grafische Animation eines künstlichen Kopfes mit dem Weltall im Hintergrund
Bildrechte: Colourbox.de

Der kleine Unterschied Künstliche Intelligenz - zum Fürchten?

Maschinen, die nie krank sind, nie schlecht gelaunt, Aufgaben stets perfekt erledigen und sich dabei ständig selbst optimieren: Viele Menschen fürchten die Folgen künstlicher Intelligenz. Zu Recht?

grafische Animation eines künstlichen Kopfes mit dem Weltall im Hintergrund
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Maschinen, die nie krank sind, nie schlecht gelaunt und Aufgaben stets perfekt erledigen und sich dabei ständig selbst optimieren: Muss man die künstliche Intelligenz fürchten? Einer Umfrage zufolge tun das 41 Prozent der Deutschen. Am ängstlichsten sind demnach die so genannten "Millenials", also die, die zwischen 1981 und der Jahrtausendwende geboren sind: Sie fürchten, dass ihre Arbeit in 15 Jahren von Computern erledigt wird. 15 Prozent der Deutschen fürchten außerdem um ihre Privatsphäre und ähnlich viele, dass Technik außer Kontrolle oder in die Hände von Kriminellen gerät. Sebastian Rudolph, Forscher am Institut für Künstliche Intelligenz der TU Dresden glaubt nicht, dass man vor künstlicher Intelligenz Angst haben muss. Im Gespräch mit dem MDR sagte er:

Die Frage ist, warum sollte eine KI uns als Arbeitskräfte nehmen, wenn es doch viel bessere Roboter gibt? Für Versklavung sehe ich einfach keinen Sinn, nicht mal aus Sicht der künstlichen Intelligenz.

Sebastian Rudolph, KI Forscher, TU Dresden

Problemfall Mensch: Algorhythmen hinterfragen, statt glauben

Auch künstliche Intelligenz in Waffen lehnen der Umfrage zufolge 60 Prozent der Deutschen ab - ganz im Gegensatz zu ebenfalls befragten US-Amerikanern, von denen mehr als 70 Prozent der Befragten Waffen mit KI in den Kampf schicken würden. Sebastian Rudolph hält ein anderes Szenario für gefährlich: "Ich habe größere Bedenken, dass eine von Menschen befehligte Armee Kriege führen wird, als dass eine aus sich heraus agierende Roboterarmee mit eigenen Zielen irgendwann die Menschheit unterjochen würde." Ein Problem im Zusammenhang mit der KI sieht Professor Rudolph in der menschlichen Technik-Gläubigkeit, bei der Maschinen über die Kreditwürdigkeit von Menschen entscheiden: Die Algorithmen, nach denen Computer Empfehlungen geben, werden nicht mehr hinterfragt, sondern einfach hingenommen.

Wo der Mensch unschlagbar ist: Kommunikation, Kreativität, Interaktion

Rudolph verweist auch auf Techniken, bei denen Computer den Menschen noch lange nicht das Wasser nicht reichen können: "Man denke an Kommunikation auf menschlichem Level, jeder, der schon mal mit einer Hotline mit Computer am anderen Ende zu tun hatte, weiß, wovon ich spreche." In Leistungen, bei denen es um Kreativität und massive Interaktion mit der realen Welt geht, hinkt die künstliche Intelligenz dem Mensch noch weit hinterher, wie die Fußballroboter, die derzeit noch über Rasenkanten oder Unebenheiten im Boden stolpern. Die KI-Community tüftelt allerdings längst an diesen immer komplexeren Aufgaben für intelligente Roboter - erklärtes Ziel ist Rudolph zufolge die perfekte Fußballroboter-Mannschaft: Sie soll 2050 die dann aktuellen Fußballweltmeister schlagen.

Wie intelligent ist die KI überhaupt?

Chinesische Forscher haben getestet, wie intelligent die KI von Technikriesen wie Google und Apple derzeit überhaupt ist. Das Ergebnis ist, je nach Blickwinkel, ernüchternd oder beruhigend: Beim Vergleich der Systeme lag die die Google-KI deutlich vor der Konkurrenz mit einem IQ von 47,28. Zum Vergleich - ein sechsjähriges Kind hat im Schnitt einen IQ von 55,5.

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell auch im Radio: MDR | 17.10.2017 | 16:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2017, 16:46 Uhr