Gestrandete Wale Den Tieren geht die Luft aus

Jeder von uns hat vermutlich noch die Bilder der gestrandeten Wale von Neuseeland vor Augen. US-Forscher glauben jetzt, einen Grund gefunden zu haben, warum die Tiere stranden: Sie sind von der Flucht komplett ausgepowert, ihnen geht die Luft aus, sie haben keine Energie mehr.

Je schneller wir uns in einem Medium bewegen, desto größer wird der Widerstand. Das merken wir beim Radfahren und das ist beim Schwimmen nicht anders. Und wie uns geht es natürlich auch den Tieren. Solange die geschmeidigen Schwimmer wie Delphine ruhig durch das Wasser bewegen, verbrauchen sie wenig Energie. Müssen sie jedoch fliehen, dann ändert sich der Schwimmstil und der Energieaufwand steigt. Wenn sie dann ins flache Wasser geraten und stranden, fehlt ihnen genau diese Energie. Das  vermuten Forscher der University of California in Santa Cruz.

Für ihre Untersuchungen hat das Team um die Biologin Terrie M. Williams über sechs Monate mit Großen Tümmlern trainiert. Sie maßen Flossenbewegungen und Luftverbrauch und wollten so herausfinden, wie sich der Energieverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten ändert. So errechneten sie, dass zum Beispiel ein Schnabelwal, der als besonders geräuschempfindlich gilt, bei der Flucht über 30 Prozent mehr Energie verbraucht. Was das Problem noch verstärkt ist nach Angaben der Forscher, dass die Tiere selbst wenn das Geräusch, das sie zur Flucht bewegt hat, vorbei ist, noch mehrere Stunden in hohem Tempo weiter schwimmen. Ihre Ergebnisse veröffentlichtenh sie jetzt im Journal of Experimental Biology.

Bisher, so Williams, hätten sich nur ganz wenige Studien mit diesem Thema beschäftigt. Sie hofft, dass ihre Forschungsergebnisse ein Umdenken bewirken. Vor dem Hintergrund der vielen gestrandeten Wale und der Tatsache, dass wir Menschen auf den Ozeanen immer präsenter werden, so Williams, sollten uns die Daten zu denken geben.

Über dieses Thema berichtete MDR MDR AKTUELL im Radio | 10.02.2017 | 09:15 Uhr
LexiTV im Fernsehen | 09.12.2017 | 2017

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 09:24 Uhr