Die Global Young Academy - die besten Nachwuchswissenschaftler der Welt
Bildrechte: GYA

Global Young Academy Die junge Wissenschafts-Elite der Welt sitzt jetzt in Halle

Mit der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, hat Halle an der Saale eine international renommierte Institution in der Stadt. Und die Leopoldina wirkt offenbar wie ein Magnet. Vor ein paar Tagen ist auch die “Global Young Academy“, sozusagen die junge Version der Leopoldina von Potsdam nach Halle umgezogen. Vielleicht sind das die Nobelpreisträger der Zukunft, aber vor allem junge Wissenschaftler, die mitreden wollen - nicht nur in der Forschung.

von Wissenschaftsredakteur Karsten Möbius

Die Global Young Academy - die besten Nachwuchswissenschaftler der Welt
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Robert Lepenies ist 32 und Politikwissenschaftler an der FU Berlin. Seit vergangenem Jahr ist er Mitglied in der Global Young Academy. Er ist zum ersten offiziellen Empfang der Akademie nach Halle gekommen. Halle findet er gut - wegen der Nähe zur Leopoldina.

In der Leopoldina ist bereits viel Know How vorhanden: wie man beispielsweise Wissenschaft kommuniziert und wie man sich zu schwierigen Fragen wie etwa der Wirtschaftsethik äußert. Davon kann die Global Young Academy nun sehr profitieren.

Robert Lepenies

Robert Lepenies spricht nicht zufällig von Wirtschaftsethik. Das ist nämlich sein Fachgebiet. Er beschäftigt sich mit der Kombination von Moral und Ökonomie. Seit er der Global Young Academy angehört, hat man Ihn schon mehrmals um seine wissenschaftliche Expertise gebeten. Denn ähnlich wie die Leopoldina hat sich die Global Young Academy Politikberatung auf die Fahne geschrieben. Nur eben, dass sie jungen Wissenschaftlern eine Stimme geben und neue Sichtweisen öffentlich machen möchte. Junge Sichtweisen spiegeln sich unter anderem in besonderen Fragestellungen, meint Lepenies.

Wann sagen wir, dass Freihandel "gut" ist? Wieviel Ungleichheit verträgt eine gerechte Gesellschaft? Was schulden wir eigentlich den Verlierern von sowohl Globalisierung als auch technologischem Fortschritt? Solche Fragen hätten Ökonomen vor ein paar Jahren nicht so gern beantwortet.

Robert Lepenies

Dass man jetzt ihn fragt und vielleicht nicht einen anderen, dass es kein Zufall ist, dass junge Wissenschaftler um Rat gefragt werden, das hängt mit der Global Young Academy zusammen, sagt Lepenies und deshalb braucht man so eine Organisation:

Die Institutionalisierung - also dass man uns als junge Wissenschaftler regelmässig zu Rate zieht - das ist wichtig. Institutionen können diese Perspektive einnehmen und verfestigen.

Robert Lepenies

Global Young Academy Sie ist entstanden aus dem Modell "Junge Akademie“ in Deutschland und ähnlicher Organisationen junger Wissenschaftler in den Niederlanden und dem Sudan. Gegründet 2010 in Berlin hatte sie ihren Sitz zuletzt in Potsdam und jetzt in Halle bei der Leopoldina. Sie versteht sich als Stimme junger Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die Verantwortung für die Zukunft übernehmen wollen. Es gibt 200 aktive und 134 ehemalige Mitglieder aus 70 Ländern.

Aufmerksam wurde Robert Lepenies auf die Akademie durch einen Report zur Rolle von Nachwuchswissenschaftlern auf der Welt. Der Bericht interessierte ihn, weil er vor ein paar Jahren ein internationales Netzwerk zur Armutsforschung aufbaute. Und damit wären wir auch bei den Aufnahmebedingungen zur Global Young Academy.

Man kann sich bei der Global Young Academy bewerben, muss  Empfehlungsschreiben mitbringen und ähnliches. Das ist wie bei anderen wissenschaftlichen Organisationen, denen man beitreten will, auch. Man muss sowohl wissenschaftliche Exzellenz nachweisen, aber gleichzeitig auch Engagement über wissenschaftliche Arbeit hinaus zeigen.

Robert Lepenies
Einführung für Prof. Lothar Wieler zum Vortrag "Antibiotika-resistente Bakterien: eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung"
Die Leopoldina in Halle. Von Anfang an ein Ort der Begegnung mit Spitzenforschern. Bildrechte: Gerald Perschke

Robert Lepenies ist nach der Umzugsfeier wieder zurück nach Berlin gefahren. Er hat noch vier Jahre in der Global Young Academy vor sich. Fünf Jahre darf er Mitglied sein, dann muss er ausscheiden. Das sind die Regeln. Erst wenn Mitglieder gehen, dürfen neue Nachrücken - denn die Mitgliederzahl ist auf 200 begrenzt. 

In Halle unter dem Dach der Leopoldina arbeitet jetzt ständig ein Organisationsteam. Aus den fünf  Mitarbeitern sollen künftig neun werden.

Über das Thema berichtete MDR Aktuell im Radio | 06.02.2017 | 09:48

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 10:29 Uhr