Kompetenzzentrum Ubineum in Zwickau.
Coole Architektur für smartes Wohnen: Am Kompetenzzentrum Ubineum in Zwickau wird an der Energiewende geforscht. Bildrechte: Bauconzept

Emissionsfreies Wohnen Wie die Energiewende nach Zwickau kommt

Während Politiker und Wissenschaftler bei der UN-Klimakonferenz in Bonn um CO2-Werte streiten, findet die Energiewende schon Schritt für Schritt statt. In Zwickau arbeiten Wissenschaftler an einem Stadtviertel ohne Emissionen.

Kompetenzzentrum Ubineum in Zwickau.
Coole Architektur für smartes Wohnen: Am Kompetenzzentrum Ubineum in Zwickau wird an der Energiewende geforscht. Bildrechte: Bauconzept

In Zwickau wird an der Zukunft des Wohnens geforscht und gearbeitet. Und die soll möglichst emissionsfrei aussehen und trotzdem bezalhbar sein. In Zwickau wird jetzt ein Wohn-Modell entwickelt, das den Anspruch hat, die Energiewende ökologisch effizient, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig umsetzen zu können. Der Schlüssel zum Erfolg soll vernetzte und intelligente Technik sein.

Wir wollen zukunftssicher bezahlbares Wohnen haben und genau dafür entwickeln wir diese Technologien, also Regelungstechnologien, um die Energiekosten in den Quartieren zu senken, dass eben Wohnen bezahlbar bleibt.

Tobias Teich | Professor für Vernetzte Systeme an der Westsächsischen Hochschule Zwickau
Karte: Null-Emissions Quartier Zwickau
Im geplanten Null-Emissions-Quartier in Zwickau werden konventionelle, zentrale und dezentrale Energiekonzepte nebeneinander erprobt. Bildrechte: Westsächsische Hochschule Zwickau

Bessere Fassadendämmungen sorgen für geringere Heizkosten. Das warme Wasser kommt von der Solaranlage auf dem Dach. All das sind bereits gängige Konzepte, um energiesparendes Wohnen möglich zu machen. Beim Zwickauer Null-Emissions-Quartier kommt ein entscheidender Aspekt dazu: Intelligente Steuerung. Da Menschen individuell zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf Wärme und Energie zugreifen, soll die smarte Technik jedem genau dann Wärme und Energie zur Verfügung stellen, wenn sie wirklich gebraucht wird - über Wärmepumpen, Speichereinheiten und Photovoltaikanlagen direkt im Viertel. An dem Projekt "Zwickauer Energiewende Demonstrieren", kurz "ZED", arbeiten neben der Stadt Zwickau und der Westsächsischen Hochschule elf weitere Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem sozialen Bereich mit.

Vom smarten Haus zum smarten Viertel

In der ersten Phase des Projektes werden Heizungen und Stromverbraucher in den Wohnungen in ein intelligentes Smart-Home-Netz eingebunden. Das intelligente Haus kennt den Energiebedarf und versorgt seine Bewohner passgenau. In der nächsten Stufe werden die Smart Homes miteinander vernetzt, so dass ein ganzer Straßenzug entsteht, in dem intelligente Elektronik die Wärme- und Energieversorgung steuert.

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesforschungsministerium. Energieeffizientes Wohnen ist in Zwickau schon seit Jahren Forschungsthema. Seit 2007 entwickeln Tobias Teich und seine Kollegen an der Westsächsischen Hochschule dazu Systeme und Konzepte. Mit ihrer bisher fortgeschrittensten Lösung kommen sie auf immerhin 30 Prozent Energieeinsparung. Das neue Projekt "ZED" ist auf fünf Jahre angelegt und soll für ganz Deutschland einen Weg zum nachhaltigen Wohnen zeigen.

Über dieses Thema berichtete MDR Sachsen: im Radio | 06.11.2017 | 13:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2017, 10:05 Uhr