Mars Mission InSight Deutscher Maulwurf soll bald weitergraben

Seit dem Winter streikt der deutsche Maulwurf, der sich als erster tief in den Mars graben soll, um dessen Geheimnisse zu lüften. Jetzt wollen ihm die Forscher von DLR und NASA helfen. Mit einem Trick, der schon einmal funktioniert hat.

Zwei Wissenschaftler in weißen Kitteln in einer nachgebauten Marslandschaft
NASA Forscher vor einem baugleichen HP3 (vorn im Sandkasten), wie er auch auf dem Mars arbeitet. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Bis zu fünf Meter tief soll sich der deutsche Maulwurf in den Mars-Boden graben. So tief wie kein Instrument zuvor. Doch HP3, das Heat and Physical Properties Package, wie das Instrument offiziell heißt, streikt seit Monaten. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben sogar einen Nachbau des Hammers in die USA geschickt, um das Problem zu lösen. Und nach den Tests mit baugleichen Geräten in Deutschland und den USA haben die Wissenschaftler jetzt eine Idee.

Denn InSight hat nicht nur den Maulwurf, der sich in die Erde hämmert, sondern auch einen Roboterarm. Und den wollen die Wissenschaftler nutzen, um HP3 zu unterstützen. Dass das funktionieren kann, hat die NASA bereits bei der Sonde Curiosity gezeigt. Auch hier drückte der Roboter auf den Bohrer und der schaffte es immerhin zehn Zentimeter tief in den Mars.

Warum klemmt es beim Maulwurf

Auch für den Grund, warum Maulwurf HP3 nicht weiter kommt, haben NASA und DLR jetzt eine Theorie.

Ziemlich sicher sind wir uns mittlerweile, dass dem Maulwurf der mangelnde Halt im Boden zu schaffen macht.

Tilman Spohn, DLR

Dies liege offenbar daran, so Spohn, der wissenschaftliche Leiter des HP3-Experiments, dass "die Reibung des umgebenden Regoliths unter der geringeren Schwerkraft des Mars deutlich schwächer ausfällt als erwartet".

Eine Robotersonde gräbt sich in die Erde.
Tests mit dem Maulwurf HP3 (rechst). Der Roboterarm (linsk) soll ihm den nötigen Drück verleihen, um sich weiter in den Mars zu graben Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Jetzt soll die auf dem Maulwurf sitzende Stützstruktur entfernt werden, damit der Roboterarm an HP3 heran kann. "Wir planen den Roboterarm zu nutzen, um nah am Maulwurf auf den Boden zu drücken", erläuterte Spohn. "Durch die zusätzliche Last erhöht sich der Druck auf den Maulwurf und damit die Reibung an seiner Außenwand. Unsere Berechnungen am DLR zeigen, dass wir nahe an das Gerät heranmüssen. Unmittelbar über dem Maulwurf, der ja etwas schräg im Boden sitzt, und nahe dran ist die Wirkung am größten."

Und dann, so die Hoffnung, hämmert HP3 sich weiter in den Mars. Außer, das Problem liegt doch nicht an der fehlenden Reibung, sondern einem Stein, an dem der Maulwurf hängen geblieben ist.

Eine Sonde auf dem Mars mit Sonnenkollektoren und Sensoren
Der Marslander InSight mit seinen Solarpanelen und dem Roboterarm. Vorn rechts das HP3-Instrument, der Maulwurf, der derzeit feststeckt. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 26. November 2019 | 09:22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2019, 15:52 Uhr

Animation eines Mars-Roboters
Bildrechte: European Space Agency