Transport der Zukunft Mit Schallgeschwindigkeit im "Hyperloop"

Von Leipzig nach Berlin in 15 Minuten: Die Technik-Vision Hyperloop träumt davon, Menschen in einer Art Rohrpost mit Schallgeschwindigkeit reisen zu lassen. Konkrete Schritte zur Verwirklichung gibt es sogar schon.

von Kristin Kielon

Eine der Röhren, durch die die Züge fahren sollen.
So sehen die Transportröhren für das System aus, die in der Wüste Kaliforniens getestet werden. Bildrechte: Hyperloop one

Der erste Test in Originalgröße ist dem Unternehmen Hyperloop One im Mai geglückt. Ein Beweis für alle Kritiker, dass das Hyperloop-System technisch umsetzbar ist. Denn die Idee von Tesla-Chef Elon Musk klingt eher nach Science Fiction als er sie vor vier Jahren in einer Fernseh-Talkshow öffentlich macht. "Wie würden Sie etwas finden, bei dem es keine Unfälle gibt, das nicht abhängig vom Wetter ist und beinahe doppelt so schnell wie ein Flugzeug", fragt er die Moderatorin. "Sie würden in unter dreißig Minuten von Los Angeles nach San Francisco fahren."

Die Idee des Hyperloop war geboren. Dahinter verbirgt sich ein System aus miteinander verbundenen Röhren, in denen ein Teil-Vakuum herrscht. Darin können Menschen und Fracht in frei schwebenden Kapseln transportiert werden. Und das fast in Schallgeschwindigkeit – angetrieben entweder durch Luftdruck oder mithilfe magnetischer Schienen.

Seit Tesla-Chef Elon Musk die Idee öffentlich präsentierte, liefert sich eine Handvoll Unternehmen ein Wettrennen um die Entwicklung der Technologie. Und auch zahlreiche Universitäten mischen mit: Ganz vorn dabei sind Studierende der Technischen Universität München. Sie nehmen am Hyperloop-Pod-Wettbewerb teil, erzählt der Elektronik-Chef des Teams, Martin Riedel: "Der wird jährlich ausgerufen und ist einfach da, um verschiedene Ideen und Konzepte von Studenten eben zum Thema Hyperloop auszuprobieren."

Schnellste Kapsel kommt aus Deutschland

Konkret geht es bei dem Wettbewerb um die Kapseln, in denen einmal Fahrgäste sitzen sollen. In der letzten Wettbewerbsrunde war die Münchner Kapsel die schnellste auf der Teststrecke in Kalifornien – mit knapp 100 Kilometern pro Stunde.

Zur nächsten Runde im August sollen es 350 km/h werden. Dafür haben sie ihre Kapsel deutlich weiterentwickelt, sagt der Student und Projektleiter Gabriele Semino: "Letztes Mal wurde ein Antriebssystem benutzt, was SpaceX gebaut hat. Dieses Mal haben wir ein eigenes System an Bord, das wurde extra optimiert um möglichst schnell zu werden."

Die anderen Teams setzten etwa auf Magnettechnologien oder auf Luftkissen-Systeme. Wie genau die Kapseln einmal durch die Röhren sausen werden, ist noch völlig unklar. Und auch die angestrebte Geschwindigkeit von fast 1.200 Kilometern pro Stunde ist noch lange nicht in Sicht. Trotzdem hält Student Martin Riedel den Hyperloop in absehbarer Zeit für technisch umsetzbar.

Wenn Elon Musk und SpaceX das Thema aktiv vorantreiben, dann könnte man vielleicht in den nächsten zehn Jahren damit rechnen, dass so eine Strecke Wahrheit wird – je nachdem, ob die Maximalgeschwindigkeiten bis dahin geschafft werden oder nicht.

Martin Riedel, Technische Universität München

Und ob so eine Hyperloop-Strecke dann auch bezahlbar wäre oder eben nicht. Glaubt man Elon Musk, könnte die erste Route bereits feststehen: Er twitterte jüngst, er habe bereits eine mündliche Zusage der Regierung für eine Strecke zwischen New York City und Washington DC.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL: im Fernsehen | 14.07.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2017, 16:20 Uhr