Raumfahrt & Astronomie Vorschau April 60 Jahre bemannte Raumfahrt: Lust auf eine Astronauten-Ausbildung?

Ab sofort können Sie sich bewerben und Astronaut oder Astronautin bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA werden. Ein sehr gut passendes Datum, hat doch in diesen Tagen vor 60 Jahren die bemannte Raumfahrt mit Juri Gagarins Flug ins All begonnen. Auf dem Mars ist ebenfalls einiges los, über das Firmament werden Sternschnuppen hinwegsausen und wir haben einen Supermond.

Die Astronautin Claudie Haigneré im Raumanzug
Die ESA sucht vor allem Frauen. So wie Claudie Haigneré, die 1996 für Frankreich ins All flog. Bildrechte: MDR / ESA / CNES

Haben Sie als Kind davon geträumt, Astronautin oder Astronaut zu werden? Dann haben Sie ab heute die Möglichkeit, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA öffnet am 31. März nämlich ihre Bewerbungsphase für ihren neuen Astronautenkorps. Dieses Mal möchte die ESA vor allem Frauen dazu ermutigen, sich auf die Stelle zu bewerben.

Welche Voraussetzungen Sie dafür erfüllen müssen, verraten wir Ihnen in dem nachfolgenden Artikel. Neben Astronautinnen und Astronauten sucht die Raumfahrtbehörde aber auch den ersten oder die erste Para-Raumfahrer:in – also jemanden mit einer körperlichen Behinderung. Damit wird die ESA die erste Raumfahrtbehörde sein, die den Weltraum für jedermann und jedefrau erreichbar machen will.

60 Jahre bemannte Raumfahrt

Der erste Mensch, der in den Weltraum starten durfte, war der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin. Am 12. April 1961 ist er mit seinem Wostok 1 Raumschiff um die Erde geflogen. Damit hat er den Grundstein für die bemannte Raumfahrt vor 60 Jahren gelegt. MDR WISSEN und MDR Zeitreise schauen deshalb im April einmal genauer auf die Raumfahrt und widmen diesem Thema eine eigene Woche.

Darüber hinaus ist am selben Tag vor 40 Jahren das erste amerikanische Space Shuttle in den Weltraum aufgebrochen. Es war die Columbia – ein wiederverwertbares Raumschiff. Auch das wird an diesem Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt, der auch als Yuri’s Night benannt wird, zelebriert. Es ist eine von Kunst und Musik geprägte Feier, die der Faszination des Weltraums gewidmet ist.

Yuri Gagarin 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viel los am Mars

Im April passiert auch einiges bei unserem Nachbarn, dem Mars. Die Vereinigten Arabischen Emirate werden mit ihrer Raumsonde Hope ein vorerst letztes Korrekturmanöver fliegen. Damit gelangen sie in die wissenschaftliche Umlaufbahn des Mars und können somit ab dem 6. April ihre Forschungen beginnen. Die ersten Daten haben sie bereits gesammelt. Damit sie ein ganzheitliches Abbild der Marsatmosphäre erhalten, müssen sie alle vier Jahreszeiten des Mars abwarten. Auf der Erde werden dann zwei Jahre vergangen sein.

Mars-Panorama aufgenommen vom Rover Perseverance
Mars-Panorama aufgenommen vom Rover Perseverance Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Neben der arabischen Mission werden die Amerikaner ihren ersten Flugtest auf einem fremden Planeten beginnen. Ab dem 8. April öffnet sich das Testfenster des Mini-Hubschraubers Ingenuity. Dieser wird zunächst nur in bis zu drei Meter Höhe abheben. Insgesamt sind fünf Flugversuche geplant, bei denen Ingenuity bis zu fünf Meter hoch und 300 Meter weit fliegen kann.

Sternschnuppen im April

Zurück zur Erde. Vom 16. Bis zum 25. April können Sie hier die Sternschnuppen der April-Lyriden am Nachthimmel betrachten. Die meisten Sternschnuppen werden Sie übrigens in der Nacht zum 23. April erkennen können. Pro Stunde fliegen dann bis zu 18 Sternschnuppen über den Erdhimmel hinweg.

Ob das Wetter an diesem Tag mitspielen wird, steht noch in den Sternen. Jedoch wird man den Mond in den Sternschnuppennächten hell am Himmel stehen sehen. Am 27. April ist nämlich Vollmond und dieser ist auch noch heller und größer, denn es ist ein Supervollmond. Wenn der Mond am Himmel steht, werden die Nächte heller sein als beispielsweise kurz vor oder nach Neumond. Dadurch wird der Mond in der Nacht vom 22. auf den 23. April die Sicht auf die Sternschnuppen erschweren.

Neue Raumfahrer:innen für die ISS

Im April werden von der Erde aus neue Raumfahrer:innen zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Zunächst werden es drei russische Kosmonauten sein, die am 9. April bereits zur ISS fliegen sollen. Das Zeitfenster für die nächste SpaceX Crew wird sich am 22. April öffnen. Zur Crew 2 gehört auch der ESA-Astronaut Thomas Pesquet. Die bisherige ISS-Besatzung wird in zwei Touren die Internationale Raumstation verlassen. Beide sollen im April stattfinden, genaue Termine gibt es für die Rückkehr zur Erde aber noch nicht.

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