Fachjournal "Nature" Von Astrophysik bis Paläontologie: Die wichtigen Wissenschaftler 2019

Das Magazin "Nature" hat Wissenschaftler gekürt, die in diesem Jahr besonders wichtig waren. "Unsere Liste geht auf einige der wichtigsten Wissenschaftsmomente des Jahres ein, indem Menschen hervorgehoben werden, die eine Schlüsselrolle bei diesen Ereignissen spielen", erklärt Rich Monastersky, Reportage-Chef von "Nature".

Politischer Gegenwind für die Forschung

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Die aktuelle Ausgabe von "Nature" mit der Titelstory "One Year. 10 Stories." Bildrechte: David Szakaly

Zu diesen Personen gehört etwa der Mikrobiologe Jean-Jacques Muyembe Tamfum, der in der Demokratischen Republik Kongo zum Ebola-Virus forscht, der in diesem Land seit dem Wiederaufbrechen 2018 bereits mehr als 2.200 Menschen das Leben gekostet hat.

Oder die Astrophysikerin Victoria Kaspi, die in Kanada half, ein Teleskop so einzustellen, das mysteriöse Strahlungsblitze am Himmel besser untersucht werden können.

Es sind auch streitbare Geister unter den vorgestellten Forschern, wie der brasilianische Physiker Ricardo Galvão, der sich seinem Präsidenten Jair Bolsonaro entgegenstellte. Bolsonaro wollte einen Bericht von Galvão verhindern, der darlegte, wie sehr sich die Abholzung im Amazonas-Gebiet beschleunigt hat. Dafür wurde der Physiker schließlich als Präsident des Brasilianischen Weltraumforschungsinstituts INPE abgesetzt.

Weit bekannter - und auch umstrittener - ist die inzwischen weltberühmte Greta Thunberg. Die junge Schwedin ist zwar keine Wissenschaftlerin, hat aber mit ihrem Protest auf die Gefahren durch die globale Erwärmung nachdrücklich aufmerksam gemacht.

Gehirne von toten Schweinen wiederbelebt

Greta Thunberg, Klimaaktivistin und Schülerin aus Schweden, knieht im Rahmen eines Pressetermins auf der emissionsfreie Rennjacht «Malizia».
Greta Thunberg war nicht nur für die Wissenschaft wichtig in diesem Jahr. Bildrechte: dpa

Auch die Artenvielfalt war in diesem Jahr ein wichtiges Thema. Ihr widmete sich besonders die argentinische Ökologin Sandra Díaz, die dokumentierte, das derzeit rund eine Million Spezies vom Aussterben bedroht sind.

Der Neurowissenschaftler Nenad Sestan aus Kroatien wiederum verschob die Grenze zwischen Leben und Tod, indem er die Gehirne von Schweinen wiederbelebte, nachdem sie einige Stunden zuvor gestorben waren.

Der äthiopische Paläontologe Yohannes Haile-Selassie schließlich veränderte unsere Annahmen von den Wurzeln der Menschheit mit dem Fund des 3,8 Millionen Jahre alten Schädels von Australopithecus anamensis - dem bisher ältesten menschlichen Ahnen.

"'Natures 10' ist kein Preis oder ein Ranking der wichtigsten Menschen der Wissenschaft. Stattdessen reichen die Geschichten dieser zehn Personen von unseren Ursprüngen bis zur Zukunft der Menschheit", resümiert "Nature"-Reportage-Chef Monastersky.

cdi

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 09. Oktober 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2019, 17:02 Uhr

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