Nachthimmel und Sternenhimmel im März Frühling, Sommer, Supermond: Raumfahrt und Astronomie im Überblick

Der März ist schon ein komischer Monat: Zuerst findet der astronomische Frühlingsbeginn statt und eine Woche darauf, am Monatsende stellen wir auf Sommerzeit um. Der dritte Monat des Jahres hat aber noch viel mehr zu bieten. Wir erklären, was die Astronomie und Raumfahrt für uns alles im März bereithält.

von Patrick Klapetz

Das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) ist ein Radioteleskop in der Atacama Wüste in den nördlichen Anden in Südamerika. Hier ist es vor einem Nachthimmel mit der Milchstraße zu sehen.
Auch im März lohnt sich ein Blick zu den Sternen. Bildrechte: ESO/B. Tafreshi (twanight.org)

Ein kriegerischer Monat erwartet uns – zumindest, wenn man seinen Namen betrachtet. März stammt nämlich von dem römischen Namen Martius ab, der dem Kriegsgott Mars gewidmet war. In diesem Monat begann für alle waffenfähigen Bürger die Feldzugsaison. Vor den Stadttoren Roms versammelten sie sich auf dem Marsfeld, auch Märzfeld genannt, um ihre Feldherren zu wählen und auf Tauglichkeit gemustert zu werden.

Heute werden die Massen dagegen nur noch mit einem Aufschrei am Ende des Monats bewegt. Am 29. März wird dem Schlaf nämlich eine Stunde geraubt – Nachteulen ausgeschlossen. Um 02:00 Uhr in der Nacht wird die Uhr eine Stunde vorgestellt und die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) beginnt.

Raumfahrt-Auftakt im März

Doch bis dahin ist noch etwas Zeit. Erst einmal steht ein Raumfahrtthema an: Das private Raumfahrtunternehmen Virgin Orbit wird am 1. März in den Markt für Space-Logistik eintreten. Mit einem Flugzeug wird eine Rakete in den Himmel transportiert und fallen gelassen. Anschließend zündet sie und startet ins Weltall.

Groß, größer: Supervollmond

Weitaus mehr Blicke wird am 9. März ein anderer Zeitgenosse auf sich ziehen: Es ist nämlich Supervollmond. In einem 29,53 Tagezyklus kreist der Erdtrabant um die Erde. Da seine Bahn aber elliptisch und nicht kreisrund ist, steht der Mond mal näher an der Erde dran und mal weiter weg. Im März wird er der Erde sehr nahe stehen und deshalb größer erscheinen als üblich. Supervollmond oder Supermond wird das Phänomen genannt. An diesem Tag befindet sich der Mond in 357.120 Kilometern Entfernung. Anders als am 24. März. Dann befindet sich der Erdtrabant in 406.690 Kilometern Entfernung und ist nicht zu sehen – denn es ist Neumond.

Mondvergleich
Ein Vollmond im Perigäum (rechts) leuchtet knapp ein Drittel heller als im Apogäum (links). Bildrechte: NASA

Wird das nächste Raumschiff starten?

Die Raumfahrt bleibt im März spannend, denn es kann sein, dass am 16. das private Raumfahrtunternehmen SpaceX sein Riesenraumschiff testen wird. Das Spaceship SN1 ist fünfzig Meter hoch und wurde dafür gebaut, um Menschen und Fracht in den Weltraum zu transportieren. Doch nicht nur zur Internationalen Raumstation ISS! Es soll bis zum Mars fliegen. Bis es aber soweit ist, wird es noch dauern.

Apropos Mars: Am 18. März wird dieser heller als üblich erscheinen. In den frühen Morgenstunden, um 05:00 Uhr, bietet der Mond einen guten Anhaltspunkt. Als abnehmende Mondsichel gesellt er sich nämlich zum Dreigestirn Mars, Jupiter und Saturn. Beobachten kann man das Himmelsereignis am Südosthimmel. Übrigens: Alle drei Planeten sind im März sehr präsent und liefern sich sogar ein himmlisches Rennen. Da der Mars näher an der Sonne als die beiden Gasplaneten steht, ist er der flinkeste Planet der Dreien. Am 20. März überholt er Jupiter und am 31. März den Saturn.

Der Frühling schneit herein

Auch wenn am 29. März die Uhr umgestellt wird, reicht der Frühling weit über den März hinaus. Seinen Anfang findet er am 20. März. Dann findet die Tag-und-Nacht-Gleiche, unter Fachleuten Äquinoktium genannt, statt. An diesem Tag beginnt der astronomische Frühlingsanfang. In diesem Jahr wird der Frühling bereits um 04:50 Uhr beginnen. Wie das alles funktioniert und berechnet wird, erklären wir im MDR Wissen Weltraumkalender.

Als Frühlingsdreieck erscheinen übrigens die drei hellen Sterne Regulus, Arktur und Spica am Nachthimmel. In der Monatsmitte kann man sie bereits ab 22.00 Uhr vollständig am Himmel sehen. Arktur hängt dabei im östlichen Himmelszelt, Regulus weiter oben am südlichen Firmament und Spica zwischen ihnen, aber deutlich näher am Horizont gelegen, als seine beiden Verbündeten.

Für die ersten erwähnenswerten Sternschnuppen muss man bis April warten. da sind dann Himmelsbeobachtungen vielleicht schon gemütlicher, da es dann bestenfalls auch schon wärmer ist. Bessere Sicht ist dagegen in kühlen und klaren Nächten zu erwarten.

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2020, 21:01 Uhr

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