maximal zehn Kilowatt.“ Es ist also wie der Umstieg vom 10-Liter- auf das 1-Liter-Auto, und das ohne dass Beschleunigung, Komfort oder Platzangebot leiden. Im Gegenteil, sagt Liebenow. “Sie haben da aber nicht nur ein Programm drauf, das sie hören können, wie bei bei UKW, sondern sie haben 12, vielleicht auch 15 Programme, die sie mit dieser einen Energie übertragen können.“

Vollversorgung bis 2020

Erst im Dezember 2015 hat der MDR das DAB+-Netz für den Digitalradio-Empfang weiter ausgebaut. Vor allem in der Altmark, im Südharz und in Nordthüringen wurden damit weitere Gebiete mit DAB+ versorgt. Und das Ziel ist bereits klar definiert. MDR Betriebsdirektor Liebenow verspricht bis 2020 eine vollständige Versorgung. Es ist also Zeit für einen Wechsel. Das Gute ist: Alle neuen Geräte können auch UKW empfangen. So können alle bisherigen Radioprogramme plus die neuen Digitalradio-Programme über ein Gerät gehört werden.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2017, 17:19 Uhr