Jungfernflug geglückt Falcon Heavy schickt einen Tesla zum Mars

Der Elektroauto-Pionier Elon Musk ist wohl der Inbegriff eines Visionärs - sein Motto: Geht nicht, gibt's nicht. Und so tüftelt das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX des Tesla-Chefs seit Jahren am Projekt kommerzielle Raumfahrt. Am Dienstagabend europäischer Zeit folgte der nächste große Meilenstein: Der erfolgreiche Jungfernflug der Trägerrakete "Falcon Heavy" vom Weltraumbahnhof der NASA in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Und sie hatte ungewöhnliche Fracht: einen Tesla Roadster!

Marketing können Elon Musk und seine Teams: Ein Elektroauto von Tesla im Weltall? Was soll das denn? Natürlich ist es einerseits ein genialer Werbegag, der aufhorchen lässt - andererseits hat das Ganze sogar einen gewissen Sinn: Der rote Tesla Roadster mit dem Dummy auf dem Fahrersitz dient im ersten Demonstrationsflug der Trägerrakete "Falcon Heavy" als Massesimulation. Immerhin soll die Rakete später große Lasten ins Weltall und vielleicht sogar zu anderen Planeten transportieren können. Und der Jungfernflug ist geglückt.

Kurz nach 22 Uhr Mitteleuropäischer Zeit hob die siebzig Meter hohe Super-Rakete mit dem Elektroauto an Bord ab. Dafür nutzte SpaceX den Weltraumbahnhof der NASA in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Die "Falcon Heavy" hat ihren Jungfernflug von derselben Abschussrampe aus angetreten, wie einst die Mond-Mission Apollo und später die Flüge der Space-Shuttles.

SpaceX-Gründer Elon Musk hatte vorher noch vor zu viel Euphorie gewarnt: Das System sei erst im Anfangsstadium und es sei durchaus auch möglich, dass der Jungfernflug schief gehe. Es wäre nicht das erste Mal, dass eines von Musks Weltraum-Projekten nicht funktioniert wie geplant. Aber dieses Mal lief alles glatt. Bereits nach sieben Minuten koppelten die Brennstufen ab. Mit dem von Douglas Adams' "Reiseführer per Anhalter durch die Galaxis" entlehnten Schriftzug "Don't Panic" auf dem Display flog der Tesla in die Erdumlaufbahn. Kurze Zeit später landeten die zwei Falcon 9, die links und rechts an der Rakete befestigt waren, fast schon spektakulär synchron. Kleiner Makel in der großen Inszenierung: Die mittlere Rakete verfehlte bei der Landung die Landeplattform und stürzte ins Meer.

Die "Falcon Heavy" ist eine echte Super-Rakete: Sie kann laut SpaceX mit bis zu 64 Tonnen doppelt soviel Fracht ins Weltall mitnehmen wie die leistungsfähigste Lastenrakete, die momentan im Einsatz ist. In früheren Jahrzehnten hatten allerdings sowohl Amerikaner als auch Sowjets bereits größere Raketen im Einsatz.

Musk war mit seiner Rakete bereits fünf Jahre im Rückstand. Der erste Start war ursprünglich für 2013 geplant. Sie ist keine Neuentwicklung, sondern besteht aus drei Falcon 9-Raketen und besitzt damit über 27 Triebwerke. Die haben die Lastkapsel mit dem Roadster so beschleunigt, dass sie 400 Millionen Kilometer weit in die Marsumlaufbahn fliegen soll. Und dort wird der kirschrote Tesla eine ganze Weile bleiben, wie Musk am Montag in einer Pressekonferenz sagte.

Wir schätzen, dass er für mehrere hundert Millionen Jahre in diesem Orbit sein wird, vielleicht sogar über eine Milliarde Jahre.

Elon Musk

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Februar 2018 | 08:10 Uhr