Foresight Filmfestival 2016 Wie wollen wir in Zukunft leben?

Das Steintor in Halle ist Deutschlands ältestes Varieté-Theater. Am 30. Juni 2016 war es der Ort, an dem die Zukunft gezeigt wurde – beim 2. Foresight Filmfestival. Doch die Zuschauer saßen nicht nur im Saal, sondern dank Livestream auch in Moskau oder auf der Nordsee-Insel Pellworm.

Und die Pellwormer hatten allen Grund zu feiern. Zumindest die, die Anteile an der Energiegesellschaft halten, die Pellworm mit Öko-Strom aus Windkraft versorgt. Denn ihre Geschichte gewann einen der Hauptpreise beim Foresight Filmfestival 2016. "Die Pellwormer haben zugeschaut und uns sofort eine Glückwunschnachricht geschickt“, so die Filmemacher Uta Kolano und Wolfgang Gaube direkt nach der Preisverleihung, die die beiden komplett überraschte, denn sie hatten sich zum ersten Mal in einem Wettbewerb beworben.

In Moskau war Elena Artemenko gespannte Zuschauerin des Livestreams. Denn sie hatte mit "Comfortable Protest“ einen Beitrag im Wettbewerb. Der überzeugte die Jury und auch die rund 300 Gäste im Saal applaudierten der wunderbaren Idee, Protestdemos mit einem praktischen Toolset komfortabler zu machen. Nur einer von vielen Vorschlägen, die die Filmemacher, Studenten, Wissenschaftler eingereicht hatten. Das Publikum war fasziniert, begeistert und hofft auf eine Fortsetzung des Wissenschafts-Filmfestivals in Halle.   

Fortsetzung - für Dominik Büchler und Andreas Eymannsberger dank des Festivals auch ein großes Thema. Die beiden aus dem Filmteam der Fachhochschule Salzburg nahmen den Preis für "Omnis Fi“ entgegen, den vielleicht professionellsten der Filme, die am Abend gezeigt wurden. Eine Dystopie, verpackt in die Ästhetik eines Hochglanzwerbespots. Sie werden ihre 3000 Euro Preisgeld direkt in das nächste Projekt investieren.