Data Science Day Jena Datenmeer trifft auf Technologie

von Johannes Schiller

Schmaler Korridor zwischen vielen Zahlen auf digitalen Displays in gebogener Fluchtpunktperspektive
Bildrechte: Ikon Images

Daten gelten als Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Egal ob Wirtschaft oder Wissenschaft - sie spielen eine immer größere Rolle. Dadurch werden auch jene Experten immer wichtiger, die Werkzeuge für dieses Daten-Meer entwickeln. Einige von ihnen treffen sich heute zum Data Science Day in Jena.

Paradebeispiel für Big-Data

Selbstfahrende Autos sind für Joachim Giesen, Professor für theoretische Informatik an der Friedrich-Schiller Universität in Jena, ein Paradebeispiel für Big-Data, also enorme Datenfluten, die es zu verarbeiten gilt.

In dem Sinne sind die ganzen Testautos, die jetzt unterwegs sind, Sensoren, die eine Menge an Daten sammeln. Die zum Teil in den Autos zum Teil aber auch in der Cloud bei den großen Firmen verarbeitet werden. Nur aufgrund dieser Datenbasis wird autonomes Fahren überhaupt möglich.

Die Flut an Bildern und Sensor-Daten lässt sich nur mit selbstlernenden Computerprogrammen begegnen. Experten wie Giesen sprechen vom so genannten Deep-Learning. Diese Technologie hat ihm zufolge in den vergangenen fünf Jahren einen enormen Sprung gemacht. Vor allem, weil schlicht mehr Daten vorliegen und die Rechner schneller geworden sind.

Diese beiden Sachen zusammen, das hat zu Durchbrüchen bei der Spracherkennung und Bilderkennung geführt, die noch vor fünf Jahren undenkbar gewesen sind. Beides wird auch in Workshops am Data-Science-Day thematisiert werden.

Mit dem Tag zur Daten-Wissenschaft sollen Experten aus Wissenschaft und Praxis in Jena zusammengebracht werden. Gerade für die Optische- und Software-Industrie der Region hat Big-Data aus Giesens Sicht einen hohen Stellenwert. Medizingeräte können zum Beispiel so weiter entwickelt werden, dass sie die Bilder selbst analysieren. Und damit dem Arzt bei der Diagnose helfen.

Thüringen gut aufgestellt

Jena zählt zwar nicht zu den absoluten Top-Standorten in Deutschland, was Big-Data betrifft. Aber die Thüringer sind dennoch gut aufgestellt. Die Schiller-Universität betreibt ein Zentrum für datengetriebene und simulationsgestützte Wissenschaft. Vergangenen Sommer eröffnete außerdem das Institut für Data Science des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Kein Zufall, erklärt dessen Direktor Robert Axmann.

Es ist auch ein Standort, der eine gewisse Bedeutung hat. Und auch ein Potential für das DLF birgt. Wo wir hier in Jena für Raumfahrt und auch die anderen Forschungsbereiche gute Anknüpfungspunkte lokal in der Industrie, in den Universitäten und in den außeruniversitären Forschungsbereichen sehen. Dadurch haben wir uns für den Standort entschieden.

Der Data-Science-Day in Jena findet zum zweiten Mal statt. Die gut 100 Teilnehmer sollen einen Überblick erhalten über den Stand der Technik und die neuesten Werkzeuge für Daten – den Rohstoff der Zukunft.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. Mai 2018 | 11:52 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2018, 13:09 Uhr