Eine Tasse schwarzer Kaffee und ein Toast mit Marmelade in Herzform stehen auf einem Frühstückstisch
Bildrechte: Colourbox.de

Ernährung Gefährdet Frühstücken Ihre Gesundheit?

Mit einem gesunden Frühstück tun wir uns was Gutes. Zumindest haben wir das bislang geglaubt. Nun hat ein Biochemiker aus England, Terence Kealey, eine ganz andere Behauptung aufgestellt. Frühstücken ist gefährlich und alle Studien, die das Gegenteil behaupten, sind gekauft.

Eine Tasse schwarzer Kaffee und ein Toast mit Marmelade in Herzform stehen auf einem Frühstückstisch
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Terence Kealey hat eine Botschaft. Die hat der Biochemiker, der in Oxford studiert und in Cambridge gelehrt hat, jetzt sogar zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Sie lautet: Frühstück ist eine gefährliche Mahlzeit. Deshalb habe es die Natur sogar so eingerichtet, dass die meisten Leute morgens gar keinen Hunger hätten.

Eine Mahlzeit am Morgen führe dazu, dass der Blutzuckerspiegel hoch ansteigt, so Kealey. Wenn das regelmäßig passiert, kann das zu einer Insulin-Resistenz führen. Insulin sorgt jedoch dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen werden kann. Liegt eine Insulin-Resistenz vor, kann das nicht mehr vollständig funktionieren. Erkrankungen wie Diabetes 2 könnten die Folge sein, vor allem bei Menschen, die bereits übergewichtig sind, die älter als 45 Jahre alt sind oder hohen Blutdruck haben. Die sollten auf jeden Fall auf ein Frühstück verzichten, empfiehlt der Wissenschaftler.

Nur das falsche Frühstück ist gefährlich

Auf das Frühstück aus Gesundheitsgründen verzichten? Für den Präventionsexperte in Sachen Diabetes Prof. Dr. med. habil. Peter Schwarz von der TU Dresden keine Option. Er ist überzeugt, dass ein gesundes Frühstück zu einer ausgewogenen Ernährung dazugehört. Für ihn ist entscheidend, was dabei auf den Tisch kommt.

Schnell resorbierbare Zucker bzw. Kohlehydrate, wie sie in süßen Müslis, Fruchtaufstrichen oder Gebäck enthalten sind, können in der Tat zu einer Insulin-Resistenz führen. Sie sind grundsätzlich ungesund, ganz gleich bei welcher Mahlzeit.

Prof. Dr. med. habil. Peter Schwarz, Präventionsexperte Diabetologie

Vor allem, wenn man sich auch noch zu wenig bewegt. Wer eine kohlehydratreiche Mahlzeit zu sich nehme, dann aber 20 Minuten in Bewegung sei oder 4.500 bis 5.000 Schritte täglich zurücklege, habe nichts zu befürchten, so Schwarz. Die Sachsen gehen durchschnittlich überhaupt nur 2.700 Schritte pro Tag. Damit müssten sie ihren Speisezettel schärfer im Blick haben:

Der Gehalt an Ballaststoffen ist entscheidend. Denn sie sorgen dafür, dass Zucker eben nicht so schnell vom Körper aufgenommen werden kann. Eine frische Orange mit all ihren Ballaststoffen ist also besser als ein gefilterter Saft, ein selbstgemachtes Müsli mit vielen Nüssen und naturbelassenen Haferflocken besser als ein Schoko-Knuspermüsli.

Prof. Dr. med. habil. Peter Schwarz, Präventionsexperte Diabetologie

Zuviel Zucker ist eher so gefährlich wie Alkohol

Der Vergleich mit dem Rauchen hinkt, aber der mit Alkoholkonsum ist treffend. Zucker macht ebenfalls süchtig. Und die hohe Insulinausschüttung führt zu einer Leberverfettung, wie man sie von Alkoholikern kennt. So können schon Kinder darunter leiden, wenn sie regelmäßig zuviel Süßes bekommen. Zuviel heißt hier: 25 g mehr als es der Tagesbedarf vorsieht. Das entspricht z.B. einem winzigen Stück Schokolade, einem Glas Cola oder 1,5 Biowaffeln mit Honig.

Über das Thema berichtete MDR SPUTNIK im Radio | 24.01.2017 | 18:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2017, 08:58 Uhr