Alexander Gerst
Bildrechte: NASA

Raumfahrt Astro-Alex auf dem Heimweg

Am dritten Oktober hatte er als erster Deutscher das Kommando auf der internationalen Raumstation übernommen. Jetzt kehrt er zurück.

Alexander Gerst
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Am 2. Juni war er ins All gestartet, am Donnerstagmorgen gegen 6:00 Uhr kehrt er mit dem Raumschiff Sojus MS-09 zurück auf die Erde: Alexander Gerst, genannt "Astro-Alex". Der Raumfahrer hat damit seinen zweitlängsten Aufenthalt im All hinter sich. Am 3. Oktober hatte er als erster Deutscher das Kommando auf der internationalen Raumstation übernommen. Bei seinem Start ins All zusammen mit der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und dem Russen Sergei Prokopjew hatte er zahlreiche Aufgaben im Gepäck, wie die Erforschung müder Muskeln im All, Gewitterstürme und Laborversuche bei großer Kälte.

Winziger Schaden, welche Wirkung?

Russischer Raumfahrer bei Außeneinsatz an der ISS
Bildrechte: Nasa

Vergangene Woche hatte die ISS noch einmal für Schlagzeilen gesorgt, und zwar mit einem schwierigen Außeneinsatz: Zwei Raumfahrer untersuchten und fotografierten ein zwei Millimeter großes Loch an der angedockten russischen Raumkapsel. Es hatte im Sommer einen leichten Druck-Abfall in der Station verursacht. Nach der Untersuchung wurde es von den Astronauten mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet - ein schwieriges Unterfangen, angesichts der klobigen Raumfahrer-Anzüge und -Handschuhe und der winzigen Schadensstelle. Diese lag zudem noch an einer schwer zugänglichen Stelle am Orbitalmodul der Sojus. Das benutzt das ISS-Team zum Ankoppeln an die Raumstation und zum Durchstieg in die Station.

Woher das winzige Bohrloch stammt, konnten die Forscher im All noch nicht klären. "Vorläufig kann man nur eins sagen: Jetzt sind alle Proben genommen, um die Hauptfrage zu beantworten". So hatte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin den Außeneinsatz von Oleg Kononenko und Sergej Prokopjew kommentiert, die acht Stunden außerhalb der Kapsel arbeiteten und damit weit länger als zunächst geplant. Gerst bringt Materialproben, die von der Schadstelle genommen wurden, zur Erde mit. Die Raumfahrtbehörden Nasa und Roskosmos schließen aber aus, dass das winzige Leck, das jetzt "gestopft" wurde, beim Eintritt der eigentlichen Landekapsel der Sojus in die Erdatmosphäre Probleme machen könnte.

Botschaft an seine Enkel

Vor seiner Abreise veröffentlichte Astro-Alex via Twitter noch ein Abschiedsvideo: eine Botschaft an seine (noch nicht geborenen) Enkelkinder mit der Bitte, behutsam mit dem "Raumschiff Erde" umzugehen.

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2018, 16:35 Uhr