Mars: Die Computergrafik zeigt das Ebenengebiet des südlichen Marspols, «Planum Australe». Die farbig markierten Stellen zeigen einen von Themis (Thermal emission imaging system) untersuchten Bereich. Die dunkelblauen Stellen sollen die Präsenz von flüssigem Wasser zeigen.
Die Radarsignatur (im Bild unten) deutet auf einen unterirdischen See auf dem Mars hin. Bildrechte: USGS Astrogeology Science Center, Arizona State University, ESA, INA/dpa

Gibt es doch Marsianer? Flüssiges Wasser: Großer See auf dem Mars entdeckt

Mit Hilfe von Radar haben Forscher einen unterirdischen See auf dem Mars entdeckt. 1,5 Kilometer unter dem Südpol liegt das rund 20 Kilometer breite Reservoir mit flüssigem Wasser. Es könnte dort sogar Leben geben.

Mars: Die Computergrafik zeigt das Ebenengebiet des südlichen Marspols, «Planum Australe». Die farbig markierten Stellen zeigen einen von Themis (Thermal emission imaging system) untersuchten Bereich. Die dunkelblauen Stellen sollen die Präsenz von flüssigem Wasser zeigen.
Die Radarsignatur (im Bild unten) deutet auf einen unterirdischen See auf dem Mars hin. Bildrechte: USGS Astrogeology Science Center, Arizona State University, ESA, INA/dpa

Flüssiges Wasser ist eine zentrale Voraussetzung für alle Lebensformen auf der Erde. Auch auf unserem Nachbarplaneten Mars gibt es Wasser – dort haben es Forscher bislang aber nur in der Form von Eis, das die Pole bedeckt, sowie als sehr kleine Spuren von Dampf in der Mars-Atmosphäre gefunden.

Doch nun haben Wissenschaftler um Roberto Orosei vom italienischen Nationalen Institut für Astrophysik in Bologna die Eispanzer der Pole mit Radarstrahlen untersucht, die von der ESA-Sonde Mars Express ausgesendet wurden. Dabei machten sie eine sensationelle Entdeckung. Im renommierten Fachblatt Science berichten sie von einem See mit flüssigem Wasser, etwa 1,5 Kilometer unter dem Mars-Südpol.

Die Radarsignaturen deuten demnach auf eine Art Gletschersee hin. Unterirdische Wasserreservoire auf der Erde erzeugen ähnliche Muster, wenn man sie mit dem Radar untersucht. Ob es in dem See Leben gibt, marsianische Bakterien oder andere Mikroorganismen zum Beispiel, ist bislang nicht bekannt.

Eiskaltes Wasser

Die Bedingungen für Leben scheinen in dem See zwar sehr negativ zu sein: Das Wasser dort hat nach Schätzungen der Forscher eine Temperatur von minus 68 Grad Celsius. Das wiederum deutet darauf hin, dass es sehr viele Salze enthält, die den Gefrierpunkt herabsetzen, Magnesium-, Kalzium- und Natriumsalze etwa, die auf dem Mars durchaus häufig vorkommen. Lebewesen haben es in dieser dunklen, sehr salzigen Kälte schwer. Allerdings gibt es auf der Erde Mikroorganismen, die unter diesen Umständen überleben können.

Möglicherweise gibt es noch mehr flüssiges Wasser auf dem Mars, schreiben die Autoren der Studie. Bislang wurde nur ein kleiner Teil des Mars-Südpols mit dem Radar untersucht, außerdem können die Forscher mit dieser Methode nur Gewässer mit einer bestimmten Mindestgröße sehen. Von einigen Eismonden der Gasriesen Jupiter und Saturn ist bereits bekannt, dass sie unter ihrer Oberfläche ganze Ozeane haben. In diesen Meeren vermuten Forscher bislang am ehesten außerirdisches Leben, dass sich unabhängig von den Organismen auf der Erde entwickelt haben könnte.

Leben auf dem Mond?

Erst kürzlich hatten Astrobiologen Forschungsergebnisse veröffentlicht, die zumindest möglich erscheinen lassen, dass es früher einmal Leben auf dem Mond gab. Demnach könnte der Erdtrabant jeweils vor 4,5 Milliarden und noch einmal vor 3,5 Milliarden Jahren über mehrere Millionen Jahre hinweg eine Atmosphäre mit Wasserdampf und flüssigem Wasser gehabt haben. Dann wäre auch dort Leben möglich gewesen.

(ens/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 25. Juli 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2018, 16:02 Uhr