Gewächshaus auf Station Neumayer III Erste Gemüseernte in der Antarktis

Seit Januar testen deutsche Forscher am Südpol ein Gewächshaus, das später einmal auch im Weltraum Lebensmittel für Astronauten liefern soll. Jetzt haben die Wissenschaftler zum ersten Mal geerntet.

 Der Gewächshaus-Container von innen. Links und rechts sind Regale angebracht auf denen die Pflanzen gezüchtet werden.
Bildrechte: DLR

Kann Gemüse ach dort wachsen, wo es kein Sonnenlicht gibt und keinen Regen? Diese Frage können Forscher jetzt mit "Ja" beantworten. Im Antarktis-Labor-Gewächshaus nahe der deutschen Polarforschungsstation Neumayer III haben sie jetzt zum ersten Mal geerntet: 3,6 Kilogramm Salat, 70 Radieschen und 18 Gurken.

Seit Januar testen die Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung das spezielle Gewächshaus. Das Projekt mit dem Namen Eden-ISS ist ein geschlossenes System, mit künstlichem Licht, Wärme und genauer Zufuhr von Nährstoffen und Wasser. Die Kreisläufe sind geschlossen, Luft und Wasser werden immer wieder recycelt. Alles, was im Gewächshaus passiert, wird von Mitarbeitern in einem Kontrollraum in Bremen überwacht.

Von dem Projekt erhoffen sich die Forscher genügend Erkenntnisse, um später auch im Weltraum Nahrungsmittel für Menschen züchten zu können. Das wäre eine notwendige Voraussetzung für einen Flug zum Mars. Das Gewächshaus soll dabei nicht nur Lebensmittel liefern, sondern auch Sauerstoff für die Astronauten herstellen und Wasser reinigen.

(ens/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. April 2018 | 19:00 Uhr