Raumfahrt Ankunft auf dem Mars: Chinas Rover soll am 17. Mai landen

Mitte Mai soll der nächste Rover auf dem Mars landen. Nach den Amerikanern wird die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA den Marsboden ansteuern. Die Landung ist für den 17. Mai angesetzt. Damit ist die Tianwen-1 Mission nicht nur die erste chinesische interplanetare Raumfahrtmission, sondern auch die erste Landung der Volksrepublik auf einem fremden Planeten.

Ausstellung mit Modellen, die ein Raumschiff und den Rover der Tianwen-1-Raumsonde auf dem Mars darstellen
Ausstellung mit dem Modell des Mars-Rovers Zhurong der chinesischen Tianwen-1-Mission. Bildrechte: dpa

Die Volksrepublik China greift nach den Sternen. Nach mehreren Mondmissionen und dem ersten Schritt zum Errichten einer eigenen Raumstation im Orbit hat die autokratische geführte Republik den roten Planeten im Visier. Bereits am 10. Februar hat die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA mit ihrer Sonde Tianwen-1 die Marsumlaufbahn erreicht. Seitdem umkreist sie den Planeten und sucht nach einem passenden Landeplatz. Denn an Bord der Raumsonde befindet sich ein kleiner Rover.

Chinas Rover hat einen Namen

Dabei hat der circa 240 Kilogramm schwere Mars-Rover erst seit Kurzem einen Namen. Am 24. April, dem chinesischen Weltraumtag, wurde dessen Name durch die CNSA verkündet: Zhurong – gewidmet dem altchinesischen Gott des Feuers. Ein passender Name, denn in China wird der rote Planet Huoxing genannt, was übersetzt der Planet des Feuers bedeutet. Für den stellvertretenden Direktor der CNSA, Wu Yanhua, Grund genug, die Namenswahl mit der Entzündung der Flamme der chinesischen Planetenforschung zu vergleichen.

Künstlerische Darstellung zeigt die chinesische Mars-Mission Tianwen-1
Künstlerische Darstellung zeigt die chinesische Mars-Mission Tianwen-1 mit ihrem Rover Zhurong. Bildrechte: W. X. Wan, C. Wang, C. L. Li & Y. Wei / CNSA

Die Landung der chinesischen Marsmission

Zhurong soll am 17. Mai auf der Marsoberfläche landen. Mit einer Geschwindigkeit von vier Kilometern pro Sekunde soll er in die Marsatmosphäre eintreten – umgerechnet entspricht das 14.400 km/h. Damit das Landefahrzeug beim Atmosphäreneintritt nicht verglüht, wird es von einer Aeroshell umhüllt. Dabei handelt es sich um eine Schutzhülle, die das Raumfahrzeug und das Hitzeschild umgibt.

Sobald das Landefahrzeug die heiße Atmosphäre durchdrungen hat, soll sich ein Fallschirm öffnen, der die Fallgeschwindigkeit drosseln soll. Kurz vor der Landung sollen sich die Schubtriebwerke des Landers aktivieren. Damit wollen die chinesischen Ingenieure dem Rover eine leichte Landung ermöglichen. Bei einer harten Landung könnte Zhurong beschädigt werden und dessen Einsatz auf dem Mars wäre damit vorbei.

Ausstellung mit Modellen, die ein Raumschiff und den Rover der Tianwen-1-Raumsonde auf dem Mars darstellen
Ausstellung mit Modellen, die ein Raumschiff und den Rover der Tianwen-1-Raumsonde auf dem Mars darstellen Bildrechte: dpa

Harte Rocket-Science: Die Hälfte aller Marslandungen scheitern

Eine Marslandung oder allgemein eine Landung auf einem fremden Himmelskörper ist alles andere als leicht. Fast die Hälfte aller Marsmissionen sind bei der Landung gescheitert. Da der Mars nur einen sehr geringen atmosphärischen Druck hat, fallen Objekte auf dem Mars viel schneller zu Boden, als sie es beispielsweise auf der Erde tun würden.

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA konnte ihre letzten Missionen erfolgreich auf der Marsoberfläche landen lassen, so auch den neuesten NASA-Rover Perseverance. Bei der europäischen Mars Express Mission 2016 sah es anders aus. Schiaparelli hatte 50 Sekunden vor dem geplanten Aufsetzen auf der Marsoberfläche aufgehört zu senden. Die Landung war gescheitert.

Wenn es der chinesischen Raumfahrtbehörde gelingen sollte, wäre sie die erste Nation, die beim ersten Versuch auf dem Mars landen würde – und das auch noch bei ihrer ersten Marsmission überhaupt. Die Volksrepublik China ist die vierte Nation, die versucht, auf dem roten Planeten zu landen. Außerdem ist sie nach den USA, Russland, Europa, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten die sechste Nation, die überhaupt die Marsumlaufbahn erreicht hat.

Landeplatz und Missionsziel

Bereits wenige Tage nach seiner Landung kann Zhurong seine Mission beginnen. Sein Ziel ist es, die Bodeneigenschaften und Gesteinszusammensetzungen zu erforschen. Außerdem wird er die Wasser- und Mineralienvorkommen auf dem Planeten untersuchen. Dafür scheint das Erforschungsgebiet gut geeignet zu sein. Bei Utopia Planitia handelt es sich um ein riesiges Becken in der nördlichen Tiefland-Hemisphäre. Vor 35 Jahren brachte die NASA ihren Lander Viking-2 dort erfolgreich auf den Marsboden.

Die Grafik zeigt den Ausschnitt eines 2.000 Kilometer großen Radius auf dem Mars. Das schwarze Polygon zeigt das Isidis Planitia, eine kreisförmige ausgedehnte Tiefebene auf der nördlichen Hemisphäre. Die 0,5 ° × 0,5 ° quadratischen Gitter (lila) kennzeichnen die Untersuchungsgebiet, in denen die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit eines Staubsturms während der letzten acht Mars-Jahren berechnet wurden. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die räumliche Wahrscheinlichkeit eines Staubsturms von Nord nach Süd abnimmt.
Die Grafik zeigt den Ausschnitt eines 2.000 Kilometer großen Radius auf dem Mars. Das schwarze Polygon zeigt das Isidis Planitia, eine kreisförmige ausgedehnte Tiefebene auf der nördlichen Hemisphäre. Die 0,5 ° × 0,5 ° quadratischen Gitter (lila) kennzeichnen die Untersuchungsgebiete, in denen die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit eines Staubsturms während der letzten acht Mars-Jahren berechnet wurden. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die räumliche Wahrscheinlichkeit eines Staubsturms von Nord nach Süd abnimmt. An einem dieser Orte wird Zhurong landen. Bildrechte: Peiwen Yao/ Chenfan Li/ Bo Li/ Shandong Provincial Key Laboratory of Optical Astronomy and Solar-Terrestrial Environoment/ Institute of Space Sciences, Shandng University Weihai

Bei dem Becken könnte es sich nach Vermutungen von Wissenschaftlern um einen Einschlagskrater handeln, der von Schlammströmen bedeckt ist. Falls dem so ist, kann dies ein Anzeichen für vergangenes Grundwasser sein – der Stoff aus dem Leben entstehen kann. Außerdem gibt es Hinweise über mögliches Wassereis in diesem Gebiet.

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