TU Freiberg Sachsens Nussknacker für Macadamia-Nüsse

Macadamia-Nüsse sind sehr gesund, aber extrem schwer zu knacken. Forscher der TU Freiberg haben eine koffergroße Maschine gebaut, die Nüsse knackt, aber nicht zerquetscht. Das könnte den Ertrag der Nussbauern erhöhen, die für Nuss-Bruch weniger Geld erhalten als für ganze, runde Kerne.

Ein Mann wirft eine Nuss in die Nussknacker-Maschine. Davor steht ein traditioneller Nussknacker und einige Nüsse auf einem Tisch.
Professor Matthias Kröger von der TU Bergkakademie Freiberg hat eine Nussknackmaschine für Macadamia-Nüsse entwickelt. Deren Schale ist besonders hart. Bildrechte: MDR/TU Freiberg/Detlef Müller

Wenn man in die Suchmaschine seiner Wahl "Macadamianüsse" eingibt, kommt gleich als zweites Stichwort: "Macadamianüsse öffnen". Kein Wunder, denn das ist gar nicht so leicht. Die "Königin der Nüsse" ist zwar sehr gesund und enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine, Kalzium und Eisen. Aber sie besitzt auch eine extrem harte Verpackung, an der sich Nussknacker in Deutschland oft die Zähne ausbeißen.

Es ist nicht die Dicke der Schale, sondern es ist die Festigkeit ihrer Faser. Genau genommen ist die Macadamia nämlich nur ein Samen, und das, was wir Macadamia-Nuss nennen, ist eine Samenobstart mit extrem harter Schale.

Nussknack-Maschine: knacken, ohne zu zerstören

Professor Matthias Kröger von der Bergakademie in Freiberg arbeitet schon länger an einer Macadamia-Nussknackmaschine. Die ist sogar schon patentiert. Bisherige Modelle hätten nicht gut funktioniert, sagt Kröger. "Besonders wenig Bruch zu machen ist das Geheimnis." Bisherige Maschinen seien entweder zu simpel oder einfach zu groß. "Entweder machen sie die Nüsse kaputt oder sie kriegen die Schale nicht optimal ab", so der Ingenieur für Maschinenbau. High-End-Maschinen kosten für einzelne Anbauer zu viel.

Offene Macadamia Nuss am Baum
Hier sieht man, die Macadamia-Frucht am Baum Bildrechte: imago images / Design Pics

Zunächst sind es Kleinbauern beispielsweise in Afrika, die die Nüsse verarbeiten. Bevor die also in den Verkauf kommen, müssen sie mindestens eine Woche getrocknet werden. Danach siebt man sie nach Größe, trennt sie, knackt und verpackt die Macadamianüsse. Effizient sei die Produktion bislang nicht, meint Matthias Köhler und hat nun den Knackvorgang optimiert.

Im Moment können wir auf 100 Kilogramm pro Stunde kommen. Das ist bei den Macadamia-Preisen eine ganze Menge.

Professor Matthias Kröger, TU Bergakademie Freiberg
EInige Macadamia Nüsse, geschlossen und schon geöffner.
Ein hartes Stück Arbeit, knackt man die Macadamia von Hand Bildrechte: imago images / Panthermedia

Knackt man per Hand, also zum Beispiel mit dem Hammer, beschäftigt man sich gut und gerne schon mal eine Minute mit nur einer Nuss, noch dazu oft mit fragwürdigem Ergebnis. Dann ist der Kern zertrümmert, die Schalen ins Nussfleisch gequetscht. Mit Krögers Drehscheibe können pro Drehung sechs Nüsse geknackt werden. An der Geschwindigkeit der Drehscheibe könne man noch arbeiten, sagt er.

Maschine soll in Kenia repariert und gepflegt werden können

Das Ziel von Professor Kröger: Die Verarbeitung der Nüsse soll ökologischer, ökonomischer und auch hygienischer werden. Deshalb arbeitet die TU Bergakademie Freiberg auch mit dem Deutsch-Kenianischen Zentrum für Rohstoffforschung zusammen.

Wir gucken: Können wir die auch vor Ort fertigen, kann man die da auch reparieren? Es geht um die Werkstoffe, aus denen die Maschine besteht. Alle Teile, die nicht mit der Nuss in Berührung kommen, müssen nicht aus Edelstahl sein.

Professor Matthias Kröger, TU Bergakademie Freiberg

Wie teuer so eine Maschine am Ende wird, kann Kröger noch nicht sagen.

Schale der Macadamia-Nüsse lässt sich weiterverwenden

Am Ende bleibt noch die Frage: Was macht man mit den Nussschalen? Dafür gibt es Kröger zufolge verschiedene Möglichkeiten: Die Schale ist holzähnlich, man kann sie zum Heizen verwenden oder zum Kochen. Dafür muss man sie aber trocknen, sagt der Professor.

Wir überlegen noch, ob man einen Rohstoff daraus machen kann. Für 3-D-Druck wäre es ein interessantes Material.

Professor Matthias Kröger, TU Bergakademie Freiberg

Dieser Spur folgen auch schon andere Forscher, die die Struktur der vermeintlichen "Nuss-Schale" geknackt haben: Bei mikrostrukturellen Untersuchungen an der TU Berlin wurde eine siebenschichtige Sandwichstruktur nachgewiesen. Wer diese Struktur versteht, kann sie für die Entwicklung neuer Materialien nutzen, die genauso hieb- und stichfest sein sollen wie die Verpackung der Macadamia-Frucht.  

Eine Frau erntet in Ruanda Macadamia Nüsse.
Macadamia-Bäume werden auch auch in Ruanda, Hawaii und vor allem Australien in Plantagen kultiviert. Bildrechte: imago/Nature Picture Library

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09. Dezember 2019 | 10:00 Uhr

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