Recycling Neues Verfahren: Wie aus Plastikverpackung wieder Öl wird

Der österreichische Energiekonzern OMV hat ein Verfahren entwickelt, das Plastikmüll in Rohöl zurückverwandelt. So könnte sich Kunststoff deutlich effizienter recyclen lassen. Es gibt nur einen kleinen Haken.

100 Liter Rohöl aus 100 Kilo Plastikverpackungsmüll in einer Stunde: Das österreichische Energieunternehmen OMV hat einen Weg gefunden, wie Kunststoffe deutlich schneller und effizienter in Öl zurückverwandelt werden können.

Durch Hitze, Druck und die Zugabe von Lösungsmitteln werden beim sogenannten ReOil-Verfahren Plastikstoffe aufgespalten und dadurch in synthetisches Rohöl gewandelt. Das unterscheidet sich von gewöhnlichem Rohöl nur dadurch, dass es keinen Schwefel, aber mehr Wasserstoff enthält. Wie gewöhnliches Öl lässt es sich entweder in Treibstoff oder in neue Kunststoffe umwandeln.

Zwei-Tonnen-Anlage denkbar

Der Konzern hatte seine neue Pilotanlage im Janaur 2019 in seiner Raffinerie in Schwechat nahe Wien vorgestellt. Auf Anfrage von MDR-Wissen sagte eine Sprecherin, dass das Verfahren in Zukunft weiter ausgebaut werden könne. Die nächstgrößere Anlage soll dann bis zu zwei Tonnen Plastikmüll pro Stunde in Rohöl umwandeln können.

Das Verfahren funktioniert für Kunststoffe wie Polyethylen (PET), Polypropylen oder Polystyrol (Styropor). Damit ist es allerdings vor allem auf Verpackungen beschränkt. Kunststoff, der sich in Verbindungen mit anderen Werkstoffen befindet – bei Bauteilen von Gebäuden ist das häufig der Fall – müsste zunächst erst sauber von all seinen anderen Bestandteilen getrennt werden.

Experten halten die Methode dennoch für einen großen Fortschritt. Sie erzeuge deutlich weniger klimaschädliches CO2, als das bisher übliche Verbrennen von Plastikmüll, sagte Hans Leibold, der sich beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit Brennstoffaufbereitung beschäftigt.

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 16:20 Uhr