Sensortechnik Bye-bye Fernsteuerung

Geradezu magisch: Drohnen, die man mit Armbewegungen steuert und Garagentore, die sich schließen, wenn man die Faust ballt. Science-Fiction oder Zukunftsmusik?

Harry Potter und seine Freunde mussten das richtige "Wutschen und Wedeln" mit dem Zauberstab lange üben, um Federn schweben zu lassen. Ähnlich geht es bis heute Drohnen- oder Modellflugzeug-Piloten: Sie steuern ihre Flugobjekte mit minimalsten Bewegungen am Steuerhebel, kontrollieren zeitgleich, ob das Flugobjekt dahin fliegt, wo es soll und denken auch noch spiegelverkehrt, wenn sie beim Flug mit einer Kamera filmen und die Drohne zurücklenken. Das könnte bald ohne ein Steuerungsgerät gehen – Forscher in der Schweiz haben Sensoren entwickelt, die auf Textilmaterial angebracht in ein Uhrarmband passen. Dann fliegt man Drohnen sprichwörtlich aus dem Handgelenk.

Wie geht das und wofür ist das gut?  

Dass Sensoren auf Bewegungen reagieren, kennen wir schon lange aus dem Alltag, zum Beispiel die Parkhilfe am Auto, bei der Sensoren Schallwellen und deren Reflektion auswerten oder an Fahrstuhltüren, die mit visuellen Sensoren arbeiten. Neu am Ansatz des Empa-Institutes aus der Schweiz ist, dass ihr Sensor aus piezoresistiven Fasern besteht, die feinste Bewegungen der Hand registrieren und in ein elektronisches Signal umwandelen. Diese Fasern werden aus Keramik entwickelt, die im 3-D-Druck hergestellt wird. Und diese Fasern übersetzen die Handbewegungen beim Drohnefliegen.

Stand der neuen Faser-Technik

Momentan wird der Algorithmus, der die Übersetzungsarbeit zwischen Sensorik und Drohnensteuerung übernimmt, noch verfeinert. Ziel ist es, dass der Sensor nicht nur einzelne Bewegungen, sondern komplette Bewegungsfolgen erkennen kann, wie verschieden häufiges Faustballen für verschiedene Kommandos.

Das Sensor-Armband – schon jetzt ein Auslaufmodell?

Das Armband mit den Fasern könnte übrigens auch bald Geschichte sein - in einer Bachelorarbeit untersucht eine Studentin an der Uni Bern, ob vielleicht diese neuartigen Sensoren auch auf kaum sichtbaren Pflastern angebracht werden können.

Über dieses Thema berichtete der MDR JUMP: im Radio | 21.06.2017 | 09:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2017, 10:20 Uhr