ARD/ZDF Förderpreis Frauen + Medientechnologie Mitteldeutsche Wissenschaftlerinnen gewinnen Technik-Preis

Ausschließlich Wissenschaftlerinnen aus Mitteldeutschland stehen in diesem Jahr beim ARD/ZDF Förderpreis Frauen + Medientechnologie auf dem Treppchen. Über den Preis für herausragende Forschungsarbeiten im Video-, Audio- und Multimediabereich dürfen sich Anna-Maria Daschner von der Technischen Universität Ilmenau, Kristina Mohr von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig und Carolin Schramm freuen, die ebenfalls an der HTWK Leipzig studiert hat.

Die drei Wissenschaftlerinnen aus Mitteldeutschland haben sich unter elf nominierten Frauen von acht verschiedenen Hochschulstandorten in Deutschland und der Schweiz durchgesetzt. Wer von ihnen welchen Platz belegt hat, wird erst zur Verleihung des Förderpreises bekannt gegeben. Die findet wie bereits in den Vorjahren wieder auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin Anfang September statt. Insgesamt bekommen die Wissenschaftlerinnen ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, wovon die Hälfte an die Erstplatzierte geht, 3.000 Euro bekommt der zweite Platz und die Dritte erhält immerhin noch 2.000 Euro Preisgeld.

Die Preisträgerinnen

Anna-Maria Daschner

Geboren 1989 in München. Schulzeit in München, danach Bacherlorstudium an der FH Düsseldorf und Masterstudium an der TU Ilmenau, Promotionsstudium mit Schwerpunkt "Digitalisierte Mobilität"

Die Absolventin der TU Ilmenau hat in ihrer Masterarbeit im Studienfach Medientechnologie über "Hochbandbreitige IP-Signale in virtualisierten Umgebungen" geschrieben. Darin untersucht sie, mit welchen speziellen Standards die Umstellung von IT-Technik in Fernsehstudios einhergehen muss. Anlass für diese Arbeit ist der radikale Umbruch, der sich derzeit in Fernsehstudios vollzieht: Wo einst teure und spezielle Broadcast-Geräte standen, werden morgen fast all ihre Funktionen von wenigen, kostengrünstigen IT-Bestandteilen abgelöst. Und die werden wiederum von Servern mit mehreren virtuellen Maschinen abgelöst. Das ist so kompliziiert, wie es klingt: Deshalb untersuchte Anna-Maria Daschner in ihrer Masterarbeit, wie Bildsignale in diesem Prozess übertragen, verarbeitet und gesteurt werden können.

Kristina Mohr

Geboren 1993 in Leipzig, Schulbesuch in Belgershain und Grimma, Bachelor- und Masterstudium an der HTWK Leipzig

Kristina Mohr von der HTWK Leipzig hat sich in ihrer Masterarbeit "Mediatheken als App: Usability der Smartphone-Mediatheken von Fernsehsendern" im Studienfach Medienmanagement mit den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auseinandergesetzt. Dabei interessierte sie vor allem die Benutzerfreundlichkeit der Angebote. Dabei stellte sie große Unterschiede fest - bei der Verwendung von Symbolen und dem Interface, aber vor allem auch im Funktionsumfang. Hier gäbe es also zwischen den einzelnen App-Anbietern noch viele Abstimmungs- und Vereinheitlichungschancen, um Fernsehen auf dem Smartphone noch benutzerfreundlicher zu gestalten.

Carolin Schramm

Geboren 1993 in Leipzig, Schulbesuch in Delitzsch, Bachelorstudium an der HTWK Leipzig

Die Absolventin der HTWK Leipzig hat sich in ihrer Bachelorarbeit "Untersuchung von 360°- Multikamerasystemen hinsichtlich ihrer Live-Streamingfähigkeit mit unterschiedlicher Kameraanzahl" im Studienfach Medientechnik mit den technischen Aspekten beschäftigt, die Einfluss auf Virtual Reality-Produktionen haben. Dabei geht es vor allem um das "Eintauchen" in virtuelle Welten - die sogenannte Immersion. In ihrer Arbeit kümmert sie sich um die Untersuchung von 360°-Multikamerasystemen. Und für dieses Feld rund um Virtual Reality-Brillen, Action-Cams und Online-Videoplattformen war wissenschaftlicher Pioniergeist gefragt, denn es existierten nur wenige spezifische Forschungsergebnisse, auf denen die Arbeit aufbauen konnte. Umso relevanter sind ihre Ergebnisse für künftige Virtual Reality-Produktionen.

Die Idee des Förderpreises

Mit dem ARD/ZDF Förderpreis Frauen + Medientechnologie wollen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten talentierte Frauen motivieren, sich im Rahmen ihres Studiums und ihrer Forschung mit dem Bereich der audiovisuellen Medienproduktion und -verbreitung zu befassen. Außerdem soll er Türen öffnen: Den Frauen werden karrierefördernde Kontakte in die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vermittelt. Dieses Jahr stand er unter dem Slogan "Meine Idee schreibt Zukunft". Teilnehmen können Absolventinnen von Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Abschlussarbeiten sich mit aktuellen technischen Fragestellungen aus dem Bereich der audiovisuellen Medien befassen.

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell: im Radio | 19.07.2017 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2017, 15:04 Uhr