Drosophila Melanogaster Warum Forscher Fruchtfliegen lieben

Man kennt sie aus der Küche oder Biologie und kaum einer mag sie: die Fruchtfliege "Drosophila Menalogaster". Hier erklärt ein Wissenschaftler, warum sie in der Forschung so beliebt ist und jüngste Studien zeigen, was die Forschung an den Winzlingen für Erkentnisse hervorgebracht haben.

Eine Obstfliege (Essigfliege)
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Man kennt sie aus der Küche oder dem Biounterricht und kaum einer mag sie: die Fruchtfliege Drosophila Menalogaster. In der Wissenschaft dagegen ist sie sehr beliebt. Professor Dr. Tobias Langenhan von der Uni Leipzig erklärt, warum das so ist: "Forschungen an Bakterien oder weniger komplexen Tieren sind oft präziser als am Menschen und doch sind die gewonnen Erkenntnisse auf ihn anwendbar". Zur besseren Vorstellung:  Eine Fruchtfliege hat ungefähr 250.000 Nervenzellen -  das menschliche Gehirn dagegen knapp 100 Milliarden - aber die Zellsprache beider Lebewesen ähnelt sich.  

Gelüftet: Das Geheimnis der Nervenzellen-Kommunikation

Wissenschaftler der Uni Leipzig und Würzburg haben jetzt entschlüsselt, wie sensorische Nervenzellen kommunizieren und den Mechanismus dazu beschrieben: Dafür haben Professor Dr. Tobias Langenhan und Dr. Robert Kittel eine spezielle Molekülfamilie untersucht, die der "Adhäsions-G-Protein-gekoppelten Rezeptoren“. Bildlich gesprochen geht es um Moleküle auf der Oberfläche von Zellen, die an Nachbarzellen wie Klettverschlüsse anhaften. Sie sind gekoppelt mit Schaltern, die ein Signal von außen in eine biologische Reaktion übersetzen und ins Zellinnere leiten. So werden durch diese Zellantennen äußere Reize wie Berührungen oder Druck wahrgenommen.

Blick in die Praxis: Wo wird das in der Medizin nützlich?

Die Funktionsweise, die jetzt bei den Fruchtfliegenlarven entschlüsselt wurde, könnte in der medizinischen Behandlung von Frühgeborenen mit unreifer Lunge oder auch bei der Therapieentwicklung für Krebserkrankungen nützlich werden.