Studien zum Frauentag Frauen verdienen besser und machen mehr Hausarbeit

Zum Frauentag schauen Forscher und Statistiker dieses Jahr besonders auf die Themen Verdienst und Hausarbeit und zeigen eine immer noch ungleiche Welt - mit Tendenz zur Besserung.

Fangen wir mit dem Geld an: Am Donnerstag veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass mehr Frauen finanziell auf eigenen Beinen stehen. Waren es im Jahr 2006 noch 64 Prozent, so konnten 2016 bereits 72 Prozent der Frauen zwischen 25 und 55 ihren Lebensunterhalt durch ihren Verdienst bestreiten. Im Osten sind es mit 77 Prozent mehr als im Westen (70 Prozent).

Und auch die Lohnlücke wird langsam kleiner, so aktuelle Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In den vergangenen 30 Jahren ist sie von 26 auf 16 Prozent gesunken. Vor allem junge Frauen profitieren davon, so die Forscher, bei 40 bis 49jährigen dagegen stagniert die sogenannte "Gender Pay Gap".

Ungleiche Aufgabenteilung im Haushalt

Gender Care Gap – so nennen Forscher das Problem der unterschiedlichen Verteilung der Hausarbeit.

In vielen Familien ist es offenbar fest verankert, dass für bestimmte Hausarbeiten die Frau zuständig ist, auch wenn sie erwerbstätig ist.

Claire Samtleben, Soziologin DIW

In Zahlen heißt das: An Wochentagen arbeiten Frauen und Männer zwar gleich viel, Männer aber mehr bezahlt im Job und Frauen dafür deutlich mehr zuhause – unbezahlt.

Kochen, Putzen und Wäsche waschen:
1992: Frauen 3 Stunden, Männer 35 Minuten

2016: Frauen 2 Stunden, Männer 52 Minuten

Und jetzt? Die Antwort der Forscher lautet so: "Die konstant geringe Beteiligung der Männer am Haushalt zeigt, dass ein genereller Kultur- und Normenwandel in Bezug auf Hausarbeit und Kinderbetreuung nötig ist."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Ostfrauen - weg vom Herd | 12. März 2019 | 22:05 Uhr