Europäische Südsternwarte Neue Teleskope für die Suche nach Erde II

Im Hochland von Chile schaut die Europäische Südsternwarte mit ihren Teleskopen in den Nachthimmel. Jetzt sind drei neue dazugekommen. Ihr Ziel: Die Suche nach Erde II.

Die ExTrA-Teleskope auf La Silla.
Bildrechte: ESO/Petr Horálek

Rote Zwerge sind zwar die kleinsten Sterne, aber dafür die meisten. Sie leuchten sehr schwach, sind mit bloßem Auge nicht von der Erde aus zu sehen, aber für Astronomen ideale Beobachtungsobjekte, denn es gibt sie auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) sind jetzt drei neue Teleskope in Betrieb gegangen, die genau auf diese Zwergsterne gerichtet sind. Ihr Ziel: Die Suche nach potentiell bewohnbaren Welten.

Die drei Teleskope tragen den Namen ExTrA. Das steht für “Exoplanets in Transits and their Atmospheres“ und bedeutet: die Planeten und ihre Athmosphären werden nicht direkt beobachtet, sondern indirekt. Denn jeder Planet verdunkelt die Sonne, an der er vorüberzieht – zumindest ein ganz, ganz bisschen. Und dieses "Bisschen“ können die drei neuen ExTrA-Teleskope messen. Um Vergleichswerte zu haben, wird bei den Messungen das Licht von vier weiteren Sternen gesammelt. Und dieses Licht wird anschließend spektroskopisch untersucht, also praktisch in seine Einzelteile zerlegt. Das bietet völlig neue Möglichkeiten, so Jose-Manuel Almenara-Villa, der Experte für Exo-Planeten, der an dem Projekt beteiligt ist.

Mit ExTrA können wir einige der grundlegenden Fragen über Planeten in unserer Galaxie beantworten. Wir hoffen, die Gemeinsamkeiten dieser Planeten, das Verhalten von Mehrfachplanetensystemen und die verschiedenen Umgebungen, die zu ihrer Entstehung führen, erforschen zu können.

Jose-Manuel Almenara, Universität Grenoble

ExTrA ist ein Projekt der Europäischen Südsternwarte, das von Frankreich geleitet wird. Die Steuerung der Teleskope erfolgt in Grenoble. Aber wie immer bei der ESO sind verschiedene Länder beteiligt. So kommen die Teleskope aus Österreich, die Kuppeln aus Deutschland, die Infrarotkameras aus den USA und die Detektoren aus Belgien.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV | 16. Oktober 2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2018, 16:51 Uhr