weiße Eier
Bildrechte: imago/Dean Pictures

Impfstoffproduktion in Dresden Mit Eiern gegen die Grippe

Eier werden in der Dresdner Impfstofffabrik von GSK nicht nur Ostern benötigt. Aus mehreren hunderttausend befruchteten Exemplaren täglich stellt das Pharmaunternehmen unter anderem Grippeimpfstoff her.

weiße Eier
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Eine Grippeimpfung ist im Grunde nichts anderes, als ein Training des körpereigenen Immunsystems. Damit sich ein Mensch auf eine Ansteckung mit der Grippe vorbereiten kann, muss seine Abwehr die feindlichen Viren kennen. Zwei Mal im Jahr legt die Weltgesundheitsorganisation WHO fest, gegen welche Grippestämme in der jeweiligen Saison geimpft werden soll, einmal für die Nordhalbkugel und einmal für die Südhalbkugel der Erde.

Ein Impfstoff enthält Teile der Virenhüllen der ausgewählten Influenzastämme. Diese Hüllen tragen sogenannte Antigene, kleine Erkennungsmoleküle, die den Viren auch als Schlüssel dienen. Mit Hilfe der Antigene verschaffen sie sich Zutritt zu den Zellen, in denen sie sich vermehren können. An den Antigenen wiederum erkennt aber auch das Immunsystem den Eindringling. Als Reaktion bildet die Abwehr Antikörper, die genau diese Erkennungsmoleküle festhalten und so die Viren verklumpen lassen. Die Klümpchen können dann leichter von den weißen Blutkörperchen gefressen werden.

Viren vermehren sich in den Eiern

In Dresden werden bereits seit den 1920er-Jahren Impfstoffe hergestellt, zunächst im Sächsischen Serumwerk das nach der Wende vom britischen Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (GSK) gekauft wurde. Die Fabrik benötigt zur Produktion des Grippeimpfstoffs mehrere hunderttausend Hühnereier pro Tag. Sie müssen zuvor bereits befruchtet sein und dienen als Brutstätte für die Grippeviren, mit denen sie infiziert werden.

Drei Tage lang vermehren sich die Viren in den Eiern, bevor eine Maschine das Eiweiß mit den Krankheitserregern absaugt. Danach werden die Viren abgetötet und aufgespalten, die Virus-Lösung wird gereinigt, konzentriert und Teile der Virushülle zu Impfstoff verarbeitet.

Eier für Impfstoffproduktion noch unverzichtbar

Laut WHO werden für die Herstellung der Grippeimpfung weltweit zwischen 450 und 500 Millionen befruchtete Hühnereier gebraucht. Weil die Produktion aufgrund dieser enormen Zahl sehr teuer ist, suchen Forscher schon seit langem nach Alternativen. Bislang ist aber kein Verfahren so weit, dass es für die Massenproduktion eingesetzt werden kann. Die WHO schätzt daher, dass auch in den kommenden 20 Jahren weiterhin Eier für die Herstellung der Grippeimpfung gebracht werden.

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 13:54 Uhr