Astronomie Sogar die Ringe sind zu sehen: James-Webb-Teleskop schießt spektakuläre Fotos vom Neptun

Es sind die die klarsten Bilder vom Neptun seit über 30 Jahren: Das James-Webb-Teleskop hat den am weitesten von uns entfernten Planeten geknipst und dabei faszinierende Aufnahmen von ihm, seinen Ringen und Monden geliefert.

Planet Neptun mit seinen Ringen, aufgenommen vom James Webb Teleskop
Der Planet Neptun mit seinen Ringen, aufgenommen vom James-Webb-Teleskop. Er erscheint nicht wie gewohnt bläulich, da er mit der "Near-Infrared Camera" des Teleskops in einem anderen Farbspektrum aufgenommen wurde. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Er ist ein Planet der Extreme: Der äußerste unseres Sonnensystems, mehr als dreißigmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Neptun ist so weit weg von uns, dass er als einziger Planet nicht mit bloßem Auge erkennbar ist. Vom James-Webb-Teleskop (JWST), das seit Januar dieses Jahres den Weltraum fotografiert, dagegen schon. Das JWST hat seitdem schon interessante Bilder aus den Tiefen des Alls geliefert und erstmals CO2 in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen. Nun kamen spektakuläre Aufnahmen vom Neptun dazu.

Ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnlicher Mond

Damit bieten sich einige interessante Einblicke in den viertgrößten Planeten unseres Sonnensystems, die in dieser Form zuletzt beim Vorbeiflug der Sonde "Voyager 2" im Jahr 1989 gelangen. So zeigte sich an seinem Äquator eine schmale, helle Linie. Sie weist auf eine atmosphärische Strömung hin, die die Stürme auf dem Neptun antreibt. An seinem Nordpol ließ sich ebenfalls erstmals ein hellerer Bereich entdecken, der ähnlich wie an seinem Südpol wohl aus einem Band aus großflächigen Wolken besteht.

Planet Neptun mit sieben seiner 14 bekntten Satelliten, einschließlich Triton, aufgenommen vom James-Webb-Weltraumteleskop
Auf dieser Aufnahme sind sieben der 14 bekannten Neptun-Monde zu sehen. Triton (links oben) dominiert das Bild, da er Sonnenlicht besonders stark reflektiert. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Über einige der Neptunschen Monde konnte das JWST ebenfalls neue Erkenntnisse sammeln, von sieben der insgesamt 14 Trabanten schoss es Fotos. Dabei fiel besonders Triton auf, sein mit 2.707 Kilometern Durchmesser mit Abstand größter Mond. Auf vielen Bildern vom Neptun dominiert er und erscheint als heller Stern, was daran liegt, dass er 70 Prozent des Sonnenlichts, das auf ihn trifft, wieder reflektiert. Darum wirkt er auch heller als Neptun selbst, der durch das viele Methan in seiner Atmosphäre abgedunkelt wird. Triton rotiert so ungewöhnlich um seinen Planeten, dass einige Astronomen annehmen, dass er ursprünglich aus dem Kuipergürtel weit außerhalb des Neptuns stammen könnte und irgendwann von dem Planeten "eingefangen" wurde.

cdi

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Das James Webb Weltraumteleskop 5 min
Bildrechte: ESA

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