Filmprojekt Eine Flaschenpost aus Dresden zur Erforschung unseres Müllproblems

Plastikmüll ist allgegenwärtig. Leider werden Flaschen und Tüten immer wieder in die Umwelt geworfen: bei Grillfeten, beim Wandern, beim Einkaufen. In der Regel bleibt der Müll nicht einfach liegen. Er beginnt eine lange Wanderschaft, wird vom Winde verweht, von Flüssen davongetragen. Gelangt deutscher Plastikmüll auch in die Ozeane? Der Dresdner Filmemacher Steffen Krones geht dieser Frage zusammen mit dem Industriedesignstudenten Paul Weiß im Rahmen eines ungewöhnlichen Filmprojektes nach.

Flaschenpost 5 min
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Gelangt deutscher Plastikmüll auch in die Ozeane? Der Dresdner Filmemacher Steffen Krones geht dieser Frage im Rahmen eines ungewöhnlichen Filmprojektes nach.

Mi 18.12.2019 15:57Uhr 05:03 min

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Von der Elbe bis ins Nordpolarmeer

Der Auslöser dafür war ein Besuch Krones' auf der norwegischen Inselgruppe Lofoten im Nordatlantik. Der Dresdner war eigentlich für Filmaufnahmen dort, entdeckte aber Müll, der offensichtlich aus Deutschland stammte. "Könnte es sein, dass, wenn hier etwas in die Elbe gelangt, dass es vielleicht bis ins Nordpolarmeer schwimmen könnte", fragte sich Krones.

Um diese Frage zu beantworten, sammelten er und Weiß erst Müll in den Dresdner Elbauen, den sie dann in spezielle umweltfreundliche Bojen füllten: Die "Flaschenpost aus Dresden". Dazu kommen GPS-Tracker mit einer langen Akkulaufzeit von 500 Tagen, die den 1.800 Kilometer langen Weg von Dresden bis zu den Lofoten überstehen.

Flaschenpost
Stefan Krones mit seiner Flaschenpost. Bildrechte: Steffen Krones

Mindestens 5.000 Euro sollen zusammenkommen

Der Knackpunkt dabei sind die Kosten. Denn die beiden Aktivisten wollen mindestens zehn bis bestenfalls 20 der professionellen Bojen absetzen. Zur Finanzierung haben sie ein Crowdfundingprojekt gestartet, über das am Ende mindestens 4.490 Euro zusammenkommen sollen.

Die Spender erhalten dafür Tickets für die Kinopremiere des geplanten Films, die Anfang 2021 stattfinden soll, bis hin zu einer eigenen Flaschenpost mit persönlicher Nachricht.

Wir werden es aussetzen und schauen, wohin die Reise geht. Und vielleicht schwimmt sie bis ins Nordpolarmeer oder sie kommt halt nur bis nach Meißen.

Steffen Krones, Filmemacher

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2019, 16:40 Uhr

1 Kommentar

part vor 13 Wochen

Applaus, Applaus, der MDR traut den Kommentatoren bei wissenschaftlichen Themen nun endlich mal eine eigene Meinung und Stimme zu. Meine Meinung zum Thema, es richtet sich generell nach den vorherrschenden Fluß- und Meeresströmungen und nach der Sinkgeschwindigkeit der Verunreinigung oder des Isotops, wobei die Verwirbelung mit Sedimenten und Höhen- und Tiefenströmungen ebenfalls entscheidende Faktoren darstellen. Als Resume: alles mit Auftriebseigenschaften findet eine weitere Verbreitung, alles ohne Auftrieb bedarf höherer Strömungen zur Weiterverbreitung, nicht mit eingerechnet Microplastik und Isotope, die durch Lebewesen weiter verbreitet werden.