53 Lichtjahre entfernt NASA-Weltraumteleskop TESS findet erdähnlichen Planeten

Er ist fast so groß wie unsere Erde, deutlich heißer und liegt 53 Lichtjahre entfernt. Das NASA-Weltraumteleskop TESS hat den ersten erdähnlichen Planeten seiner Mission entdeckt. Weitere Exoplaneten sollen folgen.

Künstler-Konzept des erdähnlichen Exoplaneten HD 21749c
Künstler-Konzept des von TESS entdeckten erdähnlichen Exoplaneten HD 21749c. Bildrechte: Robin Dienel, courtesy of the Carnegie Institution for Science

Das NASA-Weltraumteleskop TESS hat seinen ersten erdähnlichen Planeten entdeckt. Wie ein internationales Astronomen-Team in den Astrophysical Journal Letters mitteilte, hat der neu entdeckte Planet HD 21749c einen Durchmesser, der etwa 89 Prozent unseres Erddurchmessers entspricht. Er umkreist HD 21749, einen Stern mit 80 Prozent der Masse unserer Sonne, der 53 Lichtjahre von uns entfernt im südlichen Sternbild Reticulum liegt.

Steinig, heiße neue Welt

NASA-Weltraumteleskop TESS
Das NASA-Weltraumteleskop TESS spürt Exoplaneten entfernter Planetensysteme im Weltall auf. Bildrechte: NASA's Goddard Space Flight Center

Nach Annahme der Astronomen ist der neue Planet HD 21749c wahrscheinlich ein sehr steiniger und sehr heißer Planet mit Oberflächentemperaturen von bis zu 427 Grad Celsius. Den Berechnungen zufolge umkreist er seinen Heimatstern auf einer sehr engen Umlaufbahn. Eine Umrundung dauert demnach acht Tage. 21749c ist der zehnte Planet, den TESS (Transiting Exoplanets Survey Satellite) bislang entdeckt hat. Hunderte weitere Kandidaten werden noch untersucht.

Auch Neptun-Doppelgänger entdeckt

Bereits im Januar hatte das NASA-Weltraumteleskop im gleichen Sternbild einen Planeten von der Größe des Neptuns ausgemacht. Der Planet HD 21749b ist dreimal so groß wie die Erde und besitzt die 23-fache Masse unseres Heimatplaneten. Auf ihm herrschen Temperaturen von 150 Grad Celsius. Die Dichte von HD 21749b ist größer als die des Neptuns, jedoch ist er nicht so steinig. Nach Annahme der Astronomen könnte auf ihm Wasser vorhanden sein. HD 21749b umkreist seinen Heimatstern auf einer großen Umlaufbahn in 36 Tagen einmal.

Suche nach Exoplaneten

Start einer SpaceX Falcon 9 Rakete mit NASA-Weltrauteleskop TESS
Mit einer SpaceX Falcon 9 Rakete wurde TESS am 18. April 2018 ins All gebracht. Bildrechte: NASA

Das NASA-Weltraumteleskop TESS wurde im April 2018 mit einer Falcon 9-Rakete auf den Weg in eine Erdumlaufbahn gebracht. In einer zweijährigen Mission soll TESS Exoplaneten suchen, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Dabei verwendet das Weltraumteleskop die sogenannte Transitmethode. Der Planet wird dabei nicht direkt beobachtet, sondern durch die Beobachtung des Helligkeitsverlaufes seines Sternes ausgemacht. TESS vermisst dabei den Himmel und liefert die Zieldaten für die Bodenteleskope und angeschlossenen Instrumente, welche die ausgemachten Objekte anschließend genauer ins Visier nehmen.

Wir messen, wie die Sterne "wackeln"

Ein solches Instrument ist beispielsweise der Planet Finder Spectrograph (PFS) am Magellan II-Teleskop am Carnegie-Observatorium Las Campanas in Chile. Mit ihm ist es möglich, die Masse der neu entdeckten Planeten zu ermitteln und zwar mit der sogenannten Radial-Velocity-Methode. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass der Stern und der Planet sich gegenseitig beeinflussen.

Künstler-Konzept eines Supererde-Exoplaneten
Künstler-Konzept einer Supererde: Mithilfe der Radial-Velocity-Methode können Masse und andere Eigenschaften von Exoplaneten bestimmt werden. Bildrechte: NASA

Der Planet kreist nämlich nicht um den Stern, sondern beide kreisen um ihr gemeinsames Massezentrum. Da der Stern so viel massiver ist als der Planet, befindet sich der Massenmittelpunkt innerhalb des Sterns und der Stern scheint leicht zu wackeln, wenn sich der Planet um ihn herum bewegt. Die dabei entstehenden winzigen Taumelbewegungen der Planeten in ihren Umlaufbahnen können die Wissenschaftler mit Hilfe des PFS erkennen. Durch die ermittelte Masse ist es wiederum möglich, die Dichte der Himmelskörper sowie ihre chemische Zusammensetzung zu bestimmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 17:33 Uhr

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