Nachthimmel im Mai Jupiter, ISS und die Abschiedsshow der Iridium-Satelliten

Es gibt viel zu sehen am Nachthimmel im Mai. Da sind die Aquariiden-Sternschnuppen, Jupiter und die ISS. Und die Iridium-Satelliten geben gerade ihre Abschiedsvorstellung am Himmel. Was, die kennen Sie nicht?

Iridum Flare? Die Fackeln, die Blitze, die Leuchtspuren der Iridium-Satelliten? Noch nie davon gehört? Für Astro-Fans ein echter Geheimtipp. Und Sie müssen sich beeilen, wenn Sie sie noch sehen wollen, denn die Iridium-Satelliten verglühen bald zum letzten Mal.

Iridium Flares
So hell sind die Iridium-Flares - hier gleich zwei auf einmal. Die Satelliten Iridium 50 und 90, aufgenommen am 9. Oktober 2017. Bildrechte: imago images / UIG

Knapp 100 Iridium-Satelliten haben einst die Erde umkreist, 66 davon als aktive Telekommunikationseinheiten. Astrofotografen haben sie begeistert oder genervt, je nachdem, was sie am Nachthimmel fotografieren wollten. Denn wenn ein Iridium-Satellit das Sonnenlicht auf die Erde reflektierte, dann strahlte er fast so hell wie der Mond.

In den vergangenen beiden Jahren wurde die Flotte durch neue Satelliten "Iridium Next" abgelöst. Seit Februar ist die alte Flotte außer Dienst. Nur wenige der alten Iridium-Satelliten sind überhaupt noch zu sehen. Die Flugbahnen sind kaum noch zu berechnen. Das Team von Heavens above versucht es trotzdem und gibt Vorhersagen für Iridium Flares:

01.05.2019 Leipzig, 23:16:21 Uhr, Höhe 17 Grad, Azimut 28 Grad (NNO), Iridium 475, Helligkeit -2,3

02.05.2019 Chemnitz, 21:50:34 Uhr, Höhe 57 Grad, Azimut 64 Grad (ONO), Iridium 45, Helligkeit -2,7

04.05.2019 Magdeburg, 23:12:50, Höhe 24 Grad, Azimut 33 Grad (NNO), Iridium 61

Noch bis November sollen die Leuchterscheinungen am Himmel zu sehen sein, dann ist Schluss. Fans der Satelliten sammeln bis dahin weiter Bilder von Iridium Flares. Ihr Ziel: Eine Galerie mit mindestens einem Flare für jeden Iridium-Satelliten.

Ein glänzender Satellit vor schwarzem Hintergrund.
Ein Iridium-Satellit der ersten Generation. Bildrechte: Smithsonian Air and Space Museum

Warum sehen wir die Iridium-Blitze?

Es sind Reflexionen an den Antennen der Satelliten. Sie wirken wie plane Spiegel. Trifft das aus rund 800 Kilometer Höhe reflektierte Sonnenlicht im genau richtigen Winkel auf den Betrachter auf der Erde, ist es ungewöhnlich hell - bis zu -8 mag, also sogar heller als die ISS - aber auch nur auf einen kleinen Bereich konzentriert.

Die Internationale Raumstation dagegen ist bei einem Überflug über ganz Mitteldeutschland zu sehen. Anfang Mai ist das wieder eine Angelegenheit für Frühaufsteher. Hier können Sie sich die ISS-Überflüge für Ihren Ort von der NASA berechnen lassen.

ISS am Himmel

Im März 2019 war die ISS den ganzen Monat - erst morgens, dann abends - mit bloßem Auge am Himmel zu sehen.

Raumstation
Die Raumstation ISS. Am Morgenhimmel fast so hell wie die Venus. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Raumstation
Die Raumstation ISS. Am Morgenhimmel fast so hell wie die Venus. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
ISS
Sojus MS-12 hatte Mitte März drei neue Besatzungsmitglieder auf die ISS gebracht: Christina Hammock-Koch, Alexej Owtschinin und Nick Hague Bildrechte: NASA/Mark Garcia
ISS
Vor dem Ausstieg: NASA Astronautin Anne McClain (Mitte) inspiziert die Raumanzüge der neuen Crewmitglieder Christina Hammock-Koch (l.) und Nick Hague (r.) Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Weltraum
Die Nacht des 19. Januar 2019 über Nordeuropa. Zu sehen sind London (r.), der Ärmelkanal, Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Astronaut
Das Fenster zur Welt - die Beobachtungskuppel der ISS. Der kanadische Astronaut David Saint-Jacques fotografiert. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Raumstation
Module der ISS in Nahaufnahme: rechts ein Teil des Destiny-Labormoduls NASA), daran das Harmony-Modul. Vorn links das Kibo-Labormodul (JAXA), oben drauf ein Logistikmodul. In der Mitte das Columbus-Labormodul der ESA. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Raumstation
Das Cygnus-Frachtschiff verlässt die ISS aus den Greifern des Canadarm2-Roboterarms. Unten zu sehen: Der Pazifik. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Astronautin und Astronauten
Expedition 59 ist Mitte März 2019 auf der ISS eingetroffen: Christina Koch (NASA, l.), Alexej Ovchinin (Roscosmos, M.) and Nick Hague (NASA, r.) Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Astronautin und Astronauten
Im russsischen Kosmonautenzentrum "Juri Gagarin": Christina Koch (NASA, l.), Alexej Ovchinin (Roscosmos, M.) and Nick Hague (NASA, r.) vor ihrem Flug zur ISS. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
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Was gibt es im Mai noch am Nachthimmel?

Der große Wagen bestimmt das Bild. Und wer mag, kann mit dem mittleren Stern der Deichsel, er heißt Mizar, seine Sehkraft testen. Denn wer gute Augen hat, erkennt neben Mizar (das ist arabisch und heißt Pferd) den kleinen Stern Alkor, zu deutsch "Reiterlein".

Die Venus ist im Mai nur schwach am Morgenhimmel zu sehen. Den Nachthimmel beherrscht Jupiter, der immer früher aufgeht. Am 20. Mai ist er gemeinsam mit dem Vollmond zu sehen.

Und was ist mit Sternschnuppen?

Sie heißen Eta-Aquariiden. Bis Mitte Mai ist der Strom aktiv. Seinen Namen hat er vom Sternbild Wassermann. In den Morgenstunden des 6. Mai wird der Höhepunkt erwartet, mit bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde.

 

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP Radio | 03. März 2019 | 06:10 Uhr

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