Raumfahrt und Wetter Drei Missionen erreichen den Mars – und da ist auch gerade Winter

Nicht nur bei uns ist es in diesen Tagen eisig kalt. Auch auf dem Mars herrschen gerade winterliche Temperaturen. Da kann es bis zu minus 80 Grad Celsius kalt werden. Die drei Raumfahrtmissionen, die ab dieser Woche den Mars-Orbit erreichen, dürfte das nicht stören.

Mars
Nur Schwarz-Weiß, dafür als erste. So geht Weltraum-PR. Die Chinesische Marssonde wird zwar erst als zweite der drei aktuellen Marssonden (nach den VA Emiraten und vor den USA) in der Umlaufbahn des Planeten eintreffen, hat dafür aber am 5. Februar 2021 das erste Foto geschickt. Bildrechte: imago images/Xinhua

Es bleibt bitter kalt in dieser Woche in Mitteldeutschland. Bei Minusgraden auch im zweistelligen Bereich macht man es sich lieber vor der heimischen Heizung oder dem Ofen gemütlich. Da kann man froh sein, dass man jetzt nicht auf unserem Nachbarplaneten Mars ist. Der Wetterbericht der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zeigte für den vierten Februar nämlich -6 Grad Celsius an, Spitzenwert wohlgemerkt. Denn nachts fiel die Temperatur auf -74 Grad herab. 

Die Temperatur wurde übrigens im Gale Krater, dem aktuellen Standort des Mars-Rover Curiosity (engl. für Neugierde), gemessen. Die Wetterdaten für den Landeplatz der InSight-Mission liegen aktuell sogar noch darunter, nachts sinken die Temperaturen sogar bis unter -80 Grad Celsius.

Für die drei neusten Marsmissionen ist das eher Nebensache. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die Volksrepublik China und die USA werden ab dem 9. Februar den Mars erreichen. Zwei von ihnen wollen sogar auf dem roten Planeten landen.

Hope Probe: Einschwenken in den Mars-Orbit

Update 10.20: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Mars-Umlaufbahn bereits am Dienstagabend erreicht. Damit sind sie die ersten Marsankömmlinge in diesem Jahr. Gegen 17.15 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) war das Mars-Orbit-Manöver abgeschlossen. Eine hochkomplexe Aufgabe – besonders für eine Nation, die ihr erstes Raumfahrtzentrum 2006 gründete.

Die Raumsonde musste bei dem Bremsmanöver autonom agieren, denn die Kommunikation zwischen Sonde und Erde dauerte allein für einen Weg mehr als elf Minuten. Mehr zur Hope-Mission finden Sie in diesen beiden Beiträgen.

Tianwen-1: China macht noch eine Kurskorrektur

Neben den Emiraten will auch die Volksrepublik China in Kürze den roten Planeten erreichen. Mit ihrer Tianwen-1 Mission (chin. für Himmelsfragen) wollen die Chinesen am 10. Februar in die Marsumlaufbahn einschwenken. Eine genaue Uhrzeit wurde von der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA nicht genannt. Dafür hat ein Twitter-User einmal nachgerechnet: Die chinesische Mars-Mission soll den Orbit gegen 13.01 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) erreichen. Am Freitag (5.2.21) gab es noch eine letzte Kurskorrektur.

Wie bei der arabischen Mission wird auch die chinesische Mission den Mars vom Weltraum aus beobachten. Jedoch plant die CNSA auch, einen kleinen Rover auf der Marsoberfläche abzusetzen. Die dafür vorgesehene Landung wird vermutlich aber erst im Mai erfolgen. Ein geeigneter Landeplatz muss nämlich erst noch gefunden werden. Worum es bei der chinesischen Mars-Mission genau geht, erfahren Sie hier:

Mars 2020: Die Letzten werden die Ersten sein

Zwar wird die US-Mission erst am 18. Februar den Mars erreichen. Dafür wird sie sofort zur Landung ansetzen. Gegen 21.30 Uhr (MEZ) soll es soweit sein. An Bord der Mission befinden sich ein neuer Mars-Rover sowie ein Mini-Hubschrauber.

Der Rover Perseverance (engl. für Ausdauer, Durchhaltevermögen) wird dabei nach Anzeichen für vergangenes mikrobielles Leben suchen. Im Gegensatz zu bisherigen Missionen, die nur nach lebensfreundlichen Bedingungen gesucht haben, ist dies eine Mars-Premiere. Genauso wie der Mini-Hubschrauber Ingenuity (engl. für Einfallsreichtum). Es handelt sich nämlich um den ersten interplanetaren Hubschrauber. Mehr zur "Mars 2020" Mission der NASA finden Sie in diesem Artikel:

Mars Helicopter Ingenuity 1 min
Bildrechte: NASA

Wenn alles klappt, wird dieser Helikopter das erste Fluggerät der Menschheit, das auf einem anderen Himmelskörper aufsteigt.

Do 30.07.2020 10:41Uhr 00:47 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/aktuell/mars-mission-nasa-helkopter-ingenuity100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Thomas Reiter während eines Interviews. 8 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

3 Kommentare

Matthi vor 3 Wochen

Ich finde die Erforschung in unserem Sonnensystem spannend und Wichtig. Wir Menschen sind so, Entdecker Forscher wir entwickeln Technologien um unsere Ziele zu erreichen. Das ist Fortschritt sicher kostet es viel Geld über Umweltschutz brauchen wir nicht zu reden jeder Raketenstart ist Umweltschätlich aber es gibt keine Alternative die Weltbevölkerung wächst. Die Frage ist doch wieviel Menschen verträgt die Erde und den Verbrauch an Ressourcen wenn die Weltbevölkerung weiter so wächst. Wollen wir eine Globale Geburtenkontrolle mit allen Konsequenzen ich persönlich möchte es nicht. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen das ist eine Globale Herausforderung der aufbruch ins Weltall, die nur Global finanziert und durchgeführt werden kann.

MDR-Team vor 3 Wochen

Hallo @Manni, dies ist ein ethisch-philosophischer Ansatz, den wir - als Redaktion - Ihnen nicht beantworten können. Was wir aber vermitteln können ist, dass aufgrund der Forschung zu Weltraumanzüge und Materialien Erkenntnisse erlangt werden konnten, die auch für die Medizin und z.B. für die Autoindustrie wertvoll sind. Liebe Grüße

Manni vor 3 Wochen

Steinwüste bei -70Grad Celsius.... Ja klar, da müssen wir unbedingt hin. Wir haben ja auch wirklich alle Probleme auf der Erde gelöst. Für mich ist das Ressourcenverschwendung erster Güte. Ja, ja, Technikboost, Grundlagenforschung, vielleicht gab es ja mal Leben auf dem Mars, das wäre doch die Sensation.
Was hätte man mit dem Geld machen können und in welche Richtung soll das auf dem Mars weiter gehen? Macht sich da jemand mal Gedanken? Ich behaupte mal, das wird laufen wie beim Mondprogramm der NASA. Die Lander werden auf dem Mars verstauben!