TU Ilmenau In Thüringen wird 5G getestet

Die Absorberkammer der TU Ilmenau erinnert eher an eine postmoderne Tropfsteinhöhle als an ein Mobilfunktestlabor. Große Stacheln von der Wand und vom Boden sollen die Kammer – eine der größten ihrer Art in Europa – von Strahlung von außen isolieren. Sogar für einen PKW ist Platz. Beste Bedinungen sollen es sein, um die Zuverlässigkeit des neuen Mobilfunkstandards 5G zu testen.

Denn um autonomes Fahren massentauglich machen zu können, müssen Fahrzeuge in Echtzeit miteinander kommunizieren können. 5G soll das möglich machen. Außerdem: Ladebalken gehören im 5G-Zeitalter nun endlich wirklich der Vergangenheit an und energiesparender sei der neue Standard auch noch.

Strahlung derzeit weit unter Grenzwert

Die hohen Datenraten werden möglich, weil die Wellenlänge der Frequenzen kürzer ist, auf denen 5G funkt. Der Nachteil: Die Reichweite ist geringer, es müssen viele Mobilfunkstationen hinzukommen. Fakt ist auch: Die elektromagnetische Strahlung wird sich erhöhen. Unter den Laborbedingungen in Ilmenau allerdings weit unter Grenzwert.

Strahlen-Grenzwert: 61 Volt pro Meter Der Grenzwert wird vom Bundesamt für Strahlenschutz festgelegt und beträgt für die betroffenen Frequenzen eine elektrische Feldstärke 61 V/m. Grundlage sind laut Bundesamt wissenschaftliche Erkenntnisse über die Höhe von Strahlung mit gesundheitsschädigender Wirkung.

Kritiker: Keine Rücksicht auf Elektrosensibilität

Um zu wissen, wie das in der Realität aussieht, sind aber noch viele weitere Messungen erforderlich. Auch wird bekanntermaßen die Höhe von Grenzwerten, je nach Betrachter, unterschiedlich bewertet: Auf der Petitionsplattform Campact haben bereits 20.000 Menschen einen offenen Brief von 26 Ärztinnen und Ärzten an die Bundesregierung unterzeichnet – mit der Aufforderung, 5G zu stoppen. Darin verweisen sie auf elektrohypersensibile Menschen, deren Lebensqualität durch den neuen Standard deutlich eingeschränkt und deren Zahl sich erhöhen würde.

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2019, 17:29 Uhr