Darstellung des NASA-Weltraum-Teleskop Kepler
Das NASA-Weltraumteleskop Kepler mit einer Darstellung der Größe, der untersuchten Himmelsabschnitte. Bildrechte: dpa

Weltraumteleskop Planetenjäger Kepler geht der Treibstoff aus

Auch dank des Nasa-Weltraumteleskops Kepler wissen wir seit kurzem: Das Weltall ist voller Planeten und einige von ihnen könnten Bedingungen erfüllen, die nach unseren Vorstellungen Leben ermöglichen. Nun geht dem Pionier unter den Planetenjägern der Treibstoff aus.

Darstellung des NASA-Weltraum-Teleskop Kepler
Das NASA-Weltraumteleskop Kepler mit einer Darstellung der Größe, der untersuchten Himmelsabschnitte. Bildrechte: dpa

Am 6. März 2009 startete das Kepler-Weltraumteleskop mit einer Rakete ins All, seit neun Jahren ist es nun also in Betrieb. Doch der geht demnächst zu Ende, denn dem Raumschiff geht der Treibstoff aus, wie die US-Weltraumbehörde Nasa am Mittwoch mitteilte. Ohne Treibstoff kann das Teleskop nicht auf seine Beobachtungsgebiete ausgerichtet werden - und auch nicht in die Position gelangen, die nötig ist, um Daten an die Erde zu funken.

Leider ist an Keplers Einsatzort im All weit und breit keine Tankstelle in Sicht: Das Teleskop kreist um die Sonne und zieht dabei der Erde hinterher in einem Abstand von mehr als 151 Millionen Kilometern. Zum Vergleich: Der Mond ist 359.000 Kilometer entfernt und das ist schon ganz schön weit weg. 372,5 Tage braucht Kepler, um die Sonne einmal zu umrunden.

Der Vorteil dieser Lage tief im Raum: Das Teleskop konnte über lange Zeiträume ungestört vom Einfluss der Erdschwerkraft weit entfernte Weltallregionen beobachten und so präzise Daten sammeln. Seine Aufgabe: Das Licht der beobachteten Sterne zu vermessen, um so Schwankungen zu registrieren, die auf Planeten hindeuten, die um diese Sterne kreisen. Mehr als 2.500 Exoplaneten hat Kepler auf diese Weise entdeckt, rund 30 von ihnen sind in etwa so groß wie die Erde und befinden sich in einer Umlaufbahn um ihren Stern, die Leben auf der Planetenoberfläche zulässt.

Benannt ist das Instrument übrigens nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler, der von 1571 bis 1630 lebte, unter anderem als kasierlicher Mathematiker arbeitete und dabei die Gesetze entdeckte, nach denen die Planeten um die Sonne kreisen.



2013 kam es beim Teleskop zu technischen Schwierigkeiten, als ein Steuerungsrad bracht. Seitdem ist Kepler nur noch teilweise einsatzfähig. Insgesamt hat Kepler 17 sogenannte Kampagnen absolviert. Jede einzelne entspricht einem Abschnitt von etwa drei Monaten nachdem eine Neuausrichtung des Teleskops nötig wird.

Den letzten Treibstoff wollen die Nasa-Techniker nutzen, um Kepler in eine Position bringen, von der aus das Teleskop seine Daten sicher zur Erde funken kann. Danach wird es einfach an seinem Punkt bleiben. Es ist so tief im Weltraum, dass es nicht zur Gefahr für andere Satelliten oder Raumfahrzeuge werden kann.

Einen Nachfolger für Kepler gibt es auch schon. TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) wird am 16. April in Florida starten.

(ens)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 14. Februar 2017 | 09:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2019, 15:27 Uhr