Trauernder Prince -Fan vor einer Mauer mit Sternen und Blumengebinden
Bildrechte: IMAGO

Medikamentenmissbrauch Fentanyl - Schmerzmittel mit Risiken

Das Medikament Fentanyl, das sehr stark schmerzlindernd und beruhigend wirkt, ist auch bei uns in den Apotheken auf Rezept erhältlich. Es ist etwa 120-mal so stark wie Morphin und wirkt wesentlich schneller. Aufgrund seiner starken Nebenwirkungen und einer Häufung von Missbrauchs- und Vergiftungsfällen in den USA ist Fentanyl in die Kritik geraten. Dem amerikanischen Pop-Star Prince wurde der Missbrauch des Medikaments zum Verhängnis.

von MDR-Wissenschaftsredakteur Karsten Möbius

Trauernder Prince -Fan vor einer Mauer mit Sternen und Blumengebinden
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Fentanyl ist eine hochwirksame Substanz, um ein vielfaches höher als Morphin und wird eingesetzt zur Behandlung von starken und stärksten Schmerzen.

Christoph Jacke, Apotheker

Fentanyl ist nicht irgendein Schmerzmittel. Fentanyl ist das stärkste, was die Apotheken anzubieten haben. Es findet Anwendung bei schweren Tumorschmerzen, also bei Krebspatienten, bei Rheuma und bei Operationen in Krankenhäusern.

Wirkstoff ist ein künstlich hergestelltes Morphin. Deshalb fällt Fentanyl auch unter das Betäubungsmittelgesetz und es gibt eine Pflicht zur besonderen Dokumentation, wenn dieses Schmerzmittel verschrieben wird. Fentanyl gehört zur Standard-Ausstattung an deutschen Apotheken.

Es wird auf einem dreifachen Durchschlag ausgestellt, es ist auch ein gelbes Rezept. Von diesen drei Durchschlägen geht einer an die Krankenkasse zur Abrechnung, einer verbleibt beim verschreibenden Arzt für die Dokumentation und einer verbleibt in der Apotheke, für die Dokumentation in der Apotheke. Und es ist sogar laut Apothekenbetriebsordnung Pflicht, dass man Schmerzpflaster in der Apotheke vorrätig hat. Aber um beispielsweise den Missbrauch bei Einbruch zu verhindern, sind die Betäubungsmittel in einem bestimmten Schrank, in einem Tresor unter Verschluss.

Christoph Jacke, Apotheker

Fentanyl ist für den Apotheker Jacke ein sehr wichtiges Medikament bei der Schmerzbehandlung. Immer wieder spürt er aber, dass Patienten Angst haben, dieses Medikament zu nehmen. Unter ärztlicher Kontrolle und nach ärztlicher Verschreibung sind die Nutzen des Medikaments größer als Nebenwirkungen, wie Verstopfung. Wie alle Opiate birgt das Medikament aber auch Suchtpotential.

Es wird auch in der Drogenszene sehr gerne verwendet, weil es eben so stark ist.  Also dieses Missbrauchspotential ist beim Fentanyl sehr hoch und dieses Missbrauchspotential ist da.

Christoph Jacke, Apotheker

Fentanyl gibt es in unterschiedlichen Formen. Als Infusion zur Narkose, als Schmerzpflaster und es gibt es in Form von Lutschern, die man sich unter die Zunge legt.

Es ist berichtet worden von Todesfällen, wo eben Kinder aus Versehen die Lollis genommen haben, die eigentlich den Großmüttern zur Behandlung von starken Schmerzen verordnet worden sind.

Christoph Jacke, Apotheker

Fentanyl nimmt nicht nur Schmerzen, sondern wirkt auch stark beruhingend und verlangsamt die Atmung. Eine Überdosierung kann dann - wie wahrscheinlich auch im Falle des Popstars Prince - zum Atemstillstand führen.

Rockstar Prince in Heldenpose beim Konzert am 25. Januar 1985 in Memphis/Tennesse (USA)
Rockstar Prince wurde eine Überdosis Fentanyl zum Verhängnis. Bildrechte: IMAGO

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2017, 09:34 Uhr