Mit wertvollen Proben an Bord Asteroiden-Jägerin Hayabusa 2 kehrt zur Erde zurück

Nachdem sie im Sommer ein kleines Stück aus dem Asteroid Ryugu sprengte, hat sich die japanische Raumsonde Hayabusa 2 nun auf den Rückweg zur Erde gemacht. Sie bringt Bodenproben mit nach Hause.

Grafik: Raumsonde mit Mittelteil und zwei Sonnenkollektoren schwebt über der Oberfläche des Asteroiden Ryugu
Japanische Sonde Hayabusa2 über Asteroid Ryugu (Illustration) Bildrechte: JAXA

Sie hat extrem komplexe Manöver bestanden, jetzt kehrt sie mit besonderen Bodenproben zurück zur Erde: Die japanische Raumsonde Hayabusa-2 hat den Asteroiden Ryugu verlassen und soll sich nun auf den Heimweg machen. Das teilte die japanische Raumfahtagentur Jaxa mit.

Hayabusa-2 war im Dezember 2014 gestartet und hatte im Juni 2018 Ryugu erreicht. Der Asteroid befindet sich aktuell zwar rund 250 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Er gehört aber zur sogenannten Apollo-Klasse und das bedeutet: Sein Orbit um die Sonne könnte sich mit dem der Erde schneiden. Im ungünstigsten Fall kollidiert der Asteroid mit unserem Planeten.

Hayabusa-2 sprengte ein Loch in den Astroiden Ryugu

Damit ist er eine potenzielle Bedrohung, auch wenn sein Durchmesser mit einem Kilometer noch vergleichsweise klein ist. Zum Vergleich: Der Asteroid, der die Dinosaurier ausgelöscht hat, hatte einen Durchmesser von etwa zehn bis zwölf Kilometern. Trotzdem eignet sich Ryugu aus Sicht vieler Wissenschaftler gut, um Abwehrtechniken testen zu können, mit dem sich zur Not der Einschlag eines Asteroiden auf der Erde verhindern lässt.

Der Sprengkrater auf dem Asteroiden Ryugu

Die Bilder zeigen die Oberfläche des Asteroiden Ryugu vor (links) und nach der Sprengung (rechts). Der Krater ist klar zu erkennen.

Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu vor der Sprengung.
Astzeroid Ryugu - vor der Sprengung. Bildrechte: JAXA, The University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, The University of Aizu, AIST
Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu vor der Sprengung.
Astzeroid Ryugu - vor der Sprengung. Bildrechte: JAXA, The University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, The University of Aizu, AIST
Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu nach der Sprengung.
Asteroid Ryugu nach der Sprengung. Der Krater ist klar erkennbar. Bildrechte: JAXA, The University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, The University of Aizu, AIST
Alle (2) Bilder anzeigen
Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu vor der Sprengung.
Bildrechte: JAXA, The University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, The University of Aizu, AIST

Nach dem Hayabusa-2 zunächst auf Ryugu gelandet war, hob sie wieder ab und führte das SCI-Experiment durch. Dabei setzte es eine kleine Sprengladung ab, um einen Krater in die Oberfläche zu sprengen. Um nicht von herauf geschleudertem Material beschädigt zu werden, musste die Sonde während der Sprengung in Deckung gehen - also hinter den Steinbrocken fliegen. Danach konnte sie Proben aus dem Krater und damit aus einem Bereich unterhalb der eigentlichen Asteroiden-Oberfläche einsammeln. Die Bilder der Landung hat die japanische Weltraumagentur JAXA auf Youtube veröffentlicht.

An dem Experiment waren das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt DLR und die französische Raumfahrtagentur CNES beteiligt.

Proben werden per Kapsel über der Erde abgeworfen

Diese Proben sollen den Wissenschaftlern jetzt noch Antworten auf weitere Fragen liefern. Sie gehen davon aus, dass das Material Spuren aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren enthält und das es Hinweise auf den Ursprung organischer Moleküle und Wasser auf der Erde liefert.

Die Sonde entfernt sich aktuell aus der Schwerkraftzone des Asteroiden und soll laut JAXA in einigen Tagen ihren Ionen-Antrieb starten. Sie wird Ende 2020 an der Erde zurückerwartet. Die mitgebrachten Proben wird sie mit Hilfe einer Kapsel zu uns "herunterwerfen".

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Spezial | 29. Juni 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2019, 13:54 Uhr

0 Kommentare