Freigelegte Eisader an einer Abbruchkante auf dem Mars.
Freigelegte Eisader an einer Abbruchkante auf dem Mars. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/UA/USGS

Bilder von NASA-Raumsonde Riesige Eisadern an Mars-Oberfläche entdeckt

Dass es auf dem Mars Wasser gibt, ist bekannt. Jetzt haben US-Wissenschaftler auf NASA-Bildern aber erstmals riesige Eisadern direkt an der Oberfläche entdeckt. Für bemannte Mars-Missionen ein entscheidender Fakt.

Freigelegte Eisader an einer Abbruchkante auf dem Mars.
Freigelegte Eisader an einer Abbruchkante auf dem Mars. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/UA/USGS

US-Wissenschaftler haben mithilfe der NASA-Raumsonde MRO (Mars Reconnaissance Orbiter, zu deutsch: Mars-Erkundungssatellit) gewaltige unterirdische Eisadern auf dem Nachbar-Planeten der Erde entdeckt. Wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte, fanden die Wissenschaftler auf hochauflösenden Bildern, welche die Spezial-Kamera HiRISE von Bord der MRO-Sonde lieferte, acht Stellen, an denen unterirdische Eisadern direkt zutage treten. Sie befinden sich an Abbruchkanten, die durch natürliche Errosion an der Mars-Oberfläche entstanden sind.

Schichten klaren Wassers

Vertiefung mit freigelegtem Untergrund-Eis auf dem Mars.
Vertiefung mit freigelegtem Untergrund-Eis auf dem Mars. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/UA/USGS

Zu sehen sind besonders klare Schichten gefrorenen Wassers, die wiederum von bis zu zwei Meter dicken Schichten eines Eis-, Stein- und Staubgemisches bedeckt sind. Die Forscher gehen davon aus, dass das Eis vor sehr langer Zeit als Schnee zu Boden fiel.

Dass unter der Mars-Oberfläche Depots mit gefrorenem Wasser liegen, ist schon lange bekannt. Neu ist allerdings, dass erstmals Stellen entdeckt wurden, an denen diese Eisadern direkt zutage treten. Zudem liegt die aktuelle Fundstelle in den mittleren Breitengraden des Roten Planeten, wo laut NASA weit weniger feindliche Verhältnisse herrschen als etwa an seinen vereisten Polkappen.

"Wasser mit Eimer und Schaufel holen"

Für künftige bemannte Mars-Missionen sind das Erkenntnisse von höchster Tragweite. "Astronauten könnten im Grunde mit einem Eimer und einer Schaufel dorthin gehen und sich ganz einfach das Wasser holen, das sie brauchen", sagt  Shane Byrne vom Lunar and Planetary Laboratory der Universität von Arizona in Tucson, einer der Autoren der Studie. Tatsächlich könnten die Eiswasser-Reserven des Mars jenen Menschen, die eines Tages dort landen sollen, nicht nur als Trinkwasser, sondern über die Gewinnung von Wasserstoff auch als Kraftstoff-Basis dienen.

Der neuste Fund lässt im Übrigen auch darauf schließen, dass es auf dem Mars gewaltige Flächen von Wassereis gibt, die nur durch eine relativ dünne Schicht von Ablagerungen bedeckt sind. Neuste Studien gehen von teilweise über 100 Meter dicken Eisadern in Tiefen von teilweise lediglich ein bis zwei Metern aus.

Künftige Missionen sollen Klarheit schaffen

Künftige Expeditionen wie die "Mars 2020 Rover Mission" der NASA oder der "Exo Mars-Rover" der Europäischen Weltraum-Organisation ESA sollen hier durch entsprechende Bohrungen mehr Gewissheit über die Wasserbestände des Roten Planeten und ihre Nutzbarkeit für den Menschen liefern. Dem Mars-Roborter "Curiosity", der 2012 auf dem Nachbar-Planeten der Erde landete, war es aufgrund des extrem harten Gesteins lediglich gelungen, bis zu zehn Meter tief zu bohren. Die jetzigen Eiswasser-Funde an der Mars-Oberfläche sind deshalb ein wesentlicher Meilenstein zur ersten bemannten Mission zum Roten Planeten.

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Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | Radio | 12. Januar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2018, 14:15 Uhr